Zürich

17. November 2016 05:43; Akt: 17.11.2016 05:43 Print

Studenten-Lernplätze für drei Franken pro Stunde

Um gegen die Lernplatzknappheit während der Prüfungszeit anzukämpfen, bietet das Hush neu eine private Lernoase mitten in Zürich an. Dafür müssen die Studierenden aber zahlen.

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In Zürich gibt es über 50'000 Studierende an den verschiedenen Hochschulen. Diese müssen alle etwa zur gleichen Jahreszeit Prüfungen schreiben – in wenigen Wochen geht es wieder los. Das führt wie üblich zu einem grossen Run auf die Lernplätze an den Hochschulen und Bibliotheken. Teils stehen die Studierenden dafür schon frühmorgens Schlange.

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Das muss nicht sein, finden Yves Küng und Sinan Harmanci und bieten mit Hush neu ein Lerncafé in der Nähe des Centrals an. Auf ihrer Website kann nachgeschaut werden, welche Plätze noch frei sind. Diese können dann direkt reserviert werden. Jeder Workspace kostet drei Franken pro Stunde – im Gegensatz zu den Gratis-Lernplätzen etwa in den Bibliotheken.

Jeder Platz mit Pflanze

«Dafür bieten wir auch einiges mehr», sagen die beiden Gründer von Hush. Das bedeutet: Jeder der 19 Arbeitsplätze ist gross genug, damit man sich ausbreiten kann, hat eine eigene Lampe und Steckdosen, genug Beinfreiheit und ist in Reichweite von Snacks und Kaffeemaschine. Zudem hängt an jedem Arbeitsplatz eine Pflanze, laut Website, um für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen. Daneben stehen auch vier Loungeplätze mit Sesseln und ein Entspannungsraum zur Verfügung.

Küng und Harmanci kamen in ihrer eigenen Studienzeit auf die Idee mit dem Lerncafé: «Wir haben zusammen studiert und in der Zeit viele verschiedene Lernplätze abgeklappert. Dabei haben wir irgendwann gemerkt, dass es keinen Lernplatz gibt, der das anbietet, was wir gerne hätten.»

Hush ist laut den beiden aber nicht nur für Studenten gedacht, sondern auch für Geschäftsleute und Start-ups. «Damit wollen wir die Belegung der Arbeitsplätze auch ausserhalb der Studenten-Prüfungszeiten sichern», sagt Harmanci.

Im Büro Züri lernt man gratis

Mit seinem Angebot steht Hush nicht allein da: So betreibt etwa die Zürcher Kantonalbank an ihrem Hauptsitz an der Bahnhofstrasse seit einem Jahr erfolgreich das Büro Züri. Die 21 Gratis-Arbeitsplätze können ebenfalls im voraus reserviert werden und sind fast zu 100 Prozent ausgebucht. Die ZKB prüft deshalb weitere Standorte.

Trotz solchen Working-Spaces ist ein Grossteil der Studierenden aber nach wie vor auf Lernplätze innerhalb der Universitäten und Bibliotheken angewiesen. Allein in der ZB befinden sich 890 davon. Und auch die Universität Zürich bietet über 1400 Arbeitsplätze rund um das Hauptgebäude an. UZH-Sprecher Beat Müller ist sich aber der Knappheit bewusst: «Mit den geplanten Erweiterungsbauten auf dem Campus Irchel und im Hochschulgebiet Zentrum will die UZH in einigen Jahren die Anzahl der Arbeitsplätze für Studierende weiter ausbauen.»

Die ETH sieht das Problem weniger im Angebot, sondern eher in der Kommunikation: «Grundsätzlich ist das Platzangebot genügend. Allerdings ist es für die Studierenden nicht immer ganz einfach, zu wissen, wo noch freie und für sie geeignete Plätze zu finden sind», sagt ETH-Sprecherin Vanessa Bleich.

(hb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Toby am 17.11.2016 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das verstehe ich nicht...

    Ich bin 30 Jahre alt und habe auch studiert. Mir würde es nie im Leben in den Sinn kommen Geld zu bezahlen für einen Lernplatz. Ich war in einer WG und habe mein Zimmer ordentlich hergerichtet zum lernen. Das Zimmer ist ja in der Miete inbegriffen. Dazu kommt noch ein Kühlschrank, Balkon, Kaffeemaschine, und ein Bett für einen Turboschläfchen in der nähe.

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  • Jane38 am 17.11.2016 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    home work

    hm..früher lernte man auch zu hause warum heute nicht mehr? man ging in die bibliothek um sachen auszuleihen,heute gibt es googel

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  • Doni am 17.11.2016 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werde ich wohl nie verstehen

    Zu hause ist es doch viel angenehmer, den still ist es in einer grossen Bibliothek bestimmt nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • macOSKing am 18.11.2016 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Zuhause

    Man könnte ja auf die Idee kommen, zuhause zu lernen, aber nein, wenn man sich natürlich in einem Studentenheim durchschmarotzt, geht das schlecht. Ich lerne nur in Bibliotheken, wenn ich dazu Bücher brauche, die ich nicht kaufen will / kann, also eigentlich nur bei Arbeiten.

  • Isa am 18.11.2016 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann das nachvollziehen

    Also ich kann das sehr gut nachvollziehen, zwar war ich nie in der Uni, doch habe ich für Lehre und Weiterbildung auch lernen müssen. Und ich muss sagen, dass ich zu Hause am schlechtesten lernen konnte. War immer von allem abgelenkt und dann auch noch das Arbeiten im Schlafzimmer, ich finde das gibt ein ungemütliches Gefühl. Meistens habe ich mich in Cafés gesetzt, Natel ausgeschaltet und gelernt. Nebenher die Leute beobachtet und mich dem Treiben gefreut. So ist halt jeder anders ;)

  • Patrick am 17.11.2016 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Alternative

    Gute Idee und Kompliment an das Start-up. Ich werde das Angebot gerne in Anspruch nehmen.

  • Esther Peter am 17.11.2016 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis Arbeitsplätze in UZH-Bibliotheken

    Möchten Sie wissen, welche Bibliothek heute geöffnet ist? Oder wo man auch am Sonntag lernen kann? Suchen Sie die Adresse, Telefonnummer oder den Lageplan einer bestimmten Bibliothek der Universität Zürich? Antworten auf diese Fragen - und noch mehr - finden Sie im Bibliotheksnavigator der Hauptbibliothek der Universität Zürich:

    • Alice Ramm am 18.11.2016 11:16 Report Diesen Beitrag melden

      160 Arbeitsplätze in Oerlikon

      Ganz gratis, sowie eine Leselounge zum Entspannen und liegen, Anbindung zum Kaffeeautomat und Mensa in Fussdistanz. Verfügbar (i.d.R. ohne Warteschlage Mo-Fr) Nähere Infos finden Sie: Alternativen (inkl. Sonntagsöffnungen) finden Sie hier:

    • Alice Ramm am 18.11.2016 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Leider wurden die Links gelöscht

      Es ist die Bibliothek vom Psychologischen Institut in der Binzmühlestrasse 14. Die Alternativen finden Sie in den oben genannten Bibliotheksnavigator, in dem die Bibliotheken der UZH verzeichnet sind. Diese bieten ca. 3'000 Arbeitsplätze an, z.T. an Samstagen und Sonntagen.

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  • Ehem. Uni Student am 17.11.2016 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    ZHAW Winti

    Sorry, aber dieses Mass an Luxus gibt es in der ZHAW Bibliothek in Winterthur schon lange. Und zwar gratis.