Stadt Zürich

23. Juli 2019 21:55; Akt: 23.07.2019 21:55 Print

So bekämpft Zürich die Asiatische Tigermücke

Seit die Stadt Zürich Asiatische Tigermücken in Zürich-Wollishofen entdeckt hat, gab es über 200 Meldungen aus der Bevölkerung.

Das wird in der Stadt Zürich gegen Asiatische Tigermücken unternommen.
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Nach dem Fund Asiatischer Tigermücken in Zürich-Wollishofen sind Stadt und Bevölkerung aktiv: Per Monitoring sollen Eier und ausgewachsene Mücken aufgespürt werden. Mit einem biologischen Wirkstoff werden sie abgetötet. Ihre Brutstätten sollen trocken gelegt werden.

Seit 2016 finden sich ab und zu Tigermücken am Carparkplatz neben dem Zürcher Hauptbahnhof. Im vergangenen Jahr sind sie zum ersten Mal in Wollishofen aufgetaucht. An beiden Fundorten führt die Stadt ein Monitoring mit Fallen durch.

In Wollishofen sind in diesem Jahr seit Mai 13 ausgewachsene Tigermücken und 220 Eier entdeckt worden. «Monitoring und Bekämpfung machen wir nur während der warmen Saison von Mai bis Oktober. Bekämpfen tun wir erst dann, wenn man erste Tigermücken oder Eier gefunden hat», sagte Gabi Müller, die Leiterin der Schädlingsprävention und -beratung gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Brutstätten austrocknen

Zur Bekämpfung der Tigermücken wird nun regelmässig ein biologischer Wirkstoff in Dolen ausgebracht, der den Darm der Mücken zerstört, so dass diese sterben. Wenn es heiss ist, geschieht dies einmal pro Woche, ist es kühler nur alle zwei Wochen.

Ausserdem sollen die Tiere am Brüten gehindert werden. Daher werden beispielsweise Astlöcher mit Sand aufgefüllt. Denn die Tigermücken legen ihre Eier gerne an deren Rand. Werden die Astlöcher beim nächsten Regen mit Wasser gefüllt, schlüpfen die Larven.

Zur Bekämpfung der Tiere ist die Stadt auch auf die Anwohnerinnen und Anwohner angewiesen. Diese sollten in ihren Gärten mögliche Brutstätten trockenlegen, also beispielsweise Regentonnen abdichten sowie Untersetzer und Giesskannen umdrehen. Auch kleinste Wassermengen können zur Vermehrung der Tigermücken beitragen.

207 Meldungen innert einer Woche

Die Stadt hat die Bevölkerung zudem gebeten, Funde von Tigermücken zu melden. Innerhalb von einer Woche wurden 207 Insekten gemeldet, bislang war aber keines der Exemplare eine Tigermücke. Für die Anwohnerinnen und Anwohner in Wollishofen gibt es nach den Sommerferien eine Informationsveranstaltung.

Obwohl die Tigermücken tropische Viruserkankungen übertragen können, besteht laut Stadt kein Anlass zur Sorge. Um eine solche Krankheit zu übertragen, müssen die Mücken zuvor eine infizierte Person gestochen haben. Eine lokale Krankheitsübertragung gab es noch nie in der Schweiz.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave74 am 24.07.2019 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Halbwahrheiten, Schlagzeilen und Klicks

    Hier wird wunderbar vorgeführt, wie vermeintliche Information zur Missinformation wird und bei manchen Panik auslösen kann. Da viele Leute nur noch die Schlagzeile lesen, würde ich daher die SchreiberlingInnen dazu anregen sich auch zu überlegen, wie man eine Schlagzeile geschickt formuliert ohne dass gleich 99% der Bevölkerung in die Notaufnahme rennt oder sich bei den Behörden meldet. Klicks hin oder her - eine gewisse Feinfühligkeit wäre in meinen Augen eine ethische Pflicht.

  • Martin Thomas Pulfer am 24.07.2019 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wirkstoff, soso

    und der wirkt nur auf Tigermücken, nicht auf alle wasserlebenden Insektenlarven, die anschliessend die Nahrungsgrundlage für die bedrohten Fledermäuse, Singvögel, Amphibien und Reptilien darstellen? Was ist mit den Seen? Werden die ebenfalls abgedichtet, umgedreht oder bewirkstofft? Holy Moly, diese ganze Übung wird nichts bringen. Die Tigermücke ist da und wird sich hier etablieren. Da hilft kein blinder Aktivismus.

  • der Lehrer am 23.07.2019 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider unlösbar

    Es sieht schlecht aus mit der Bekämpfung von dieser Mückenart. Ich habe die ersten dieser Mücken im 2008 gesehen. Ein Weibchen kann bis zu 200 Nachkommen produzieren. Und es ist nahe zu unmöglich alle zu erlegen ohne viele/alle nützlinge gleichzeitig mit zu töten. Thema insektensterben. Wird wohl ein weiteres unlösbares Problem der Menschheit in Europa werden. Und solange der weltweite Handel so weitergeht werden immer mehr Exoten auftauchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Puddin am 24.07.2019 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    @Zürich

    Wenn kein Anlass zur Sorge besteht, warum dann dieser Aufwand? Gibt es noch mehr Konflikte? Aber es zeigt einmal mehr wie kurzsichtig der Mensch plant. Es war mit dem Erdöl so, mit der Globalisierung und der Flüchtlingspolitik. Dass die Wirtschaft auf schnelle Ergebnisse drängt ist logisch. Dass die Politik ihrzuliebe alles durchwinkt aber nicht. Was genau ist eigentlich die Aufgabe der Politik? Sind deren Ziele sinnvoll? Und werden diese Ziele erreicht? PUK läasst grüssen...

  • brommberii am 24.07.2019 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tigermücke

    Bei mir in Schinznach hat es solche Mücken und jeden Tag am Abend sind die auf meinem Balkon...Noch keine einzige hat mich gestochen...

  • crooker am 24.07.2019 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bssss

    die tigermücke ist fast in der ganzen schweiz verbreitet und nicht nur in zürich, es ist nur eine frage der zeit, bis diese auch krankheiten in sich tragen. dem klimawandel sei dank, haben sie dank der milden temperaturen und häufigeren überschwemmungen, ideale bedingungen.

  • Martin Thomas Pulfer am 24.07.2019 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wirkstoff, soso

    und der wirkt nur auf Tigermücken, nicht auf alle wasserlebenden Insektenlarven, die anschliessend die Nahrungsgrundlage für die bedrohten Fledermäuse, Singvögel, Amphibien und Reptilien darstellen? Was ist mit den Seen? Werden die ebenfalls abgedichtet, umgedreht oder bewirkstofft? Holy Moly, diese ganze Übung wird nichts bringen. Die Tigermücke ist da und wird sich hier etablieren. Da hilft kein blinder Aktivismus.

  • Küre am 24.07.2019 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Killermücke

    13 Tigermücken! Echt jetzt? Haben sie auch richtig gezählt oder wurde die eine oder andere übersehen? Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sich die 220 Eier auch noch zu Mücken entwickelt hätten.