Horgen ZH

01. März 2011 08:02; Akt: 28.02.2011 23:50 Print

Street-Parade-Schläger bestraft

von Attila Szenogrady - Ein Maurer aus Oberrieden hat sich nach der Street-Parade mit einem Ehepaar aus Horgen eine wilde Schlägerei geliefert. Nun wurden die drei Personen zu bedingten Geldstrafen bis zu 120 Tagessätzen verurteilt. Ein vierter Beteiligter kam mit einem Freispruch davon.

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Im Strafprozess vom letzten Dezember mussten sich gleich vier Personen aus dem Bezirk Horgen wegen Raufhandels vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Auf der einen Seite befand sich ein heute 31-jähriger Maurer aus Oberrieden. Ihm gegenüber standen ein Ehepaar und ein
Fernsehverkäufer aus Horgen. Der Handwerker hatte sich mit den drei Mitbeschuldigten kurz nach der Street-Parade 2008 eine wilde Prügelei geliefert.

Faustschläge, Ohrfeige und eingeschlagene Zähne

Tatort war der Limmatsteg bei der Rudolf Brun-Brücke. Dort geriet der Bauarbeiter aus Oberrieden nach einer Rempelei an den 35-jährigen italienischen Ehemann aus Horgen. Beide Männer schlugen aufeinander mit ihren Fäusten ein. Wobei der Südeuropäer gleich drei eingeschlagene Zähne verlor. Seine Frau zeigte dem Maurer danach nicht nur ihren Stinkefinger, sondern verpasste ihm auch eine schallende Ohrfeige. Zuvor war die dreifache Mutter von ihrem Gegner als Schlampe, die es für 50 Franken ohne Gummi machen würde, beschimpft worden. Dann griff laut Anklage auch der heute 30-jährige Fernsehverkäufer ein und schlug auf seinen Kontrahenten ein.

Schliesslich tauchte eine Polizeipatrouille auf und setzte der Schlägerei ein abruptes Ende. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl leitete in der Folge gegen alle Beteiligten ein Strafverfahren ein.

Drei Personen verurteilt

Nun hat das Gericht sein Urteil eröffnet. Drei der vier Angeklagten wurden für schuldig befunden. Der Maurer aus Oberrieden erhielt wegen Körperverletzung, Raufhandels sowie Drogenkonsums die höchste Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 90 Franken auf Bewährung sowie 500 Franken Busse. Der Ehemann aus Horgen kassierte wegen Raufhandels eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 110 Franken. Seine Frau wurde ebenfalls wegen Raufhandels zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 50 Franken verurteilt. Mehr Glück hatte der vierte Angeklagte. Er kam mangels Beweisen mit einem Freispruch davon und erhielt eine Entschädigung von 500 Franken.

Schadenersatz und Schmerzensgeld

In finanzieller Hinsicht kam der Maurer aus Oberrieden am meisten an die Kasse. Er muss dem Italiener für die beschädigten Zähne einen Schadenersatz von über 1 500 Franken sowie ein Schmerzensgeld von 3000 Franken entrichten. Zudem muss er die Hälfte der Gerichtskosten von rund 4 700 Franken tragen.