Körperverletzung

17. November 2013 17:04; Akt: 17.11.2013 20:35 Print

Sohn beschnitten – Mutter bestraft

von Attila Szenogrady - Da eine Mutter aus Uster ihren zweijährigen Sohn ohne Einwilligung des Vaters beschneiden liess, machte sie sich strafbar. Die Westafrikanerin wurde verurteilt.

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Auch Juden und Muslime beschneiden ihren männlichen Nachwuchs. (Bild: Keystone)

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Wenn Kinder im Kanton Zürich beschnitten werden sollen, müssen beide Elternteile damit einverstanden sein. Dies zeigt ein aktuelles Strafverfahren aus Uster. So hat die Staatsanwaltschaft IV eine bald 30-jährige Mutter wegen Körperverletzung verurteilt. Die zuständige Staatsanwältin erklärte auf Anfrage, dass die Westafrikanerin ihren zweijährigen Sohn aus traditionellen Gründen beschneiden liess. Der chirurgische Eingriff erfolgte im vergangenen März im Tokterhuus in Fällanden.

Vater dagegen – Mutter verurteilt

Die Behörden wurden im Rahmen von häuslicher Gewalt auf den Fall aufmerksam. Dabei kam heraus, dass der Schweizer Vater mit der Beschneidung seines Kindes nicht einverstanden gewesen war. Da sich die Mutter darüber hinweg gesetzt hatte, machte sie sich strafbar. In erster Linie, weil der mit der Beschuldigten verheiratete Mann rechtlich gesehen als Mitinhaber der elterlichen Sorge gilt.

In seinem nun eröffneten Strafbefehl hat die Staatsanwaltschaft die Mutter wegen Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Die zuständige Untersuchungsrichterin verzichtete auf eine zusätzliche Busse. Dafür muss die Westafrikanerin die Verfahrenskosten von 700 Franken bezahlen.

Laut Staatsanwaltschaft ist das Urteil rechtskräftig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tommy am 17.11.2013 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schlecht das Urteil

    Aber eigentlich sollten Beschneidungen (ausser bei medizinischen Gründen) sowieso nur mit Einwilligung des Beschnittenen erlaubt sein! Schliesslich geht es um seinen Körper und nicht um den seiner Eltern!

  • Bruno Schmid am 17.11.2013 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ist Körperverletzung

    Auch wenn beide Elternteile dies aus religösen Gründen wünschen!

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  • Dany am 17.11.2013 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Strafe

    Da misshandelt eine Frau auf Grund religiõsem Fanatismus ihren Sohn, fûgt ihm körperlichen Schaden zu und bekommt eine lächerliche Strafe, die sie nicht im geringsten spührt. Jedoch ihr Sohn muss ein Leben lang mit einer unnötigen Verstümmelung lebenm. Kranke Justiz nenne ich das.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean Perr am 18.11.2013 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO..

    Einfach nur BRAVO. Bei Beschneidungen sollten alle Eltern bestraft werden. Die kinder können sich wenn sie älter sind immer noch für, oder gegen eine Beschneidung entscheiden.

  • Welle am 17.11.2013 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .....

    Jeder macht heute Piercings, Tatoo.... Und hier verurteilt man ein Mutter die ihr Kind sauber Beschneiden lässt und aus ihrer Sicht religiösen Gründen, welche der Vater sicher kannte!!!

  • Jasmin am 17.11.2013 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch keine Strafftat!

    Wieder mal eine typische reaktion von vielen. Echt ihr seid so leicht beeinflussbar. Die Medien können euch jede Lüge auftischen. Alle beissen gleich zu. Versucht doch mal eure eigene Meinung zu bilden, anstatt die von den Medien zu kopieren...

  • BenG am 17.11.2013 23:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bedingte Busse? Wie jetzt

    Was heisst hier bedingt? Wenn sie den Sohn nicht nochmals ungefragt beschneiden lässt, muss sie die Busse nicht zahlen?

  • Janine am 17.11.2013 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohin führt so was?

    Wunderbar...und wer zahlt, der Vater der Klage einreichte? Der Junge bleibt trotzdem beschnitten!