Nach Schuldspruch

18. Juni 2015 15:22; Akt: 18.06.2015 20:09 Print

Stadt Schlieren entlässt prügelnden Polizisten

Der Stadtpolizist aus Schlieren ZH, der einen Randständigen verprügelt haben soll und dafür verurteilt wurde, verliert seine Stelle. Dem Stadtrat fiel die Entlassung nicht leicht.

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In diesem Schrebergarten an den SBB-Gleisen in Schlieren kam es um Juni 2011 zur Attacke. (Bild: ann)

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Körperverletzung, Amtsmissbrauch, Hausfriedensbruch – deswegen hatte das Zürcher Obergericht am Dienstag Geldstrafen gegen zwei Schlieremer Stadtpolizisten bestätigt. Die beiden nicht geständigen Beamten sollen 2011 einen Randständigen in dessen Schrebergarten verprügelt haben.

Während der heute 54-Jährige den Dienst von sich aus quittiert hatte, war der 44-Jährige nach der erstinstanzlichen Verurteilung suspendiert worden. Er arbeitete seither im rückwärtigen Bereich. Nun hat die Stadt Schlieren das Arbeitsverhältnis mit ihm aufgelöst, wie sie gestern mitteilte.

Unzufriedenheit im Korps

«Nachdem ihn auch das Obergericht schuldig gesprochen hat, waren wir zum Handeln gezwungen», sagt Sicherheitsvorstand Pierre Dalcher (SVP). Zwar ist das Urteil noch nicht rechtskräftig und könnte ans Bundesgericht weitergezogen werden. «Doch es geht uns um das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei», sagt Dalcher.

Zudem fehlt im 12-köpfigen Polizeikorps durch die Freistellung des Polizisten seit eineinhalb Jahren eine Arbeitskraft – und kostet dennoch. «Das hat Auswirkungen auf die Polizeipräsenz in der Stadt und sorgt auch im Korps für Unzufriedenheit», so Dalcher. Die Entlassung des langjährigen Polizisten sei ihm dennoch nicht leicht gefallen: «Selbstverständlich akzeptiere ich das Gerichtsurteil, aber ich bin immer noch von seiner Unschuld überzeugt.»

(rom)