Zürich

11. Juli 2014 06:23; Akt: 11.07.2014 06:23 Print

Street Parade hofft auf Zustupf der Stadt

Die Street Parade muss die Abfallentsorgung und Reinigung seit jeher selbst bezahlen – im Gegensatz etwa zum Züri-Fäscht. Neue Richtlinien der Stadt könnten dies nun ändern.

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«Wenn das Wetter schön ist, kommen wir knapp durch – bei schlechter Witterung rutschen wir leider in die roten Zahlen», sagt Stefan Epli, Sprecher des Vereins Street Parade. Deshalb kritisieren die Veranstalter seit Jahren die hohen Gebühren etwa für die Abfallentsorgung und Strassenreinigung. Dem Züri-Fäscht oder dem Sechseläuten wurden diese Kosten bis jetzt stets erlassen, was nicht nur der Verein Street Parade, sondern auch Politiker aus allen Parteien als Willkür bezeichnen.

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Tatsächlich gab es bis jetzt auch kein klares Regelwerk dafür, wie Robert Soos, Sprecher des Polizeidepartements zu einer Mitteilung des Stadtrats sagt. «Man hat sich an der gängigen Praxis orientiert.» Deshalb sollen ab 2015 die neuen Veranstaltungsrichtlinien samt Gebührenordnung in Kraft treten.

Klare Regeln, statt Gebühren-Wildwuchs

In dieser steht festgeschrieben, dass die Stadt einen finanziellen Beitrag leisten kann, wenn die Veranstaltung einen hohen kulturellen oder sportlichen Wert hat oder einen wesentlichen Beitrag zum Standort-Marketing leistet. Im Einzelfall werden gar auf die Erhebung von Gebühren und Kosten im Wert von bis zu 100'000 Franken verzichtet, wenn ein besonderes öffentliches Interesse vorliegt. Dafür müssen die Veranstalter aber ihre Finanzen offenlegen.

Ob die Street Parade diese Anforderungen erfüllt, muss Soos vom Polizeidepartement derzeit offen lassen. Stefan Epli ist aber frohen Mutes, dass er dank den neuen Regeln schlagkräftige Argumente hat: «Schliesslich sind wir mit 900'000 Besuchern das grösste Event dieser Stadt mit internationalen Ausstrahlung.» Der Street-Parade-Verein verhandelt derzeit mit Polizeivorsteher Richard Wolff (AL). «Grossartig wäre, wenn wir schon dieses Jahr einen Gebührenerlass oder Zustupf bekämen», sagt Epli.


(som)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Echo vom Bärgli am 11.07.2014 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung ist umgekehrt

    Kehrt es doch um, und es zahlen alle Festorganisatoren für ihren Müll, anstelle vom Verursacherprinzip auf den Staat zu überwälzen.

  • grüner Daumen am 11.07.2014 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    meine Meinung

    wer ein Fest organisiert soll auch für die Stadtreinigung aufkommen. Punkt. Gilt nicht nur für die Street Parade. Es kann doch nicht sein, dass sich die einen eine goldene Nase verdienen und die andern, die Steuerzahler, die Unkosten tragen.

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  • akademikerin46 am 11.07.2014 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    alle kosten überwälzen

    die beseitigung von abfallbergen ist nur ein punkt, für den öffentliche gelder beansprucht werden. vergessen werden die massiven kosten für polizei- und rettungseinsätze, für hospitalisationen, etc., die auch ebenfalls beim staat auflaufen. eine vollkostenrechnung zu lasten der veranstalter ist eine notwendigkeit; ansonsten werden gewinne auf kosten der allgemeinheit generiert. die gleichbehandlung kann sichergestellt werden, wenn alle veranstaltungen für ihre kosten aufkommen müssen, dann wird keiner bevorzugt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz am 12.07.2014 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Schluss mit Steuergeld-Verschwendung

    Die Rot-Grüne-Regierung muss endlich abgwählt werden - auch SP-Frau-Galadé ist nicht wählbar.

  • Empörter Steuerzahler am 12.07.2014 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Selber bezahlen

    Es ist nur gerecht, wenn der Verursacher für den Schaden selber aufkommt. So etwas unnötiges wie dieser organisierte Krach namens Streetparade soll auc für die Sauerei bezahlen. Sie könne ja Eintritt erheben und mit diesem Geld die Kosten für die Aufräumarbeiten bezahlen. Bei 100'000 Besuchern und CHF 20.00 Eintritt gibt das 2 Millionen CHF für die Unkosten. Damit kann die Stadt blizblank geputz werden. Das Gleiche sollen auch die anderen Veranstalter von Gross- und Kleinanlässen machen müssen. Es ist nicht gerecht, wenn der Steuerzahler die Kosten für diesen Unsinn bezahlen muss.

  • Nonfreak am 12.07.2014 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verein streetparade

    Es zählt das Risiko des Unternehmens. Ob Wetter hin oder her. Ich bin Zürcher und bin immer weit wenn die streetparade durchgeführt wird. Mit standortmarketing hat das nichts zu tun....in Davos ist nach dem WEF nichts los, Betriebe schliessen oder gehen Konkurs......die streetparade hat mit Zürich gar nichts zu tun?..es sind einfach eine Million Freaks die die Sau rauslassen.....

  • Züri-Leu am 11.07.2014 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    NEIN ZU STEUER-GELD-VERSCHWENDUNG

    Die Finanz- und Wirtschafts-Krise lassen grüssen.

  • D.m. am 11.07.2014 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Streetparade ist kult und gehört zu zürich. Es gehört unterstützt. Jeder fussballmatch wird ja auch vom steuerzahler subvensioniert.

    • Peter K am 11.07.2014 19:04 Report Diesen Beitrag melden

      Friedlicher Anlass

      Und vor allem Streetparade ist ein friedlicher Anlass nicht wie fussballmatch wo es immer zu Ausschreitungen kommt

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