Trauermarsch

15. Januar 2020 10:12; Akt: 16.01.2020 10:07 Print

Sohn kritisiert Justiz nach Tötung von Hildegard Enz

Die 66-jährige Hildegard Enz wurde Mitte Januar vor einem Jahr vor ihrem Haus getötet. Diesen Freitag findet nun ein Gedenkmarsch statt.

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Blutüberströmt und um Hilfe rufend wurde die 66-jährige Hildegard Enz Rivola am 17. Januar vor einem Jahr vor ihrer Wohnung in Aarau von Nachbarn gefunden. Gemäss ihrem Sohn Ivor Rivola haben die Ärzte im Spital alles versucht, um seine Mutter zu retten. Doch sie erlag ihren Verletzungen. Freunde und Familie organisieren diesen Freitag nun einen Gedenkmarsch, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.

Rivola sagt der Zeitung: «In den Medien wurde sie immer als alleinstehend dargestellt. Sie hatte aber eine Unmenge von Freunden.» Und: «Wir möchten in erster Linie einer lieben Frau gedenken, die grausam und grundlos ermordet wurde.» Willkommen seien alle, die ein Zeichen gegen Gewalt setzen wollten.

Stationäre Therapie statt lebenslange Haft

Der hinterbliebene Sohn ist enttäuscht: In seinen Augen wird zu mild mit dem 28-jährigen Mann umgegangen, der seine Mutter mit mindestens 30 Messerstichen tötete. Die Aargauer Staatsanwaltschaft verkündete Anfang Dezember, dass sie für den Mann eine stationäre therapeutische Massnahme in einer geschlossenen Einrichtung und keine lebenslange Haft wegen Mordes verlangen werde. Laut einem psychiatrischen Gutachten ist der Mann nicht schuldfähig. Er leide an paranoider Schizophrenie und habe vor der Tat Alkohol und Drogen konsumiert gehabt.

«Wir haben ein grausames Jahr hinter uns und am Ende kommt heraus, dass der Täter noch eine psychologische Behandlung bekommt. Der Typ ist doch gar nicht therapierbar», sagt Rivola zur «Aargauer Zeitung». Gemäss der Staatsanwaltschaft besteht ohne Therapie jedoch ein hohes Rückfallrisiko.

(qll)