Dietikon

27. August 2019 13:14; Akt: 27.08.2019 14:46 Print

Eltern misshandeln Sohn und bedrohen Lehrerin

Ein Elternpaar muss vor Gericht. Es war in Dietikon auf eine Lehrerin losgegangen. Der Vater soll den Sohn zudem über Monate geschlagen haben.

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Die Polizei hat im September 2017 eine Mutter und einen Vater im Schulhaus Wolfsmatt in Dietikon festgenommen. Die Mutter war kurz nach Unterrichtsbeginn ins Zimmer gestürmt und auf die Klassenlehrerin losgegangen. Ihr Sohn war am Tag zuvor von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) fremdplatziert worden.

Die Eltern müssen im September am Bezirksgericht Dietikon wegen Drohung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht erscheinen, wie die «Limmattaler Zeitung» schreibt. In der Anklageschrift steht laut dem Bericht, dass die Mutter zur Lehrerin gesagt haben soll, sie werde sie und ihre Kinder töten. Die Drohungen habe sie unterstrichen, indem sie versucht habe, die Lehrerin mit ihren Händen zu greifen, was ihr aber nicht gelungen sei. Der Vater soll beim Weggehen noch zur Lehrerin gesagt haben, dass sie die Aussagen seiner Frau ernst nehmen solle.

Über Monate geschlagen

Am Tag vor dem Vorfall im Klassenzimmer war die Situation offenbar eskaliert. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Vater das Kind mit den Händen am Hals packte und es während zwei bis drei Minuten würgte. Dem Kind sei schwindlig geworden und das Würgen habe zu roten Flecken am Hals geführt. Dadurch sei das Kind in seiner seelischen Entwicklung gefährdet worden. Es wurde darauf fremdplatziert.

Auch soll der Vater den Sohn über Monate zwei- bis dreimal wöchentlich zum Beispiel mit der Faust in den Brustbereich und den Bauch geschlagen haben. Ebenso habe er laut Anklageschrift mit seinen Füssen gegen das Bein des Knaben gekickt und dessen Bein mit einem Gürtel geschlagen. Doch nicht nur der Vater, sondern auch die Mutter soll ihren Sohn insgesamt 20 Mal geschlagen haben, etwa mit einem Kleiderbügel.

Unbewilligte Waffen gefunden

Der Vater muss sich zusätzlich wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz und Fahrens ohne Berechtigung verantworten, wie es im Artikel heisst. Bei ihm zu Hause hatten die Ermittler unbewilligte Waffen gefunden, darunter ein einhändig bedienbares Klappmesser mit automatischem Mechanismus und ein Kleinkalibergewehr. Zudem soll er mit seinem Töffli durch Dietikon gefahren sein, obwohl ihm der Fahrausweis schon vor über zwanzig Jahren entzogen worden war.

Die Staatsanwaltschaft fordert für die Mutter eine bedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten, für den Vater eine unbedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Zudem beantragt die Staatsanwaltschaft für beide eine Busse von je 3000 Franken.

(tam)