Stadt Zürich

26. Juni 2018 15:26; Akt: 26.06.2018 15:26 Print

Sozialhilfebezüger dürfen teurere Wohnungen mieten

Stadt Zürich erhöht die Mietzinsobergrenze für Sozialhilfebezüger. Und lässt sich das geschätzt eine Million Franken kosten.

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Alleinwohnende Sozialhilfebezüger ab 25 Jahren durften bis anhin nur Wohnungen mieten, die maximal 1100 Franken kosteten. Bei Pärchen-Haushalten lag die städtische Maximalmiete bei 1400 und bei einem Dreipersonenhaushalt bei 1600 Franken.

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In dieser Preisklasse nur wenig Wohnungen

Die Realität hat diese Vorgaben jedoch schon lange eingeholt. In dieser Preisklasse gibt es nur noch selten Wohnungen zu finden. «Das ist einfach die Realität auf dem Wohnungsmarkt», sagte Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) am Dienstag vor den Medien.

Man habe die Maximalmieten deshalb leicht angehoben. Einpersonen- und Paarhaushalte dürfen neu eine um 100 Franken teurere Wohnung mieten, also eine für bis zu 1200 respektive 1500 Franken. Bei Dreipersonenhaushalten steigt die Maximalmiete um 50 auf 1650 Franken.

Mehrkosten für Stadt bis zu einer Million Franken

Für die Stadt bedeutet das Mehrkosten von geschätzt einer halben bis zu einer Million Franken. Für Vier- und Fünfpersonenhaushalte bleiben die Mietzinsobergrenzen bei 1800 und 2000 Franken.

«Diese Anpassung mussten wir vornehmen», sagte Golta weiter. Sie gebe den Menschen etwas mehr Spielraum bei der Wohnungssuche. Die Stadt ist sich jedoch bewusst, dass dieser zusätzliche Spielraum ein zweischneidiges Schwert ist – denn er gilt auch für Vermieter.

Vermieter könnten Erhöhung ausnutzen

Es bestehe natürlich die Gefahr, dass Mieter ihre Preise für günstige Wohnungen ebenfalls nach oben anpassen, sagte Golta. «Dann ist niemandem geholfen.» Für die Stadt würde das die Mehrkosten weiter erhöhen. Je nach dem wie viele Vermieter den neuen Spielraum ausnutzen, rechnet die Stadt mit langfristigen Zusatzkosten von bis zu zwei Millionen Franken, die direkt an Immobilienbesitzer gehen.

(sda)