Zürcher Polizei warnt

17. April 2019 11:13; Akt: 17.04.2019 12:04 Print

So schnell machst du dich mit deinem Handy strafbar

Weil es bei Jugendlichen immer mehr Straftaten im Umgang mit dem Handy gibt, reagiert die Kantonspolizei Zürich nun mit einem Merkblatt.

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Straftaten von Minderjährigen haben sich auch im Kanton Zürich vermehrt auf das Handy verschoben. Im vergangenen Jahr wurde bei jedem vierten Fall von illegaler Pornographie ein Minderjähriger oder eine Minderjährige als Täter beschuldigt. Oft ist Jugendlichen gar nicht bewusst, was verboten ist und was nicht. Die Kantonspolizei will das nun mit einem Merkblatt für Schüler ändern.

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Was halten Sie von so einem Merkblatt?

Kinder- und Jugendinstruktoren der Kantonspolizei werden das Merkblatt bei ihren Kriminalpräventions-Lektionen an die Schülerinnen und Schüler abgeben. Diese Lektionen werden jeweils in der 4. Primarklasse und in der 1. Oberstufe durchgeführt. Das Merkblatt ist seit Mittwoch bei der Kantonspolizei aufgeschaltet.

Bilder und Videos von Gewaltszenen

Bilder oder Videos von grausamer Gewaltanwendung an Menschen oder Tieren sind verboten. Dazu gehören etwa Hinrichtungen, Folter, Körperverletzungen, Schlägereien oder Tierquälereien. Solche Gewaltdarstellungen dürfen nicht heruntergeladen und gespeichert werden.

Zugestellte Bilder oder Videos sind sofort zu löschen. Sie dürfen nicht mit anderen geteilt werden. Ebenso ist verboten, solche Bilder und Videos selbst herzustellen – wenn zum Beispiel ein Schulkollege zusammengeschlagen wird.

Der Umgang mit Pornos

Harte Pornografie wie Bilder und Videos von sexuellen Handlungen mit Kindern, Tieren oder Gewalttätigkeiten ist verboten und darf nicht hergestellt, heruntergeladen oder gespeichert werden. Nur schon das Anschauen ist verboten.

Zugestellte Bilder und Videos sind sofort zu löschen. Sie dürfen nicht mit anderen geteilt werden. Besondere Gefahr besteht beim Versenden von Nacktbildern: Es kann sich um Kinderpornografie handeln und strafbar sein.

Sogenannte weiche Pornografie, also Bilder und Videos von sexuellen Handlungen, ist grundsätzlich nicht verboten, darf aber für Jugendliche unter 16 Jahren nicht zugänglich gemacht werden.

Mobbing kann verheerende Folgen haben

Beschimpfungen, Verleumdungen, Blossstellungen oder Hetze via Social Media können massivste Auswirkungen für betroffene Personen haben, die bis zum Suizid gehen. Sie können Ehrverletzungen oder Nötigungen darstellen, die strafbar sind. Betroffene Personen können dagegen Strafanzeige erstatten.

Drohungen sind strafbar

Drohungen, die Schrecken und Angst auslösen, sind strafbar. Betroffene Personen oder Institutionen wie die Schule können dagegen Anzeige erstatten. Auch aus Spass verbreitete Drohungen sind strafbar.

Bei Diskriminierungen können schon Likes strafbar sein

Ein öffentlicher Aufruf zu Diskriminierung und Hass gegen Personen und Gruppen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion ist strafbar. Solche Botschaften können auch in Chats als öffentlich gelten. Öffentliche rassendiskriminierende Äusserungen aller Art sind verboten. Auch das Liken solcher Botschaften kann ebenso strafbar sein.

Grundsätzliche Regeln

Respekt und Anstand zeigen: Online gelten im Umgang miteinander die gleichen Regeln wie in der realen Welt.

Persönliche Daten schützen: Das Internet vergisst nie. Zurückhaltung beim Teilen von persönlichen Daten und Bildern ist ratsam.

Gefahren und Risiken kennen: Es gibt verschiedene verbotene Bilder oder Videos, und auch das Teilen solcher Inhalte kann eine Straftat sein.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klugi am 17.04.2019 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    öhm

    Wenn ich mich schon durch anschauen strafbar mache, wie will ich denn den Inhalt kennen ohne mich strafbar zu machen?

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  • Heinz Grass am 17.04.2019 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    ...die Freiheit nehm ich Dir!!!

    Ohjeee. Wohin sind wir gekommen. Früher durfte am Stammtisch noch Witze erzählt werden - heute sind diese entweder rassistisch, sexistisch oder umwekltschädlich und daher gänzlich verboten. Der Erzählende sowie sämtliche aktiven wie auch passiven Zuhörer werdenmit aller Härte bestraft. Danke, das ihr mir die Freiheit genommen habt.

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  • Francis Noel am 17.04.2019 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage der Erziehung

    Wer das im realen Leben nicht lernt, oder es ihm/ihr nicht beigebracht wurde, der/die wird das auch im digitalen Leben nicht lernen. Das hat fast ausschliesslich mit Erziehung zu tun.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicht wichtig am 18.04.2019 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Es tun alle so als hätten sie in ihrer Jugend keine pornographischen Inhalte konsumiert. Als hätten alle die Finger von einem solchen Heftchen gelassen, wenn es ihnen in die Hände kam. Natürlich kommt man per Smartphone schneller an diese Inhalte ran, doch die Regeln sind meiner Meinung nach zu strikt.

  • Unklug am 17.04.2019 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit

    Freiheit ist sensibel, Witze auf Kosten Anderer nicht

  • UnKlug am 17.04.2019 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Gier

    Neugier ist nicht immer klug

  • Orwell am 17.04.2019 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Gestapo 2.0

    Wie siehts eigentlich mit dem täglichen Massenmord an Millionen von Tieren aus? Auch strafbar?

    • Oli am 17.04.2019 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Orwell

      Um das geht es hier aber nicht. Warum vermischst du äpfel und birnen?

    • Unklug am 17.04.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

      Geht ja nur ums sehen

      Deswegen sind die Schlachthöfe hinter dicken Mauern und das Fleisch abgepackt, damit man's das eben nicht sieht.

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  • Irene am 17.04.2019 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin für Smartphoneverbot

    Für alle die noch nicht Volljährig sind.

    • Leser am 17.04.2019 19:19 Report Diesen Beitrag melden

      Kurse statt Verbote

      Und unbedingt einen Pflichtkurs in "Erziehung der Kinder" für werdende Eltern. Verbote nützen vermutlich nichts.

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