Planespotter (19) enttäuscht

18. Januar 2019 12:46; Akt: 18.01.2019 12:46 Print

«Ich hatte mich auf die Air Force One gefreut»

Der Planespotter Mike Wyss ist enttäuscht. Donald Trump hat am WEF abgesagt und wird nicht mit seiner Air Force One am Flughafen Zürich landen.

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Die Aufregung war gross, als US-Präsident Trump am 25. Januar 2018 mit seiner Air Force One am Flughafen Zürich landete. Auch dieses Jahr hätte die Landung der Air Force One das Highlight des Jahrs für Planespotter sein können. Doch Trumps Absage für das diesjährige WEF in Davos nächste Woche macht diesen Traum zunichte. Wie Planespotter Mike Wyss (19) zu 20 Minuten sagt, ist die Community traurig darüber.

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Herr Wyss, was hat die Absage von Trump bei den Planespottern ausgelöst?
Natürlich sind wir enttäuscht. Die Air Force One hätten wir schon gern gesehen. Die steht bei vielen Planespottern auf der Liste ganz oben. Zum Glück war ich letztes Jahr bei der Landung der Air Force One am Flughafen Zürich dabei.

Werden trotzdem viele Spotters am Flughafen Zürich sein in der nächsten Woche?
Davon ist auszugehen. Das WEF ist ein Grossereignis für uns. Am Flughafen Zürich werden während dieser Zeit sicher ein paar spezielle Flugzeuge landen. Verpassen möchte das von den Planespottern niemand.

Was sind aus Ihrer Sicht die Highlights für Flugzeugfans, wenn die Air Force One wegfällt?
Das ist schwierig zu sagen. Es gibt auch Personen, die unauffällig mit einem Privatjet landen oder kurz vorher ihre Teilnahme absagen. Auf meiner Liste stehen momentan die Ankünfte von Neuseeland und Südafrika.

Warum genau? Was ist da speziell?
Falls wir Spotter Glück haben, sehen wir in Zürich seit langer Zeit wieder einmal eine grössere Maschine der South African Airways. Diese fliegen regulär nur noch wenige Orte in Europa an. Neuseeland besitzt eine schöne Boeing 757, die in unserer Region auch eher selten anzutreffen ist. Diese Maschine am Heimatflughafen ablichten zu können, wäre schon cool.

Was muss ein Flugzeug haben, damit Sie es interessant finden? Geht es nur um die Grösse, oder kann ein Privatjet auch interessant sein?
Das ist sehr unterschiedlich. Oft sind es subjektive Interessen, die ein Flugzeug spannend machen. Manche Spotter mögen lieber zivile Maschinen, andere Privatjets und wieder andere Militärmaschinen. Des weiteren gibt es ja sehr viele unterschiedliche Flugzeugtypen. Meistens sind es die seltenen und älteren Maschinen, die interessant sind.

Für mich persönlich sind sowohl kleine als auch grosse Maschinen interessant. Ich bewege mich zwar meist im Bereich der zivilen Luftfahrt, gehe aber gern auch an militärische Flugplätze, um die Jets zu sehen. Besonders freue ich mich über schöne Bemalungen oder über einen «alten Russen» – wie zum Beispiel die Tupolew Tu-154.

Was betreiben Sie für einen Aufwand während des WEF?
An speziellen Anlässen betreibe ich einen relativ grossen Aufwand. Man will ja nichts verpassen. Ich werde jeweils am Nachmittag vor Ort sein. Sollte aber eine spezielle Landung angekündigt werden, mache ich mich sofort auf den Weg zum Flughafen. Zum Glück wohne und arbeite ich gleich in der Nähe.

Dann müssen Sie aber lange in der Kälte ausharren?
Natürlich nimmt man einiges in Kauf, um tolle Aufnahmen zu erhalten. Dieses Jahr werde ich es etwas ruhiger angehen lassen.

Wie informieren Sie sich über die Flugzeuge, die kommen?
Das ist ganz unterschiedlich. Weit im Voraus informiert man sich in den Medien, wer zum Beispiel am WEF erwartet wird. Kurz vorher oder währenddessen tauscht man sich in der Community aus.

Können Sie hier konkrete Tools erwähnen?
Es gibt einige sehr gut informierte Personen, die sich über verschiedene Kanäle informieren. Oftmals werden die Informationen mit Vorsicht im engen Kreis weitergegeben. Ich persönlich bin kein Freund der «Geheimnistuerei», wie sie oft angewandt wird. Doch gebe ich meine Informationen auch mit deutlich mehr Bedacht und im kleineren und privateren Kreis preis.

Für den Laien, der sich auf dem Laufenden halten möchte, kann ich beispielsweise die Flughafen-App empfehlen. Mit der Eingabe «Spotter» in der Flugsuche werden einige Zusatzflüge und ein paar zusätzliche Informationen angezeigt. Auch auf Twitter sind Sonderflüge ersichtlich.

Was sind so Ihre Highlight aus der Vergangenheit?
Die Air Force One gehört natürlich zu meinen Highlights. Und auch die A340 der Ägyptischen Luftwaffe fand ich unglaublich toll.

Was ist daran speziell?
Am A340 der Ägyptischen Luftwaffe ist speziell, dass das Flugzeug ein A340-200 ist. Die Endung -200 spricht für die kleinste Version des Airbus A340. Dieser ist leider nicht mehr im Liniendienst. Bloss einige Regierungen und private Nutzer nutzen diesen Typ noch. Daher ist er bei uns recht selten anzutreffen.

(mon)