Beinbruch nach Discobesucht

29. März 2011 18:08; Akt: 29.03.2011 18:08 Print

Sicherheitsfirma bestreitet Tritt gegen Bein

Disco-Besucher Coskun Ediz erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch. Schuld soll der Tritt eines Türstehers sein. Die Sicherheitsfirma will davon nichts wissen.

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Coskun Ediz hat grosse Schmerzen: Er erlitt einen komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch. (Bild: Nicolas Y. Aebi, 20 Minuten)

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Drei Tage liegt nun Coskun Ediz im Waid Spital in Zürich. Er hat in der Nacht auf Samstag einen komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch erlitten bei einem Besuch im Zürcher Club «Escherwyss». Wie es zum Knochenbruch kam, darüber gehen die Sichtweisen auseinander. Während Ediz und zwei seiner Kollegen von einem Tritt gegen das Schienbein durch einen Sicherheitsmann sprechen, bestreitet der Club den Übergriff. Der betrunkene Ediz sei vielmehr umgefallen und habe sich dabei das Bein gebrochen. Zum Sturz kam es, nachdem er ausfällig geworden sei, weil der Club ihm ohne Kleidermarke seine Jacke nicht geben wollte. «Der Sicherheitsmann fasste ihm daraufhin nur auf die Schulter, dabei fiel er aufs Gesäss», sagt Clubbetreiber Marco Cereda.

Ob ein Schien- und Wadenbeinbruch eine mögliche Folge des Sturzes ist oder es tatsächlich einen Tritt gab, bleibt unklar. Das Waid Spital – wo Ediz behandelt wird – hält sich verständlicherweise aus dem Streit heraus. Die zuständige Sicherheitsfirma CAS ist von einem Sturz von Ediz überzeugt: «Aufgrund unserer bisherigen Abklärungen gab es keinen Tritt von unserem Angestellten gegen den Gast», sagt Sicherheitschef Marcel Hirschi. Die Security-Firma hat nach eigenen Angaben bereits einige Angestellte und Gäste befragt, die vor Ort waren. Die Befragungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

CAS will Konsequenzen ziehen

«Sollte sich die Sichtweise des Gastes bestätigten, werden wir die nötigen Konsequenzen ziehen», verspricht Hirschi. Es liege auch im Interesse der CAS, dass geklärt wird, was in dieser Nacht geschah und wer dafür verantwortlich ist. Weitere Angaben zum Zwischenfall möchte die CAS nicht machen – wegen der laufenden polizeilichen Ermittlungen. Coskun Ediz hat am Dienstagnachmittag eine Anzeige eingereicht. So wie es aussieht, wird wohl ein Richter über den Fall entscheiden müssen. Eine gute Nachricht gab es für Ediz so oder so: Sein komplizierter Bruch muss entgegen der ersten Einschätzung nicht noch mal operiert werden.

(amc)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Benjamin Burgmeister am 29.03.2011 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ich war....

    Ich war vor langer Zeit ebenfalls in diesem Bereich tätig. Es braucht sehr viele gute Nerven, um diesen Job 100% auszuführen. Diese Darstellung des Opfers ist mir nicht unbekannt, ich kann mir sogar vorstellen, dass der Security einen "neuen" oder für ihn nie angewendeten Griff versuchte... Dazu kam dessen grosse Agression/Frust gegen das Opfer. Ich habe aufgehört zu arbeiten, weil die Firma immer wieder "Geschichten" erfand, damit nicht die Mitarbeiter als die Bösen da standen, sondern die Opfer.... Leider ist dies die Realität!

  • züriinsider am 29.03.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    zürich:

    2007: Partygast wird vor den augen der secuirtys heruntergeschlagen. er lag im koma! 2009: schlägerei in und vor dem club 3 securitys auf 1 partygast! wurde verletzt auf dem trottoir liegengelassen!! 2010: schiesserei vor club. security unternehmen nichts. 2011: schienbeinbruch in club durch security... ... dies sind "nur" einige zeitungsartikel-kurzfassungen. alle sind in zürich passiert und IMMER ist es die gleiche firma, welche die securitys anstellt! ich verlange, dass die firmen mehr geprüft werden!

