Schlatter vs. Noser

11. November 2019 04:45; Akt: 11.11.2019 04:45 Print

Sorgt Grünen-Hype für Überraschung in Zürich?

Am 17. November wählen die Zürcher, wer den zweiten Sitz im Ständerat bekommt. 20 Minuten fühlt den beiden Kandidierenden auf den Zahn.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer zieht neben Daniel Jositsch (SP) in den Ständerat? Diese Frage beantwortet die Zürcher Stimmbevölkerung am kommenden Sonntag. Zur Wahl stehen der bisherige Ständerat Ruedi Noser (FDP) und die Durchstarterin Marionna Schlatter (Grüne) aus Hinwil. Noser erreichte im ersten Wahlgang 141'700 Stimmen, Marionna Schlatter kam auf 95'142 Stimmen. Während der FDP-Politiker für eine liberale Wirtschaftspolitik steht, setzt sich Schlatter für einen ausgebauten Sozialstaat ein.

Umfrage
Gehen Sie wählen?

Im Vorfeld des zweiten Wahlgangs hat 20 Minuten den beiden Kandidierenden drei gleiche Fragen gestellt, die sie in wenigen Sätzen beantworten mussten.

Wieso gehören Sie in den Ständerat?

Marionna Schlatter: Der Kanton Zürich hat gewählt: für das Klima und für die Frauen. Klar, muss ein Sitz von zweien von einer Frau besetzt sein. Und klar, braucht der Kanton Zürich eine Grüne Vertretung – schliesslich haben die kantonalen Wahlen gezeigt, dass unser Kanton Grün ist!

Ruedi Noser: Als Legastheniker war ich ein Schulversager. Heute beschäftigt meine Firma über 500 Leute. In der Schweiz hat jeder und jede die Chance, durch Leistung etwas zu erreichen. Diese unternehmerischen Werte und Freiheiten möchte ich an die nächste Generation weitergeben.

Können Sie den Grünen-Hype nutzen?

Schlatter: Das Erstarken der Grünen im Parlament ermöglicht vieles: Jetzt können wir Verantwortung in der Umweltpolitik übernehmen. Darin sind wir Profis. Viele unserer Vorschläge, wie zum Beispiel die Grüne Wirtschaft, werden jetzt Chancen haben.

Noser: Ich bin weder für Hypes noch für Hysterien zu haben. Die Schweiz kann durch innovative und exportfähige Lösungen einen Beitrag ans Weltklima leisten. Eine kopflose Klimapolitik führt bloss dazu, dass am Ende die Eltern der Klimajugend ohne Job auf der Strasse stehen.

Was ist derzeit das dringendste Thema, das Sie angehen möchten und wieso?

Schlatter: Ohne saubere Luft, sauberes Wasser und gesunde Böden ist alles andere irrelevant. Ich werde mich darum dafür einsetzen, dass wir unsere Biodiversität erhalten, die Landwirtschaft ökologisch ausrichten und das Klima schützen.

Noser: Unsere Politik muss wieder Lösungen produzieren, statt nur Probleme zu bewirtschaften. Die grossen Themen der Zukunft sind Altersvorsorge, Klimawandel und die Beziehungen zur EU. Hier müssen wir die politischen Grabenkämpfe endlich überwinden und gemeinsam weiterkommen.

(jen)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beni Ochsner am 11.11.2019 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Zürcher haben es in der Hand

    Hoffentlich haben die Zürcher geschnallt wen sie wählen sollten, G wie GRÜN wählen, heisst nichts anderes als eine neue GEBÜHRENLAWINE loszutreten und das Klima ändert sich keinen Deut!

    einklappen einklappen
  • asdf am 11.11.2019 06:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn in Zürich Grün regiert

    dann heisst es wohl "Adieu bester Wirtschaftsstandort des Landes"

    einklappen einklappen
  • Walter am 11.11.2019 05:51 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit hat kein Platz im Ständerat

    Unglaublich, wie schnell man in den hochdotierten Rat drängen will, als Pilzkontrolleurin bekannt und sonst gar nicht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Obi Ektiver am 12.11.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Autor

    Lieber Autor mit dem Visum jen, ich wünsche Ihnen, dass Sie in Zukunft objektivere Artikel schreiben, die nicht mit solch politisch eingefärbten Worten wie "Klima-Hype" arbeiten. Allein schon, weil bisher kein Anzeichen für ein Abklingen dieses Hypes sichtbar ist. Objektivere Berichte kommen sicher besser, wenn Sie sich einmal bei einer anderen Zeitung bewerben. Oder stammt diese Wortwahl von Ihrem Arbeitgeber?

  • Lieber jetzt vernünftig als später arm am 12.11.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Deal

    Als Schlatter-Wähler biete Ihnen (einem Noser-Wähler) folgenden Deal an: - Ich bezahle für Sie alle Ihre ökologischen Gebühren der nächsten 10 Jahre. - Im Gegenzug bezahlen Sie für mich in den darauffolgenden 10 Jahren alle Klima-Bussen, die ein durchschnittlicher Schweizer dann bezahlen muss. Dieses Angebot gilt nur für genau einen Noser-Wähler (den ersten).

  • Ruedi Mosimann, Aarburg am 11.11.2019 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Grüne und Verantwortung

    Die Grünen können gar keine Verantwortung übernehmen, da sie nur die hohle Hand machen, das Geld von anderen ausgeben, nutzlose Symbolverbote aussprechen und erfolglos für das Klima sind. Wer hat denn in die SBB, Tram- und Busnetze investiert? Haben Grüne den Katalysator eingeführt? Haben Grüne die Bahn 2000 bezahlt? Haben Grüne die Zuwanderung gebremst? Sind die Grünen für einen schlanken Staat, so dass wir z.B 10 Milliarden pro Jahr in den Umweltschutz, statt in die Bürokratie stecken? Welcher Grüne hat schon mal eine Tonne Kirschen geerntet?

  • Turicum04 am 11.11.2019 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Pinguine retten!

    Frau Schlatter von den Grünen wählen. Dadurch werden die Pinguine am Südpol gerettet!

  • Ganjaflash am 11.11.2019 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy