Konfliktzone

04. Juli 2014 05:47; Akt: 04.07.2014 05:47 Print

Stadt lässt Passanten auf der Werdinsel zählen

Tausende Blüttler, Hündeler, Badefreudige – auf der Zürcher Werdinsel kommt es immer wieder zu Nutzungskonflikten. Nun will die Stadt wissen, wer sich zu welcher Zeit wo aufhält.

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Passanten wunderten sich am Donnerstag auf der Werdinsel über junge Leute, die an verschiedenen Orten mit Formularen ausgerüstet auf Stühlen sassen. Es handelte sich um Urban Mobility Research und ihre Partner, die im Auftrag der Stadt ein Monitoring durchführen. Sie registrierten alle Passanten – wohin sie gehen, wie alt sie sind, welches Geschlecht sie haben, ob sie etwa auf dem Velo sitzen oder ein Hund dabei ist.

«Wir wollen wissen, welcher Teil der Insel wie stark genutzt wird», sagt Lukas Handschin, Sprecher von Grün Stadt Zürich. «Es geht aber nicht darum, die Leute zu kontrollieren oder gar aufzuschreiben, welches Badekleid sie tragen.»

Erhoben werden die Daten nur bei schönem Wetter. Am Schluss benötigt die Stadt Zahlen von einem heissen Samstag, einem heissen Sonntag und – wie eben jetzt – einem heissen Werktag. Damit die Besucher Bescheid wissen, hat die Stadt verschiedene Nutzergruppen, so gut es geht, vorinformiert. «Zusätzlich ist jede Person, die am Zählen ist, mit einem entsprechenden Schreiben ausgestattet, worin steht, was sie hier tut», so Handschin. «Es ist aber wichtig, diese ‹Beobachter› nicht bei ihrer Arbeit zu stören, nur so können zuverlässige Zahlen erhoben werden.»

Nur sechs Quadratmeter pro Badegast

Bereits vor vier Jahren führte die Stadt ein solches Monitoring durch – mit eindrücklichen Zahlen. So tummelten sich an einem Spitzen-Samstag im Juli um 16 Uhr über 2300 Personen gleichzeitig auf der Insel. Das bedeutet: Im Berich des Aubades standen pro Besucher gerade mal noch sechs Quadratmeter zur Verfügung. Auch zeigte die Erhebung, dass im Aubad Frauen gegenüber Männern klar in der Überzahl sind, während es im FKK-Bereich genau umgekehrt ist. Als meist frequentierte Passage entpuppte sich der Fischerweg, wo im Spitzenmonat Mai 2011 rund 38'000 Passanten unterwegs waren.

Dieser Weg wurde mittlerweile stark verbreitert. Überhaupt haben Stadt und Kanton den Hochwasserschutz im ganzen unteren Limmatraum verbessert und so das Flussufer neu gestaltet. «Deshalb sind wir nun gespannt, wie sich dies auf die Besucherzahlen auswirkt», sagt Handschin. Denn diese scheinen von Jahr zu Jahr zu steigen – immer wieder flammen deshalb Nutzungskonflikte auf. Die einen stören sich an sexuellen Handlungen im FKK-Bereich, die anderen an den freilaufenden Hunden oder dann gibts Ärger wegen parkierter Autos. Die Stadt plant aus diesem Grund ein Nutzungskonzept. Handschin: «Die Zahlen des Monitorings werden dort einfliessen.»

(rom)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ueli am 04.07.2014 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    idiotisch ! 

    lach.. jaja da kommen wieder verbote, gebote, regeln. nur weil einige vollbünzlis bei der stadt heulend mails schrieben. nirgends ist man unbeobachtet, frei oder ungestört. aber eben, zürich ist sowieso ein extrem. jeder bewacht jeden. die 117 wird wegen jedem kleinen aufreger gewählt, sogat falschparkierte autos um 2 uhr morgens werden gemeldet. ich habe in 4 kantone gewohnt, SG,TG,GR,ZH, aber so ein kindergarten wie ihr zürcher veranstaltet ist mir nich nie unter die augen gekommen !!!!

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  • Zürcher am 04.07.2014 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    wer bezahlt das ?

    Die Volkszählung auf der Werdinsel. Ja aus welcher Ecke kommt denn wohl diese Idee. Da müssen sich wieder irgendwelche politisch Interessierte auf dem soziologischen Pfad profilieren.

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  • Der Mondschein am 04.07.2014 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Feste Zeiten

    sowie ich unsere Zürcher Regierung kenne, gibt es nachher einen Nutzungs-Plan und x-Stationierte Polizisten die das überwachen müssen:-) hört sich abstruss an, aber mich wundert diesbezüglich nichts mehr. Die Naherholungsgebiete sind total überfüllt und haben mit Erholung schon lange nichts mehr zu tun.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto Held am 07.07.2014 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas ausbauen

    Kann man dort nicht Badeboxen machen?

  • badegast am 06.07.2014 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    versteh ich nicht

    ist doch super harmonie auf der werd !!! der von der stadt betriebene kiosk hat allerdings horrende preise ... lieber wo anders shoppen...

  • H.Bärtschi am 06.07.2014 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Hundezwinger

    Am meisten stören mich dort die Hündeler, Leinenpflicht hin oder her. Manchmal hat einer/e mehrere "söttige" bei sich. Jeder Hund muss mal und immer wieder und markiert ununterbrochen, das ist eine Hunderei. Hunde haben in Freizeit- und Badeanlagen nichts zu suchen, ihre Herrli sollen ihre Bakterien- und Virenschleudern anderswo auslassen. Was sagt der Volksmund dazu? "En rächte Schliifer hed en Hund!" und "Je miggliger s'Mannli, umso grösser de Waudi!" trifft voll zu.

  • Bert Hofer am 04.07.2014 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Es war mal...

    Nachdem sich auf dem westlichen zipfel der Werdinsel, wo der mündlichen überlieferung nach möglicherweise bereits seit mehr als 100 jahren dem nacktbaden gefrönt wird, neuzukömmlinge aus ausgeprägt prüden teilen der welt breit machen, gehtm die bislang lockerer ungezwungenne atmosfäre dort immer mehr kaputt. Wie die wiese und die äusserste spitze der insel im frühjahr vor der vergangenen badesaison durch das Tiefbauamt mit schweren maschinen verunstaltet wurde, hat dem ganzen noch krone aufgesetzt. Heute gehe ich hin von weitem nicht mehr so gern, wie früher, doch passende alternative gibt es nicht.

  • MacDubh am 04.07.2014 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Höngger

    Ich wohne mein ganzes Leben (25) Jahre in Höngg und es ist recht einfach. Alles unter der blauen Brugg ( ab ca. 50-100m) gehört dem FKK. Bei der Blauen Brugg bis zum weissen Haus können die Hündeler etc ihre Zeit verbringen, da Sie im Überwachten Werdinsel-Bereich nur an der Leine zu tritt haben. Im offiziellen Bereich sind die Kinder und jene, welche im Kanal baden wollen. Leider gibt es aber auch Menschen, die dies nicht kapieren und mit ihren Kindern in den einzigen Bereich gehen, wo Hündeler ihre Zeit verbringen können. Hier muss ich leider aber auch die Eltern in Verantwortung nehmen.