Hauptbahnhof Zürich

08. März 2017 07:44; Akt: 08.03.2017 08:32 Print

Shop-Ville kämpft mit Kakerlaken-Plage

Der Bau der Durchmesserlinie am Zürcher HB hat einen unerwünschten Nebeneffekt: Seit der Eröffnung ist das Shop-Ville von Schaben befallen – auch Restaurants sind betroffen.

Schabe in einem Take-Away im Zürcher HB. (Video: Leser-Reporter)
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Eine Leser-Reporterin machte in einem Take-away im Shop-Ville kürzlich eine unangenehme Erfahrung: «Während des Essens bemerkte ich, dass Käfer über den Boden krabbelten.» Angeekelt habe sie ihr Essen weggelegt und sei gegangen, sagt die Pendlerin.

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Dem Besitzer des betroffenen Gastrobetriebs ist das Problem bewusst: Es hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern mit dem Bau der Durchmesserlinie tief unter dem Zürcher Hauptbahnhof. «Seither kommen die Insekten aus den Wänden gekrochen», sagt er.

Stadt bestätigt Insektenproblem

Für das Shop-Ville zuständig sind sowohl die SBB als auch die Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich (LVZ). Während der SBB in ihrem Bereich des Shop-Ville keine Vorfälle bekannt sind, bestätigt die LVZ ein «zeitweise erhöhtes Aufkommen von Insekten» in ihrem Teil.

«Wir nehmen an, dass das Auftreten von Insekten auch mit den Arbeiten an der Durchmesserlinie zusammenhängt», sagt LVZ-Sprecher Kuno Gurtner. Beim Bau seien neue Durchbrüche und Wege geschaffen worden, die den Insekten den Weg an die Oberfläche erleichterten. Begünstigt werde das Vorkommen dieser Tiere zudem durch Feuchtigkeit und Wärme im unterirdischen Einkaufszentrum.

Zusätzlich zu offiziellen Kontrollen von Gesundheit und Umwelt Zürich (GUZ) beauftrage die LVZ auch selber Firmen, die die hygienischen Verhältnisse in ihren Betrieben regelmässig und unabhängig prüfen. «Weil sie das Risiko kennt, hat die Liegenschaftenverwaltung einen Servicevertrag mit einem professionellen Unternehmen für Schädlingsbekämpfung abgeschlossen. Dieses tritt in Aktion, sobald Insekten in einem Betrieb gesichtet werden», sagt Gurtner.

Orientalische Schaben aus der Kanalisation

Für die Schädlingsbekämpfung zuständig ist die Firma Kistler & Stettler. Auch deren Geschäftsführerin Sybille Stettler hält es für möglich, dass die Plage mit der Durchmesserlinie zusammenhängt: «Die Insekten wandern ab, wenn sie aus ihrem Zuhause vertrieben werden, etwa durch Bauarbeiten.»

Hauptsächlich handle es sich um orientalische Schaben, auch Kakerlaken genannt: Diese kommen häufig im Untergrund und den Kanalisationen von Grossstädten vor und seien auch in Zürich heimisch. Zur Bekämpfung werden sie mit einer speziellen Paste gefüttert – und sterben dann.

(ced/bec)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Manser am 08.03.2017 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Kakerlaken gewinnen immer

    Unsere reine saubere Welt... Kakerlaken sind die ewigen Gewinner auf unserem Planeten. Weil sie übereleben sogar höchste radioaktive Strahlungen. Ein Urtier das es schon vor dem Menschen gegeben hat. Wir müssen vielleicht auch mal wieder lernen mit unseren Insekten zu leben und nicht nur zu zerstampfen. Jedes Insekt hat auch einen Nutzen.

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  • Tom W. am 08.03.2017 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genial für die neuen Freunde des Insektenverzehrs

    Das muss traumhaft sein für die kulinarischen Freunde unter uns, die gerne Insekten vertilgen. So kriegen diejenigen mit etwas Glück kostenlos ein paar Insekten aufs Essen drauf. Ekelhaft, aber jedem das seine.

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  • K. Kerlake am 08.03.2017 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UPS

    Sind das die gleichen Insekten, die man in den Läden seit neustem auch als Gourmeschmaus kaufen kann? Da frag ich mich doch, wo num genau das Problem liegt? We Wind sät wir Sturm ernten..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco Ackermann am 08.03.2017 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gourmet

    Mhhh.....!!!!! Schabenfilet à la shop ville. Mit Mehlwürmer als Beilage. Mist!!! Finde gerade das Rezept nichr mehr.

  • Nein Danke am 08.03.2017 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungeziefer

    Den meisten Kommentaren zu entnehmen, sind also Kakerlaken hierzulande schier schon niedlich und haben dieselbe Daseinsberechtigung wie Menschen... Ist und bleibt Ungeziefer = Schädlinge, Lästlinge. Diejenigen, die so begeistert von Kakerlaken sind, könnten doch eine wohltätige Sammelaktion starten zur "Rettung" der Viecher.

  • Beat am 08.03.2017 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt mehr Flizläuse als Kakerlaken welche bei M

    Überall wo Menschen sind leben auch andre "Gäste". Ist so und wird immer so bleiben. Wir sind ein Teil der Fauna und Flora.

  • Godi,8,03,17 am 08.03.2017 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ist so

    Normal im Untergrund, gut sieht man nicht in die Küche, der Rest, das kommt von Aussen tunnel, Bahn etc.,

    • anna am 08.03.2017 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Godi,8,03,17

      dort in der Küche sind die auch Sichtbar

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  • P. Fröhlich-Sondermann am 08.03.2017 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sperrbezirk

    Werde das Shopville ab sofort meiden, möchte nicht so ein ungebetener Besucher unbeabsichtigt mit nach Hause nehmen.