Gibt es Teslas?

06. November 2019 09:49; Akt: 06.11.2019 16:10 Print

Stadtpolizei Zürich fährt künftig nur noch E-Autos

von Jennifer Furer - Die Stadtpolizei Zürich stellt ihre Fahrzeugflotte etappenweise auf Elektroantrieb um. Dazu sucht sie nun nach einem Anbieter.

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Auf Anfrage von 20 Minuten sagt Sprecher Michael Walker, dass die Stadtpolizei Zürich künftig ihre Fahrzeugflotte etappenweise auf Elektroantrieb umstelle. Grund für die neue Fahrzeugstrategie: «Mit der neuen Flottenstrategie stellt die Stadtpolizei sicher, dass die für die Polizeiarbeit unabdingbare Mobilität auch in Zukunft effizient und so klimaschonend wie möglich gewährleistet ist», so Walker. Derzeit sucht die Stadtpolizei Zürich mittels öffentlicher Ausschreibung nach einem Anbieter von E-Autos für die Beschaffung von vorerst sieben Fahrzeugen. «In einem ersten Schritt wird die Stadtpolizei im Rahmen der für die Jahre 2020 und 2021 vorgesehenen ordentlichen Ersatzbeschaffungen für die Verkehrspolizei sieben Elektrofahrzeuge erwerben», sagt Walker. Seit Dezember 2018 fährt bereits die Basler Polizei elektrisch. Die Basler Polizei hat sich für das Tesla-Modell X 100D mit Flügeltüren entschieden. Insgesamt sieben solche Fahrzeuge sind nun beim Alarmpikett im Einsatz. Die Teslas ersetzten die Diesel-Kombifahrzeuge. Bereits im Vorfeld des Kaufs löste vor allem der Preis von 140'000 Franken pro Fahrzeug Kritik aus. Zudem stellte sich eine Datenschutzfrage: Während die Polizei auf Verfolgungsjagd ist, können die Tesla-Fahrzeuge mithören, was im Fahrzeuginnern gesprochen wird. Dies, weil sich wichtige Funktionen per Sprache steuern lassen. Diese Mikrofon-Aufnahmen können anschliessend auf dem Server des Herstellers ausgewertet werden. Laut Auskunft von Tesla würden die Fahrzeuge allerdings keine Sprachaufnahmen durchführen. Damit würden auch keine Sprachaufnahmen aufgezeichnet und an einen Server übermittelt.Tesla hält fest, dass Kunden selbst entscheiden könnten, anonym sogenannte Strassenabschnittsdaten an Tesla zu übermitteln. Grundsätzlich wäre diese Funktion deaktiviert, könne aber bei Bedarf aktiviert werden.

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Elektrische Fahrzeuge sind im Aufwind. Im Ausland, in der Schweiz, in Zürich. Nun springt auch die Stadtpolizei Zürich auf diesen Zug auf. Auf Anfrage von 20 Minuten sagt Sprecher Michael Walker, dass die Stadtpolizei Zürich künftig ihre Fahrzeugflotte etappenweise auf Elektroantrieb umstelle.

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Grund für die neue Fahrzeugstrategie: «Mit der neuen Flottenstrategie stellt die Stadtpolizei sicher, dass die für die Polizeiarbeit unabdingbare Mobilität auch in Zukunft effizient und so klimaschonend wie möglich gewährleistet ist», so Walker.

Vorerst sieben neue Fahrzeuge

Derzeit sucht die Stadtpolizei Zürich mittels öffentlicher Ausschreibung nach einem Anbieter von E-Autos für die Beschaffung von vorerst sieben Fahrzeugen. «In einem ersten Schritt wird die Stadtpolizei im Rahmen der für die Jahre 2020 und 2021 vorgesehenen ordentlichen Ersatzbeschaffungen für die Verkehrspolizei sieben Elektrofahrzeuge erwerben», sagt Walker.

Drei Fahrzeuge kaufe die Stadtpolizei 2020, vier weitere im Jahr 2021. Da derzeit noch nach einem Hersteller gesucht werde, sei noch offen, wie viel dieser erste Schritt kosten und welches Auto konkret gekauft werde. Demnach ist auch eine Tesla-Flotte, wie sie die Baselstädtische Polizei bereits beschafft hat, nicht ausgeschlossen (siehe Box).

