Zürich

19. März 2020 11:06; Akt: 19.03.2020 16:36 Print

2500 Firmen haben heute Kurzarbeit angemeldet

Die Massnahmen rund um das Coronavirus treffen die Wirtschaft. Der Regierungsrat will die Auswirkungen mildern.

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Das war die Medienkonferenz.

Zunahme bei RAV-Anmeldungen

In den letzten drei Tagen habe es zudem eine Zunahme der Anmeldungen beim RAV gegeben. «Das macht mir Sorge», sagt Walker Späh. «Bitte halten Sie durch. Gemeinsam kriegen wir die Krise in den Griff.»

8000 Unternehmen wollen Kurzarbeit

Die Kurzarbeit sei ein wichtiges Instrument zur Bewältigung der Krise, sagt Walker Späh. Seit Ende Februar hätten sich 8000 Unternehmen angemeldet für Kurzarbeit. Allein am Donnerstagmorgen waren es 2500 Unternehmen. In Nicht-Corona-Zeiten sind es monatlich nur etwa 10 bis 15 Anmeldungen. «Es geht um sehr viele Arbeitnehmende.»

Weiteres Vorgehen

In den nächsten Tagen werde es mit den Massnahmen losgehen. Wenn weitere Massnahmen notwendig sind, werde man das anschauen. «Wir sind stolz, wie schnell und zielgerichtet diese Massnahmen zu Gunsten der Bevölkerung ausgearbeitet wurden», so Stocker. Die Massnahmen würden zusammen mit Bund, Städten und Gemeinden greifen.

Stundung von Steuerrechnung

Die Abgabefrist für die Steuererklärung für natürliche Personen wird auf den 31. Mai verschoben. Ebenso sind Anpassung von provisorischen Steuerrechnungen möglich. Bei definitiven Steuerrechnungen ist eine Stundung möglich. Zudem will der Kanton rasch offene Rechnungen begleichen.

Hilfe für Selbstständigerwerbende

Für Selbstständigerwerbende soll es rasche und unbürokratische Hilfe geben. Zur Verfügung stehen 15 Millionen Franken aus der kantonalen ZKB-Jubiläumsdividende. Stocker will die Gemeinden ein, ebenfalls Mittel zu sprechen. «Wir wollen nicht, dass diese Leute zur Sozialhilfe gehen müssen.»

Geld für die Kultur

Die Fachstelle Kultur erhält 20 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds. Weitere 8 Millionen Franken gibt es für weitere Bereich wie Sport, Bildung und Museen. «Eine Abgeltung zu 100 Prozent ist nicht möglich, aber es soll weniger schmerzhaft sein», so Stocker. Man wolle den Leuten sagen: «Wir schauen für euch.»

Kredite für Unternehmen

Nun geht es um die Massnahmen. Die Zürcher Kantonalbank wird mit weiteren Banken aufgefordert, ihre Kundinnen und Kunden selbständig mit Liquidität versorgen. Es wird ein Konsortium gegründet. Der Regierungsrat sichert 425 von 500 Millionen ab. Kreis sind Zürcher Unternehmen bis 250 Mitarbeitende.

Zeichen setzen

Nun spricht Finanzdirektor Ernst Stocker. «Der Regierungsrat hat den Beschluss gefasst, um ein Zeichen zu setzen», sagt er. Es herrsche Ausnahmezustand. Das soll den Unternehmen signalisieren, keine Mitarbeiter zu entlassen.

Im Eilverfahren

«Wir müssen jetzt und heute handeln», sagt Walker Späh. Im Eilverfahren sei ein Massnahmepaket geschnürt worden. Die öffentliche Sicherheit sei gefährdet. Das wolle man verhindern. Zur Unterstützung seien Massnahmen beschlossen worden. Das Ziel: Möglichst viele Unternehmen stehen Krise.

Existenzielle Nöte

«Das Leben steht still, nicht aber auf unseren Hotlines», sagt Carmen Walker Späh. Zahlreiche Unternehmen seien in existenzielle Nöte. Der Kanton habe Tausende von Anrufen erhalten von Hilfesuchenden. «Wir befinden uns in einer wirtschaftlichen Ausnahmesituation.»

Medienkonferenz beginnt um 14 Uhr

Die Massnahmen rund um das Coronavirus treffen die Wirtschaft schwer. Der Kanton Zürich hat deshalb ein Massnahmenpaket beschlossen. Damit will er die Folgen für die Wirtschaft mildern. An einer Medienkonferenz informieren Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh (FDP) und Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) über das Paket. Die Konferenz beginnt um 14 Uhr.

(tam)