Fällanden

15. März 2011 08:00; Akt: 15.03.2011 00:56 Print

Sozialbetreuer nach Sex erpresst

von Attila Szenogrady - Ein Sozialbetreuer reifen Alters ist eine sexuelle Beziehung mit einem jungen Arbeitslosen aus Fällanden eingegangen. Mit massiven Folgen.

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Es war im letzten Mai, als ein heute 53-jähriger Sozial-Betreuer aus Zürich eine fatale Beziehung mit einem erheblich jüngeren Mann einging. Beim jungen Lover (21) handelte es sich um einen arbeitslosen Drogenkonsumenten aus Fällanden. Der Mittfünfziger liess den jungen Geliebten in seine Wohnung einziehen und stellte dem aus Pakistan stammenden Mann die Vermittlung einer Lehrstelle in Aussicht.

Aus Liebe wurde Erpressung

Zunächst verlief die Freundschaft der beiden Männer gut. Das änderte sich am 10. Juni schlagartig, als der Orientale plötzlich 50 000 Franken für seine sexuellen Dienstleistungen verlangte. „Er hat ja andere Call-Boys auch bezahlt“, beschwerte sich der Angeklagte am Montag vor dem Bezirksgericht Zürich. Zudem habe er für seinen älteren Gönner über mehrere Wochen hinweg den Butler im Haushalt gespielt.

Fest steht, dass der Geschädigte eine Zahlung zunächst verweigerte. Worauf der Arbeitslose mit seinen Brüdern und einer blutigen Abrechnung drohte.

Das Opfer liess sich zunächst einschüchtern und übergab dem Erpresser rund 10 000 Franken. Als der Täter noch mehr verlangte, schaltete der Betreuer die Polizei ein. Diese nahm den Fällander anlässlich der vermeintlichen Übergabe von weiteren 15 000 Franken fest.

Klarer Schuldspruch

Vor Gericht kam es zu einem klare n Schuldspruch. Wegen Erpressung, versuchter Erpressung sowie Drogendelikten. Der Angeklagte hatte vergeblich den Spiess umgedreht und erklärt, dass ihn der Betreuer mit seiner Armeepistole bedroht habe. Das Gericht setzte anklagegemäss eine bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 30 sowie eine Busse von 500 Franken fest. Eine milde Sanktion, wie die Vorsitzende aus führte. Das Gericht kam dem Beschuldigten auch entgegen, indem es den Antrag des Betreuers auf ein Schmerzensgeld von 3000 Franken abwies.