Zürich

07. Dezember 2014 10:38; Akt: 08.12.2014 10:32 Print

Stadt Zürich verbietet Drohnen

Die Stadt Zürich hat das Fliegen von Mini-Helis über öffentlichem Grund verboten – und geht damit weiter als der Bund. Erste Drohnen-Besitzer wurden bereits verzeigt.

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Der Bund verschärft die Bestimmungen für das Fliegen von Drohnen - die Stadt Zürich verbietet es über öffentlichem Grund ganz. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Der Handel mit Drohnen, auch Multikopter genannt, floriert. Oft mit Videokameras ausgerüstet, sind sie perfekt, um Aufnahmen von Grossanlässen wie Sportveranstaltungen oder Konzerte zu machen. «Die Zahl der Besitzer von Drohnen hat in den letzten Monaten deutlich zugenommen», sagt Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl). Deswegen hat das Amt die Bestimmungen für Klein- und Mini-Drohnen verschärft.

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Seit dem 1. August ist ihr Einsatz im Umkreis von weniger als 100 Meter um Menschenansammlungen nur noch erlaubt, wenn eine Bewilligung des Bazl vorliegt - dabei gelten zwei Dutzend oder mehr Personen als «Menschenansammlungen». Eine solche Bewilligung zu kriegen, ist nicht einfach: Wichtigstes Kriterium sei die Sicherheit, so Holderegger. «Handelsübliche Drohnen erfüllen die Kriterien in der Regel aber nicht.» So erstaunt es nicht, dass in den ersten vier Monaten seit dem Einführen der neuen Regelungen erst eine Bewilligung erteilt worden ist.

Erste Besitzer in Zürich bereits verzeigt

Gar ganz verboten sind sie seit Anfang August in der Stadt Zürich. «Gemäss einer Regelung ist der Einsatz von Mini-Drohnen und Multikoptern über öffentlichem Grund verboten», erklärt Polizeisprecher Mario Cortesi. Erlaubt ist er nur noch über privaten Grundstücken, aber auch da braucht es die Einwilligung des jeweiligen Grundstückbesitzers. Cortesi verweist dabei auf den Umstand, dass Drohnen-Piloten auch oft private Gemächer filmen würden.

Erste Besitzer von Klein-Drohnen sind aufgrund der schärferen Bestimmungen verzeigt worden, schreibt die NZZaS. Das Bazl führt zurzeit ein Verfahren und auch die Stadt Zürich ermittelt gegen einen Besitzer, der mit einer Mini-Drohne den Hafenkran am Limmatquai gefilmt habe, so Cortesi.

Auch Bestimmungen beim Datenschutz

Viele Drohnenpiloten wüssten offensichtlich nichts von den rechtlichen Bestimmungen. Deshalb startet das Bazl jetzt eine Aufklärungskampagne. Ab morgen Montag werden im Elektronik-Gross- und Einzelhandel Flyers mit den entsprechenden Informationen aufgelegt.

Auch der Datenschutz ist ein Thema, wobei es auch dort Bestimmungen gibt. Francis Meier, eidgenössischer Datenschutzbeauftragter: «Drohnenaufnahmen und andere Formen von Videoüberwachungen sind nur zulässig, wenn ein Rechtfertigungsgrund vorliegt.» Die gefilmte Person müsse eingewilligt haben oder es müsse ein überwiegendes Interesse geltend gemacht werden.

(kv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S.juri am 07.12.2014 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Verbote Nachziehen

    Jedes Handy mit Fotokameras in Zürich auch verbieten! Damit kann man am besten unbemerkt und erst noch in nächster Nähe Fotos von Personen machen.

  • justin g. am 07.12.2014 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    aber dann darf der staat

    selber auch KEINE drohnen benutzen um die bürger auszuspionieren, wie es in amerika und andere länder schon passiert. jaja der bürger darf den staat nicht auf die finger klopfen wenn der staat selber viel dreck zu entsorgen hat

  • seppi am 07.12.2014 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kleinlich

    ist ja süss sie haben mehr angst vor drohnen als vor is

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Roth am 08.12.2014 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Gesetz, dass es schon 30 Jahre gibt

    Es ist seit Jahrzehnten so, dass der Einsatz von "Modell-Luftfahrzeugen" über öffentlichem Grund der Stadt Zürich aus nur im Bereich unbebauter Areale zulässig ist. Da es aber keine unbebauten Areale in Zürich gibt (nicht mehr), ist es nun gänzlich verboten.

  • Tom Meyer am 08.12.2014 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnenpilot der wie 99.99% der andern anständig i

    Drohnen haben nicht alle eine Kamera. Das Verbot über Menschenmassen besteht und reicht aus. Ich habe in einer Stadt noch nie eine fliegen sehen, geschweige das es einen gestört hätte. Und bei illegalem Einsatz kümmert den Piloten das Gesetz kaum. Typische Politikerlösung für Problem das es nicht gibt.

  • Osga am 08.12.2014 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Gesetz müssen alle gleich sein auch die Gesetze

    Es wird verboten , da ja die Polizei in zürich Konkurrenz bekommt der ja auch schon einer abgestürzt ist . Das Verbot soll für alle gelten auch für die Gesetzeshüter die auch nicht oder noch weniger gut fliegen können. Ist ja normal dass das kommen musste .

  • Martinus Friedli am 08.12.2014 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Quo vadis Datenschutz

    Wie war das schon wieder mit Datenschutz und so? Persönliche Angaben von mir von SWISS an USA, Russland & Co, wenn ich in ein Flugzeug steige....und in Zürich regt man sich auf über die mit Drohnen gefilmten Gegenstände und Sachen...wo sind wir schon hingeraten?

  • Spile Gern am 08.12.2014 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Birds

    Kann sich noch jemand erinnern, wie eine Steinschleuder gebastelt wird ;-)))) ? Angry Bird life spielen!

    • Pascal am 08.12.2014 10:39 Report Diesen Beitrag melden

      Multikopterprofi

      Solch einen Fall hatten wir vor 2 Wochen. Resultat: Beschädigung fremden Eigentums, Rechnung der Reparatur: 2600.- Viel Spass mit Deinen Angry Birds!

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