Zürich

02. September 2014 11:31; Akt: 02.09.2014 14:25 Print

Stadtpolizei setzt neu auf fliegenden Fotoapparat

Bei Unfällen in Zürich kann die Stadtpolizei künftig einen Multikopter steigen lassen. In Ausnahmefällen könnte er auch bei Geiselnahmen oder Entführungen zum Einsatz kommen.

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Weder der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei Zürich (UTD) noch die Dienstabteilung Geomatik + Vermessung (GeoZ) besassen bisher technische Geräte, die Luftaufnahmen ermöglichten. Im Sommer 2013 wurde deshalb ein Multikopter getestet.

Aufgrund der positiven Testergebnisse wurde im Oktober 2013 entschieden, einen Multikopter sowie ein Trainingsmodell anzuschaffen, die sich Stadtpolizei und GeoZ teilen. Die Kosten für die beiden Geräte samt Fernsteuerung und Software belaufen sich auf rund 60'000 Franken, wie einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag zu entnehmen ist.

Schneller und effizienter

Der UTD wird den Multikopter als fliegenden Fotoapparat bei grösseren Unfallsituationen und Schadenplätzen einsetzen. Die Übersichtsaufnahmen dienen dazu, Verkehrsunfälle und Abläufe eines Geschehnisses noch genauer zu dokumentieren. Zudem erfolgt die bildliche Dokumentation mit dem Multikopter wesentlich schneller und effizienter.

Das neue Gerät wird auch bei Arbeits- und Bauunfällen sowie bei schwer zugänglichen und gefährlich zu betretenden Örtlichkeiten zum Einsatz kommen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Da der UTD aufgrund seiner weitreichenden technischen Möglichkeiten, insbesondere im Bereich 3-D-Fotografie und Geländemodelle, in der gesamten Schweiz Einsätze in Zusammenarbeit mit dem Forensischen Institut Zürich leistet, wird je nach Fall auch der Einsatz des Multikopters ausserhalb des Kantons Zürich geprüft.

Begrenzter Einsatzbereich

Der Datenschutzbeauftragte der Stadt Zürich ist gemäss Mitteilung in das Projekt involviert und hält es für unbedenklich. Die Einsätze des Multikopters sind bei GeoZ in einem Reglement und bei der Stadtpolizei in einer Dienstanweisung geregelt.

Der Multikopter wird nicht im Rahmen von Demonstrationen, Festen und Veranstaltungen oder zur Beobachtung von Personen verwendet. In Ausnahmefällen darf er bei Sonderlagen wie Geiselnahmen oder Entführungen eingesetzt werden, wenn es der Polizeikommandant oder seine Stellvertretung anordnet.

Ausgeschlossen ist, dass die Kamera bei Demonstrationen oder Ausschreitungen bei Fussballspielen abhebt. In solchen Fällen wendet sich die Stadtpolizei Zürich jeweils an die Armee.

Wie aus einer Antwort des Stadtrates hervorgeht, hat die Luftwaffe der Schweizer Armee zugunsten der Stadtpolizei Zürich im Zusammenhang mit grossen Polizeieinsätzen in den letzten Jahren immer wieder Drohnen- beziehungsweise Helikopter-Einsätze geleistet, so etwa während der Fussball-Europameisterschaft 2008 und bei Aktivitäten rund um den 1. Mai.

Billigere und schnellere Vermessung

Dank des Multikopters kann GeoZ auch schwer zugängliche Gebiete wie Ufer, Hang- und Rutschgebiete rasch und sicher vermessen. Auch Luftbilder für die gezielte Nachführung einzelner Gebäude für das 3-D-Stadtmodell können unkompliziert und effizient gemacht werden.

Da der Multikopter nicht nur mit Laserscannern oder Fotokameras bestückt werden kann, ist künftig eine Erweiterung der Einsatzzwecke denkbar, zum Beispiel Schall- und Schadstoffmessungen.

Der Multikopter wird nur von einem klar definierten und ausgebildeten Personenkreis bedient. Diese Personen trainieren regelmässig mit dem Trainingsmodell und führen über den Einsatz- und Trainingsbetrieb Buch.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Studiosus am 02.09.2014 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Switzerlanded

    Fr. 60'000.-? Wohl nicht bei amazon gekauft. Swiss Police's been switzerlanded!

    einklappen einklappen
  • Programmierer am 02.09.2014 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Genau lesen!

    Wer genau liest merkt, dass dieser Preis auch noch die Software zum vermessen beinhaltet. Klar kosten 2 Multicopter nicht so viel jedoch eine Software die nur für die Polizei entwickelt worden ist schon.

  • Werner Leuenberger am 02.09.2014 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Hatten wir schon

    Das erinnert doch sehr an den Polizei Offizier Hans-Jörg Spring. Wenn der Beruf zum Hobby wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • TInu D am 03.09.2014 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Feuer mit Feuer

    Dann werde ich mir eine kleine FLAK bauen müssen.

  • poli zei staat am 03.09.2014 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    da war noch dies

    Was rauf geht muss wieder runter kommen, falls nötig wird nachgeholfen, ein ding steht fest: sichte ich dass teil , ende flug

  • Werner Leuenberger am 02.09.2014 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Hatten wir schon

    Das erinnert doch sehr an den Polizei Offizier Hans-Jörg Spring. Wenn der Beruf zum Hobby wird.

  • Hans Meister am 02.09.2014 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polizei abgezockt 

    Wunderbares Gerät, nur viel zu teuer. Da wurde wieder Grosszügig mit Steuergeldern umgegangen.

    • Leser am 02.09.2014 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Immer falsch

      Euch kann man es wohl nie recht machen!

    • Hans Meister am 02.09.2014 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Doch

      Aber nicht immer überteuert bezahlen, das ist der Punkt.

    einklappen einklappen
  • Nicht neu am 02.09.2014 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Alter/kalter Kaffeesatz

    Diese soegenannte Drohne sieht nur toll aus, ist zugleich überteuert. Konnte die selber ansehen... Einige Koptershop bieten dies zu günstigeren Konditionen und neuster Technik an.