Zürich-Wipkingen

18. August 2016 05:36; Akt: 18.08.2016 05:36 Print

Stillgelegtes Reservoir zu mieten – auf eigene Gefahr

In Zürich-Wipkingen ist ein stillgelegtes Wasserreservoir zur Zwischennutzung ausgeschrieben. Partys sind dort aber tabu: In den dunklen Räumen lauern zu viele Gefahren.

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Das Haus an der Rosengartenstrasse ist von aussen unscheinbar. Steigt man jedoch eine schmale Treppe in das Untergeschoss hinunter, gelangt man in riesige Betonräume, die sechs Meter hoch sind. Hier ist es stockdunkel – Strom oder sonstige Infrastruktur gibt es nicht. Bis 1984 dienten die Räume als Wasserreservoir. Seither ist die Anlage stillgelegt.

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Doch nun soll es hier für eine kurze Zeit wieder Leben geben. Die Firma Projekt Interim hat die 2300 Quadratmeter grosse Fläche letzte Woche zur Zwischennutzung bis Anfang November ausgeschrieben. Bisher seien rund 80 Bewerbungen eingegangen, sagt Firmenmitgründer Lukas Amacher: «Wir können allerdings längst nicht alle berücksichtigen, denn nur wenige Personen aufs Mal dürfen das stillgelegte Reservoir betreten.» Zudem müsse für die Nutzung ein Sicherheitskonzept nachgewiesen werden.

Beton kann sich von der Decke lösen

Wer also eine Party oder einen grösseren Event organisieren will, erhält gleich eine Absage: «Dafür gibt es schlicht keine Fluchtwege.» Vorstellbar seien hingegen kleinere kulturelle und kommerzielle Projekte, die auf Tages- oder Wochenbasis umgesetzt würden, sagt Amacher: «Etwa sehr kleine Ausstellungen, Film- oder Fotoaufnahmen.» Wie viel die Zwischennutzung kostet, sei je nach Projekt und Aufwand verschieden.

Das Gelände, auf dem das Reservoir steht ist, hat die Stadt vor einem Monat der Stiftung studentisches Wohnen (SSWZ) übergeben. Diese will auf dem Areal Rosengarten ein Studentenhaus mit 130 Zimmern bauen. Läuft alles nach Plan wird das 87 Jahre alte Reservoir ab Ende Jahr rückgebaut.

SSWZ-Geschäftsführerin Rebecca Taraborrelli sagt: «Bevor die Arbeiten beginnen, wollten wir eine angemessene Nutzung ermöglichen.» Dies allerdings erst nach sorgfältiger Prüfung und auf eigene Gefahr, denn der Bau sei ungesichert: «Es kann auch passieren, dass sich ein Stück Beton von der Decke löst.»

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lisa am 18.08.2016 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Also eine Party darf man da nicht veranstalten, weil es keine Fluchtwege gibt, aber eine Ausstellung geht dann? Hat es dann plötzlich Fluchtwege oder wie geht das?

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  • sam keller am 18.08.2016 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso erst jetzt?

    wie kann es sein, dass dieses Reservoir über 30 Jahre ungenutzt da steht?! da hätte man doch längst etwas anderes draus machen können! warum dauert sowas bei uns immer so lange?

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  • steff am 18.08.2016 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso kriegen es die Studenten

    Wieso kriegen das wieder die Studenten ? Die Lehrlinge sind wiedereinmal die betrogenen. Verdienen weniger und zahlen mit diesen Sachen den Topverdienern noch das extra.. in der Studienzeit

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R. S. am 18.08.2016 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Champignon Zucht

    Wie wäre es mit einer Champignon Zucht, ah nein geht ja nicht die Zeit ist zu knapp bis zur Ernte. Warum um alles in der Welt hat man das nicht früher genutzt?

  • Stadex am 18.08.2016 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Platz

    Warum baut man nicht mehrere Ein/Ausgänge damit es anderwertig benutzt werden darf?

  • Gustav Gans am 18.08.2016 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Fledermäuse

    Warum nicht für Fledermäuse offen halten. Am Eingang nur ein paar Schlupflöcher offen halten. im Innern Drähte spannen und ein paar Äste und gut ist!!!

  • Lukas am 18.08.2016 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Grundfrage ist

    Will man daraus etwas was kulturelles wie eine Party location machen (mit Wille geht's... Für den Schrott Kran hat die Stadt ZH Millionen locker gemacht) oder will die Politik das Gelände an eine Baufirma verkaufen (und Bestechungsgelder kassieren?)

  • f.meier am 18.08.2016 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzungsdauer und Umland

    Als Nutzung wird im Inserat explizit "Kleine kulturelle Projekte" erwähnt. Ein grosses Projekt wäre vielleicht machbar, mit dem Erstellen neuer Fluchtwege, aber dies wäre teuer und zeitintensiv. Aber der grösste Witz an der Sache ist, dass diese Zwischennutzung bis 1. Nov. begrenzt ist und man erst "erst nach sorgfältiger Prüfung" einem Zwischennutzer zusagt - also gibt es für ca. 1 Monat eine Zwischennutzung... Interessant ist, dass das umliegende Areal auch dazu gehört. Hier liesse sich zusammen mit dem Reservoir sicher etwas verwirklichen, das einen grösseren Anlass fassen könnte.