Zürich

12. September 2019 09:57; Akt: 12.09.2019 10:16 Print

Staatsanwaltschaft hat Medizinalfälle verschleppt

Die Staatsanwaltschaft Zürich wird verdächtigt, Strafverfahren im Medizinalbereich verschleppt zu haben. Am Donnerstag wurden die Ergebnisse der Administratrivuntersuchung präsentiert.

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Die Justizdirektion des Kantons Zürich hat im Juni 2018 eine Untersuchung gegen die Staatsanwaltschaft eingeleitet. Es besteht der Verdacht, dass komplexe Strafverfahren im Medizinalbereich verschleppt wurden. Die Oberstaatsanwaltschaft steht ebenfalls im Fokus der Administrativuntersuchung. Sie könnte ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Am Donnerstag wurden die Ergebnisse der Administratrivuntersuchung präsentiert. Dabei entschuldigte sich die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) für zu langsame Strafuntersuchungen bei möglichen Ärztefehlern. In der Vergangenheit seien diese zu wenig gut geplant gewesen und hätten deshalb zu viel Zeit in Anspruch genommen.

Durchschnittlich 20 Strafanzeigen

Fehr entschuldigte sich vor den Medien bei all jenen Menschen, die «zu lange auf eine strafrechtliche Beurteilung der aufwühlenden Vorgänge hätten warten müssen.»

Die organisatorischen Mängel traten gemäss einer Mitteilung vom Donnerstag vor allem zwischen 2011 und 2016 auf. Mittlerweile seien diese behoben. Fehr verpflichtet die Staatsanwaltschaften neu, die Untersuchungen präziser zu beobachten und detaillierter zu planen.

Pro Jahr kommt es im Kanton Zürich zu durchschnittlich 20 Strafanzeigen wegen möglicher Ärztefehler.

(mon/sda)