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  • Kim Kardashian am 30.03.2011 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    leider nicht NUR im esherwyss so

    leider ist das heute auch in anderen clubs so das immer mehr gewalt gegen gäste ausgeübt wird. ein sicherheitsmann ist für die sicherheit zuständig und es liegt nicht in seinem ermessen gäste zu schlagen oder zu bestrafen auch wenn sie unter drogen stehen oder betrunken sind.. keine angst haben und diese leute anzeigen..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • michael e. am 18.04.2011 01:34 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich wird er entlassen

    Ich glaube ich lese nicht richtig! Der Türsteher bricht dem Besucher das Bein an drei Stellen, schikaniert ihn weiter, indem er ihn zum gehen zwingt und ihr verteidigt ihn? Er wollte nur seine Jacke haben, ob der Club warten MUSS oder nicht, bis alle anderen ihr Jacke haben kann sein, aber das kann man ihm auch sagen und ihn nicht zusammenschlagen. Ich würde den Typen bis aufs letzte Hemd verklagen und dem Club in der Presse das Image versauen. Mich würde interessieren, ob der Türsteher auch verteidigt werden würde, wenn das Opfer einen schweizer/deutschen Namen hätte

  • C Escher am 30.03.2011 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Garderoben Nummer ist eine Quittung

    Ein Club MUSS verlangen, dass die Verlierer von Garderobennummern bis zum Betriebsschluss auf Herausgabe warten ohne dass der Gast das Recht hat herum zu pöbeln. Als ehemaliger Clubmitarbeiter habe ich deutlich mal für folgenden Betrug haften dürfen: A gibt Garderobe ab und gibt Freund B genaue Beschreibung der Jacke. B holt diese ab ohne Nummer (verloren). A kommt später mit Nummer und lässt sich die, natürlich extrem teure Jacke vom Club ersetzen. Die Garderobennummer ist eine Quittung und die Herausgabe des quittierten Gegenstandes muss zwingend im Austausch mit der Quittung erfolgen.

    • hans am 05.04.2011 20:24 Report Diesen Beitrag melden

      ladenschlus 4uhr!!!!

      es war ja 4uhr morgens ladenschluss na alsoo!!!!

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  • norebli am 30.03.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    selbsschuld

    Ich denke auch, dass der Türsteher nicht einfach so auf ihn losging. viele wissen ja heute nicht mehr, wie sie sich anständig verhalten sollen, oder wieviel alkohohl ihnen gut tut..Der Verletzte sollte sein eigenes verhalten anschauen, und nicht so auf selbstmitleid machen und die schuld abschieben.Klar , der türsteher hat zu stark zugeschlagen, aber es gibt eine einfache regel, wer druck ausübt, erhält druck zurück..

  • Partygänger am 30.03.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Er hat sich freiwillig vollgesoffen, also soll er auch die Folgen seines Sturzes tragen und nicht andere, unschuldige Personen anschwärzen. Die Sicherheitsleute haben nur ihre Pflicht getan und einen pöbelnden "Gast" in die Schranken gewiesen.

  • Engelchen am 30.03.2011 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück dem Türsteher!

    Ich finde es einfach eine Frechheit, dass gewisse Leute die keine Ahnung haben was in so einem Job abgeht, sich da eine Meinung bilden. Die Leute in Zürich, werden immer schlimmer, Frecher, voll Alk und Drogen. Als Türsteher muss man sich nicht alles gefallen lassen, wo leben wir eigentlich? Dem Türsteher wünsche ich viel Glück, und ich hoffe das du deinem Job behalten kannst. Viel Glück.