Zürich

17. Juli 2014 16:00; Akt: 17.07.2014 16:52 Print

Sexspiele vor Babysitterin – Frau verurteilt

von Attila Szenogrady - Ein Limmattaler hat seine Frau demonstrativ vor der Babysitterin (15) begrapscht. Da die Ehefrau das Treiben zuliess, wurde sie wegen sexueller Handlungen mit Kindern verurteilt.

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Die Staatsanwaltschaft IV an der Molkenstrasse hat ein ungewöhnliches Urteil eröffnet gegen eine Frau, die sich von ihrem Mann vor den Augen der Babysitterin (15) begrapschen liess. (Bild: 20 Minuten/ram)

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Die Staatsanwaltschaft IV hat ein Urteil mit Seltenheitswert eröffnet: Demnach wurde eine heute 34-jährige Mutter aus Oetwil an der Limmat wegen sexueller Handlungen mit Kindern zu einer bedingten Geldstrafe von 14 Tagessätzen à 40 Franken verurteilt. Da es sich um eine bedingte Strafe handelt, wird die Schweizerin die 560 Franken wohl nicht bezahlen müssen. Hingegen soll sie die Gebühr des aktuellen Entscheides von 500 Franken tragen.

Dem rechtskräftigen Strafbefehl ist zu entnehmen, dass die beschuldigten Eltern in der Nacht auf den 5. Januar 2014 ihre damals 15-jährige Babysitterin für ihre beiden Kinder aufboten. In den frühen Morgenstunden kehrten die Eltern aus dem Ausgang zurück und setzten sich im Wohnzimmer auf das Sofa.

Ebenfalls im Zimmer sass die Babysitterin, die sich unbehaglich fühlte. So griff der Mann seiner Frau demonstrativ unter ihrer Hose zwischen die Beine an ihre Vagina. Danach fasste er unter ihrer Bluse an ihre Brüste. Wogegen die Frau offenbar nicht protestierte und alles geschehen liess. Für die minderjährige Kinderhüterin war alles klar ersichtlich.

«Schade, dass du so weit weg bist»

Und es blieb nicht nur bei diesen sexuellen Handlungen. Unbemerkt von seiner Frau schickte der Mann der verdutzten Geschädigten heimlich zwei anzügliche SMS auf ihr Handy: «Schade, dass du so weit weg bist», lautete die erste eindeutige Botschaft. Worauf kurz darauf die Nachricht Nummer 2 folgte: «Ist es denn schlimm, wenn jemand mit den Fingern an dir spielt, oder bist du es einfach nicht gewohnt?»

Die Babysitterin erstattete nach dem Vorfall Anzeige bei der Polizei. Mit der Folge, dass die Staatsanwaltschaft IV eine Strafuntersuchung gegen die Eltern einleitete. Die Staatsanwaltschaft hat nun den Schuldspruch gegen die Mutter eröffnet. Gemäss Staatsanwalt Alexander Knauss hat die Schweizerin die Vorwürfe zwar bestritten, den Schuldspruch aber offenbar akzeptiert. Knauss schrieb dazu, dass die Mutter durch pflichtwidriges Untätigbleiben ein Kind unter 16 Jahren in eine sexuelle Handlung einbezogen habe.

Der Staatsanwalt fügte hinzu, dass neben den Belastungen der Babysitterin die sichergestellten SMS des Vaters als Beweismittel gedient hätten. Er habe auch den Vater per Strafbefehl beurteilt. Jedoch liegt dieser separate Entscheid noch nicht öffentlich auf.