Stadt Zürich

20. Januar 2019 13:17; Akt: 21.01.2019 00:15 Print

Sex-Videos stellen Zürcher Club vor Rätsel

In den sozialen Medien kursieren mehrere freizügige Partyvideos. Laut Leser-Reportern stammen sie aus einem Zürcher Club.

Diese freizügigen Partyvideos kursieren zurzeit in den sozialen Medien.
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Frauen, die sich auf dem WC oral befriedigen, eine junge Frau, die mitten auf der Tanzfläche liegt und gefingert wird sowie ein nackter Po – mehrere freizügige Partyvideos kursieren zurzeit in den sozialen Medien. Leser-Reporter berichten, dabei handle es sich um Videos aus Stadtzürcher Clubs. Die Betitelung der Videos lauten etwa «Mascotte guet?» oder «Mascotte wird immer schlimmer». Gemeint ist der Club am Zürcher Bellevue.

Mascotte-Mitinhaber Alfonso Siegrist erhält seit Tagen Nachrichten und E-Mails wegen dieser Videos: «Bis auf eines der Videos handelt es sich wohl um Fake-News.» Das Video mit dem nackten Po sei in den frühen Morgenstunden an der Latino-Silvesterparty entstanden. «Das ist aus meiner Sicht auch mit Abstand das Harmloseste – wäre ich daneben gestanden, hätte ich der Dame gesagt, sie solle doch bitte das Kleid wieder richtig runterziehen und fertig», so Siegrist. In der Latinoszene sei das nun mal üblich, dass intensiv und erotisch getanzt werde.

«Versuchen herauszufinden, wer dahintersteckt»

Von den Videos, bei denen es deutlich wilder zu- und hergeht, distanziert man sich beim Zürcher Club deutlich: «Wir haben die Videos mit dem Team analysiert. Beim WC-Video erkennt man quadratische Plättli, wir haben aber definitiv rechteckige. Auch beim anderen Video gehen wir davon aus, dass es nicht aus dem Mascotte ist, da der Boden nicht mit unserer Tanzfläche übereinstimmt», so der Mitinhaber. Heutzutage könne jeder mit einfachen technischen Mitteln Videos aus dem Netz herunterladen und diese nach Lust und Laune beschriften und im Netz wieder hochladen.

Wer die Videos mit den Hinweisen aufs Mascotte in Umlauf gebracht habe, wisse er nicht. «Selbstverständlich versuchen wir derzeit herauszufinden, wer dahintersteckt. Ob diese Person uns absichtlich schaden will oder die ganze Sache lediglich lustig findet, können wir natürlich nicht beurteilen.» Offenbar gibt es derzeit bei jungen Gästen aber ein intensives Bedürfnis, sich während Partys auszuziehen oder sich wild feiernd auf dem Netz darzustellen.

«Security-Personal patrouilliert während der ganzen Nacht»

Laut Siegrist investiert man jedes Jahr sehr viel Geld für die Sicherheit der Gäste: «Geschultes Security-Personal patrouilliert während der ganzen Nacht im und auch um den Club.» Zudem habe man Personal, das sich ausschliesslich um die WCs kümmert und unter anderem auch darauf schaut, dass Partygäste nicht zusammen in die WC-Kabinen gehen.

Würde das Sicherheitspersonal feststellen, dass das Verhalten von Gästen nicht zur Hausordnung passt, würde man diese laut Siegrist bitten, den Club zu verlassen. «Je nach Benehmen und Einsehen des Fehlverhaltens kann das dann auch bis zu einem Hausverbot oder zu einer sofortiger Übergabe an die Polizei gehen», sagt Siegrist.

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