Dübendorf

14. März 2019 07:24; Akt: 14.03.2019 16:04 Print

Das alles kann der neue Rega-Helikopter

Der neue Heli der Rega ist leiser, leistungsstärker und sicherer. 20 Minuten war auf der Basis in Dübendorf und hat sich den H145 angeschaut.

Im Video erzählt der Basisleiter und Rettungssanitäter Adrian Ferrari, was alles neu am Rega-Heli ist.
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Leistungsstärker und sicherer ist der neue Helikopter H145 der Rega. Seit über einem Monat steht er der Crew der Einsatzbasis in Dübendorf zur Verfügung. Stolz fährt ihn Basisleiter und Rettungssanitäter Adrian Ferrari am Mittwochmorgen aus dem Hangar auf den Start- und Landeplatz: «Der neue Rega-Helikopter hat sich bereits in kurzer Zeit im Einsatz bewährt.»

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Bis zu durchschnittlich dreimal pro Tag sind Ferrari und sein Team im Einsatz. Für einen Einsatzzeitraum von 1,5 Stunden ist der Heli jeweils getankt. 24 Stunden ist die Crew – bestehend aus Pilot, Rettungssanitäter und Arzt – auf der Einsatzbasis in Dübendorf im Schichtbetrieb vor Ort und einsatzbereit: «Nach Alarmeingang sind wir innerhalb von drei bis fünf Minuten in der Luft.»

«Er ist leiser als sein Vorgänger»

Für Ferrari bedeutet der neue Rega-Heli einen Quantensprung: «Basierend auf den Erfahrungen mit dem Vorgängermodell hat ein Rega-Team die Kabine optimiert.» Neu sei beispielsweise die Beleuchtung. «Diese erleichtert uns gerade während der Nachteinsätze das Arbeiten am Patienten.»

Zudem ist das neue Modell viel leiser. So leise, dass sogar die Anwohner in Dübendorf den neuen Heli loben: «Wir haben Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten, dass gerade Starts in der Nacht leiser sind und weniger wahrgenommen werden als noch mit dem alten Helikopter.»

Ein Heli kostet 8,5 Millionen Franken

Sieben Stück des neuen Modells hat die Rega insgesamt beschafft. «Fünf werden auf den Mittelland-Basen im Einsatz sein. Zwei dienen als Reserve. Einerseits, weil die Helikopter regelmässig gewartet werden müssen, und andererseits für Trainings.» Der neue Rega-Helikopter kostet inklusive medizinischer Spezialausrüstung, Ersatzteilen und Ausbildung der Crews rund 8,5 Millionen Franken.

Fenestron

Auffallend am neuen Rega-Helikopter ist der sogenannte Fenestron. Der Heckrotor ist in eine schützende Kapsel eingebaut, was den Heli nicht nur sicherer, sondern auch leiser macht. Anwohner sollen das bereits bemerkt haben, weil sie die Nachteinsätze weniger wahrnehmen. Trotzdem sind die Triebwerke deutlich leistungsstärker als die seines Vorgängers. Der Rega-Rettungshelikopter verfügt über zweimal 894 PS und erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde.

Modernes Cockpit

Für den Piloten gibt es im modernen Glascockpit viele Neuerungen. Auf drei grossen Touch-Screen-Bildschirmen etwa werden während des Flugs alle wichtigen Informationen übersichtlich dargestellt. Dazu gehören Karten, Kameras und Wetterradar. Ein 4-Achsen- Autopilot macht es auch möglich, dass der Helikopter selbstständig an Ort und Stelle schweben kann. Das ist zum Beispiel bei einem Einsatz mit der Rettungswinde hilfreich.

Drehender Sitz

Neu kann der Rettungssanitäter, der vorne links neben dem Piloten sitzt, seinen Sitz während des Flugs um 180 Grad drehen. Das ermöglicht dem Rettungssanitäter, den Arzt bei der Patientenversorgung in der Kabine zu unterstützen. Dank neuer Anordnung der Ausrüstung in der Kabine stehen dem Rettungssanitäter und dem Notarzt mehr Platz zur Verfügung.

LED-Beleuchtung

Da jeder vierte Rega-Einsatz in der Nacht stattfindet, wurde die Beleuchtung optimiert. Dabei passte man die Aussenlichter wie auch die Innenbeleuchtung in der Kabine an. Vor allem in der Kabine ist die richtige Beleuchtung wichtig. Diese soll dem Arzt genug Licht bieten, aber keinesfalls den Piloten ablenken, der in der Nacht ein äusserst lichtempfindliches Nachtsichtgerät trägt. Die Lösung für die Rega waren dimmbare LED-Leuchten. Auch an der Aussenhülle sind LED-Leuchten integriert, die nach vorn und unten gerichtet und steuerbar sind: Diese leuchten den Landeplatz besser aus als herkömmliche Schweinwerfer und beleuchten bei einer Aktion mit der Rettungswinde auch den Bereich weit unterhalb des Helikopters aus.

Der neue Heli ist am Freitag und Samstag zwischen 10 und 18 Uhr im Hauptbahnhof Zürich zu sehen. Die Crew der Einsatzbasis Dübendorf beantwortet Fragen.

So sieht der neue Rega-Heli aus

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carlo am 14.03.2019 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Innovation

    Super, dass es sowas gibt. Super, wenn ihn niemand braucht. Bleibt gesund

  • Jo am 14.03.2019 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top

    Durfte das Airbuswerk in Donauwörth besichtigen, wo dieser Heli gebaut wird. Mann merkt sehr bald: in dieser Manufaktur gibt es nur eine Option: top Qualität. Überall Ruhe und Konzentration - sehr eindrücklich!

  • Damorand am 14.03.2019 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön,

    Hoffe niemals mit dem fliegen zu müssen :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani8000 am 14.03.2019 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank REGA!

    Danke REGA! Ich habe höchsten Respekt vor eurer Arbeit (das schon als Kind, als ich aufs Velo sprang um die Bo105, Alouette3 oder A109K2 beim landen zuzusehen)! Dass Ihr einer der besten sind wusste ich, aber trotzdem hat mich die Professionalität als ich die REGA selber alarmiert habe total überwältigt. Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen als Ihr während unserer Reanimation die AW109 neben uns auf dem Berg gelandet und uns abgelöst habt. Der Umgang war sowas von eingespielt... Einfach nur DANKE!

  • Jo am 14.03.2019 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top

    Durfte das Airbuswerk in Donauwörth besichtigen, wo dieser Heli gebaut wird. Mann merkt sehr bald: in dieser Manufaktur gibt es nur eine Option: top Qualität. Überall Ruhe und Konzentration - sehr eindrücklich!

  • Carlo am 14.03.2019 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Innovation

    Super, dass es sowas gibt. Super, wenn ihn niemand braucht. Bleibt gesund

  • F. K. am 14.03.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wow, dimmbare LED

    Es ist ein Rettungshelikopter. Nicht mehr, nicht weniger. Den muss man doch nicht präsentieren. Den nimmt man einfach in Betrieb. Und dimmbare LED habe ich auch, das beeindruckt mich auch nicht.

  • Sven am 14.03.2019 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Ein Danke an die Rega