20. November 2007 17:01; Akt: 20.11.2007 17:01 Print

Sexueller Missbrauch auf der Autobahn

Ein Freier hat mit dem Auto eine Nachtklubtänzerin entführt und während der Fahrt mit seinen beiden Händen sexuell missbraucht – während er das Auto mit den Knien lenkte.

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Die eingeklagte Horrorfahrt fand am späten Abend vom 28. Dezember 2006 statt. Laut Staatsanwaltschaft hatte ein heute 27-jähriger Freier eine brasilianische Nachtclub-Tänzerin in sein Fahrzeug eingeladen, um bei einem Bancomaten Gelder für eine noch ausstehende Zeche für teueren Champagner zu holen. Stattdessen fuhr der Schweizer Berufschauffeur plötzlich in rasantem Tempo stadtauswärts in Richtung Chur.

Akrobatische Übergriffe während der Autofahrt

Die Frau wehrte sich dagegen und forderte den Fahrer vergeblich zum Anhalten auf. Dieser fuhr unbeirrt auf die Autobahn und begann, den Intimbereich der Geschädigten zu begrapschen. Laut Zürcher Staatsanwaltschaft griff er mit beiden Händen an die Brüste und in den Schambereich des Opfers. Gleichzeitig steuerte er das Fahrzeug weiter - mit einem Knie! Doch damit nicht genug: Er versuchte auch, die Tänzerin bei voller Fahrt auf den Mund zu küssen. Das Tatfahrzeug fuhr dabei in Schlangenlinie und verursachte beinahe eine Frontalkollision. Die bedrängte Frau stand Todesängste aus.

Der Angeklagte musste kurz an einer Tankstelle bei der Allmendstrasse anhalten, worauf die Geschädigte die Polizei telefonisch benachrichtigen konnte. Allerdings zunächst ohne Folgen, da der Angeklagte die Fahrt kurz darauf in Richtung Sihlwald fortsetzte und die leicht bekleidete Beifahrerin erneut sexuell nötigte. Wiederum lenkte er das Auto mit einem Knie lenkte. Erst bei einer nächsten Tankstelle in Sihlbrugg gelang es der Frau dem unberechenbaren Freier zu entkommen.

Grobe Verkehrsdelikte

Vor Gericht wies der Angeklagte die Vorwürfe zurück und erklärte, dass die Frau freiwillig mitgefahren sei. Die zuständige Staatsanwältin lastete ihm dagegen massive Vorwürfe an: Freiheitsberaubung, mehrfache Gefährdung des Lebens sowie mehrfache sexuelle Nötigung und grobe Verkehrsdelikte. Der Antrag auf eine bedingte Geldstrafe von 12 000 Franken sowie eine Geldbusse von 1000 Franken erschien eher nachsichtig. Die Verteidigung forderte dagegen Freispruch und bezeichnete die Darstellungen der Gegenseite als «abenteuerlich und lebensfremd». Auf die auf Donnerstag angesetzte Urteilseröffnung darf man gespannt sein.

Attila Szenogrady, 20minuten.ch