Dass die Stadtpolizei mit Teslas liebäugelt, zeigt der Fakt, dass sie neben anderen Polizeikorps auch bei den Basler Kollegen Auskünfte eingeholt haben. Dabei seien unter anderem Datenschutzfragen im Vordergrund gestanden, sagte eine Sprecherin der Stadtpolizei in einem früheren Bericht.

Nicht-E-Autos unterliegen Bewilligung

Als zweite Massnahme in der neuen Fahrzeugstrategie werde künftig bei Ersatzbeschaffungen von Patrouillenfahrzeugen der ganzen Stadtpolizei jeweils auch die Variante Elektroantrieb geprüft, sagt Walker. «Wenn ein geeignetes Angebot zur Verfügung steht, wird dieses beschafft.»

Zudem müssten alle übrigen Fahrzeuge der Kategorien Personenwagen und Kleinbusse, welche die Stadtpolizei in Zukunft beschafft, einen reinen Elektroantrieb – oder einen vergleichbaren Antrieb – aufweisen, sagt Sprecher Walker weiter. «Ausnahmen, also Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, müssen begründet und bewilligt werden.»

Marktanalyse beigezogen

Die neue Fahrzeugstrategie der Stadtpolizei sei unter anderem nur möglich, weil gegenwärtig mehrere rein elektrisch betriebene Fahrzeuge auf dem Markt seien, welche die Anforderungen für die Einsatzfahrzeuge der Verkehrspolizei, des Polizeilichen Assistenzdienstes sowie für den grössten Teil der zivilen Fahrzeuge der Kriminalpolizei vollumfänglich erfüllten.

Dies habe eine Marktanalyse ergeben, die auf Basis der Bewegungsprofile der Einsatzfahrzeuge erstellt worden sei, so Stapo-Sprecher Walker. «Ausgenommen sind Fahrzeuge der Fahndung, da für diese spezifische Kriterien gelten.»

Erhöhte Anforderungen

Auch in anderen Bereichen gibt es laut Walker derzeit noch keine überzeugenden Angebote auf dem Markt. So etwa bei den Einsatzfahrzeugen der Sicherheitsabteilung, der Interventionseinheit, des Sonderkommissariats, des Diensthunde-Kompetenz-Zentrums sowie der Wasserschutzpolizei.

Grund dafür seien die erhöhten Anforderungen an Volumen und Nutzlast für diese Patrouillenfahrzeuge. «Die Stadtpolizei geht jedoch davon aus, dass bereits in wenigen Jahren entsprechende grossvolumige Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf den Markt kommen», sagt Walker.

E-Autos ökologisch sinnvoll

Positiv zeigt sich der TCS, wenn es darum geht, dass auf Elektroautos umgestellt wird. Sprecher Lukas Reinhardt sagt auf Anfrage, dass es aus ökologischer Sicht durchaus sinnvoll sei, in der Schweiz mit Elektroautos unterwegs zu sein. Zur Beschaffung der Stadtpolizei Zürich möchte sich der TCS grundsätzlich aber nicht äussern, so Reinhardt.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeige, dass Elektroautos bei der Produktion zwar deutlich mehr Treibhausgase verursachten als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. «Bei der Nutzung schneiden sie aber in der Schweiz deutlich besser ab», so Reinhardt weiter. In der Schweiz würden Elektroautos vom nachhaltigen Schweizer Strommix profitieren und über die gesamte Lebensdauer gesehen weniger Treibhausgase verursachen als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Greemschnitte Deluxe am 06.11.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das heisst wir wurden Jahrelang angelogen!

    Als ich in den 80ern noch ein Kind war hiess es man müsse für das Klima Strom sparen wo es nur geht. Riesige Kampagnen wurden für die damaligen Verhältnisse ins Leben gerufen. Und auch in den Schulen wurde uns das Stromsparen regelrecht in die Köpfe gepflanzt. Heute wollen sie alles auf Elektro umrüsten und dafür auch noch die AKWs vom Netz nehmen, damit wir dann für teures Geld massig Strom aus dem Ausland zukaufen dürfen. Da wird das Geschäft dann wunderbar florieren! Danke für Nichts ihr Heuchler!

