11. März 2007 07:06; Akt: 11.03.2007 22:33 Print

Sozialamt unterstützte islamistische Organisation

Sozialvorsteherin Monika Stocker gerät weiter unter Druck: Ihr Amt subventionierte offenbar eine islamistische Organisation und zahlte Bezügern verlorenes Bargeld zurück.

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Gleich mehrere Fälle von angeblichem Sozialhilfemissbrauch sind in den letzten Tagen publik geworden: Laut der «SonntagsZeitung» unterstützte das Zürcher Sozialamt seit November 2004 einen 48-jährigen Libyer mit 81353 Franken. Sein Arbeitgeber, die FIOE (Föderation der Islamischen Organisation Europas), deren Mitglieder aus Europa «Eurabien» machen möchten, bezahlte ihm gemäss falschen Lohnabrechnungen nur 2429 Franken. Eindeutig ein Fall fürs Sozialamt – effektiv bekam er aber monatlich 3500 Franken. Eine neue Betreuerin schöpfte Verdacht und zeigte ihn an.

Letzten Samstag berichtete der «Tages-Anzeiger» über eine 24-jährige Prostituierte, die Sozialhilfegelder kassierte, obwohl sie 8000 Franken brutto verdiente – und kürzlich deckte auch die «Weltwoche» mutmassliche Missstände auf: In einem Fall soll das Sozialamt gar für die Haushalthilfe eines Pakistanis aufgekommen sein.

Schon der schlagzeilenträchtige so genannte Hotelfall zeigte, dass sich mit Sozial-hilfegeldern gut leben lässt: 2003 wohnte eine sechsköpfige Familie für 8000 Franken pro Monat auf Kosten der Sozialhilfe in einem Hotel. In den letzten drei Jahren kostete der Unterhalt der Familie weitere 365225 Franken – neue Velos, verlorenes Bargeld und diverse Umzüge mit eingeschlossen. Eine Wohnung hatte der Vater abgelehnt, weil sie ihm zu nahe bei einem Polizeiposten lag. Die Sozialvorsteherin war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

SVP-Kritik an Stocker wird lauter

Die jüngsten Vorwürfe rufen die Zürcher SVP auf den Plan, deren Kritik an Stockers Amtsführung immer lauter wird: «Zeigt sich Stocker jetzt nicht einsichtig, ist es Zeit für einen Führungswechsel», sagt SVP-Fraktionspräsident Mauro Tuena. Die SVP hofft jetzt auf ihre Volksinitiative «Stopp dem asozialen Sozialmissbrauch», die letzte Woche beglaubigt wurde. Monika Stocker (Grüne) wird von der eigenen Partei nach wie vor unterstützt.


Romina Lenzlinger