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  • Rösli vo Höngg am 06.11.2019 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    woher kommt der Strom

    ist ja unmöglich so viele Autos mit Strom zu betreiben. wann erwachen die Grünen? wir brauchen zusätzliche Atomkraftwerke.

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  • Ganoven Ede am 06.11.2019 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gut zu wissen

    Nach 50 km Batterie leer auf der Verfolgungsjagt? haha..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M M am 26.11.2019 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zufuss hinter her laufen

    Privat werden die Polizisten nie einen kaufen. Ist nicht zum Glauben und was macht die patrulie wenn die Batterie leer ist. Verbrecher zu Fuss hinter her laufen

  • Strom Sparer am 07.11.2019 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Stromsparen mit Elektroauto

    Dann fang mal mit Stromsparen an. Und zwar zuerst an dem, der für die Förderung/Transport von Rohöl, die Verarbeitung zu Kraftstoff, den Betrieb der Tankstelle usw. verschwendet wird Ohne dass du einen KM gefahren bist

  • ANAList am 07.11.2019 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Burnburnburn Lipofire

    Die Ausgangslage für eine Diskussion über das Brandrisiko von Elektrofahrzeugen ist also denkbar günstig für Elektroautos, trotzdem warnt er vor allzu früher Euphorie: Auf Grund der geringen Verbreitung von vollelektrischen Fahrzeugen und der noch schwachen Datenlage lässt sich aus dem Vergleich nicht unbedingt schlussfolgern, dass batterieelektrische Fahrzeuge sicherer sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor

  • A.Meier am 07.11.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    ich finde das eine Schande! das E-Autos alles noch schlimmer machen ist wohl jedem klar! außer den grünen..... wo sollen dann die ganzen Batterien Entsorgt werden die nach 5 Jahren ausgewechselt müssen? Finde das echt traurig! Aber hey Kriminelle dürfen sich freuen das bei einer Verfolgungsjagd die Batterie leer geht dürfte da vorprogrammiert sein!

    • Xeno72 am 07.11.2019 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      lach@A.Meier

      Ist das Getrolle? Die Recyklierbarkeit von Batterien ist in der Schweiz hervorragend. Und klar, die Stadtpolizei jagt Kriminelle über ein paar hundert Kilometer....

    • pingping am 07.11.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

      @A.Meier

      Wieso wollen Sie den die Batterien nach 5 Jahren auswechseln? Das würde man erst machen wenn sie kaputt sind. Da ja nahezu alle Hersteller 8 Jahre Garantie geben wird das niemand nach 5 Jahren machen. Defekte Akkus (falls mal einer kaputt geht) können repariert und wieder eingebaut werden.

    • Cash am 07.11.2019 19:13 Report Diesen Beitrag melden

      Umweltlüge

      @Xeno72 Lipos lassen sich nicht wirtschaftlich recyclen. Und der Vorgang ist in etwa so gefährlich wie Bomben entschärfen.

    • TSLA-Driver am 10.11.2019 20:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Cash

      Wer verwendet denn Lipos in einem E-Auto? Von VW, Renault, Nissan, Hyundai, Byton und Tesla ist mir nichts dergleichen bekannt. Und die mir bekannten Recyclingfirmen sind noch nicht explodiert merkwürdigerweise.

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  • Rolf Wenger am 07.11.2019 00:00 Report Diesen Beitrag melden

    AKW zu teuer, zu langsam

    Na bis dann ein neues steht vergehen 15 Jahre. Bis dann wird das Autofahren aus Sicherheitsgründen verboten.

    • Der Umdenker am 07.11.2019 19:07 Report Diesen Beitrag melden

      Greemschnitte Deluxe

      Es braucht keine neuen AKW mehr. Eher sollten die E-Auto Käufer danach schauen, eigene Solar-Anlagen auf's Dach zu bauen. Die Besitzer von E-Autos sind meistens Hausbesitzer und haben darum einen überdurchschnittlich grossen Anteil an eigenen Solar-Anlagen auf dem Dach. PS: eben kommt in Schweiz aktuell, Genf will bei schlechter Luft Autos mit starker Umweltbelastung mit Fahrverboten belegen!

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