ASVZ-Tauchreise

01. Februar 2019 16:21; Akt: 10.03.2019 18:48 Print

ETH-Doktorand nervt sich über CO2-Abgabe-Zwang

von Maja Sommerhalder - Beim Akademischen Sportverband Zürich (ASVZ) müssen Mitglieder neu bei Tauchreisen eine Abgabe zahlen, die den Flug kompensieren soll. Dafür haben nicht alle Verständnis.

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Der Akademischen Sportverband Zürich (ASVZ) bietet regelmässig Tauchreisen zu günstigen Preisen an. Auch der ETH-Doktorand C. D.* nahm das Angebot schon im In- und Ausland wahr. Im Juli findet eine einwöchige Reise auf Malta statt, die für Studenten 640 Franken und für Hochschulmitarbeiter 840 Franken kostet. Im Preis ist eine obligatorische CO2-Abgabe von 16 Franken inbegriffen, die der Stiftung Myclimate überwiesen wird.

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«Auch wenn das kein grosser Betrag ist, ärgert mich dieser Zwang», sagt D. Für ihn sind CO2-Abgaben ein moderner Ablasshandel: «Wem der Umweltschutz wirklich am Herzen liegt, geht in der Schweiz tauchen, alles andere ist Heuchelei.» Selbst der Nationalrat habe sich gegen eine CO2-Abgabe auf Flüge ausgesprochen, was den Organisatoren aber offenbar egal sei.

Früher war Abgabe freiwillig

Der Physiker hat kein schlechtes Gewissen beim Fliegen: «Der Luftverkehr macht momentan nur einen kleinen Bruchteil des globalen CO2-Ausstosses aus.» Nach Malta geht er jetzt nicht tauchen – aus beruflichen Gründen. Demnächst will er aber wieder an einer ASVZ-Tauchreise in Fernost teilnehmen: «Hoffentlich darf dann wieder jeder für sich entscheiden, ob er so eine Abgabe zahlen möchte oder nicht.»

Laut ASVZ-Sprecherin Silvana Ulber testet man derzeit bei zwei Tauchreisen die obligatorische CO2-Abgabe: «In der Vergangenheit war diese freiwillig gewesen. Nur hat die Kompensation – trotz Verständnis dafür – niemand gezahlt, unter anderem weil man sich dafür extra bei Myclimate anmelden musste.»

«Fliegen belastet die Umwelt überdurchschnittlich»

Denn Fliegen belaste die Umwelt im Vergleich zu anderen Transportmitteln überdurchschnittlich, sagt Ulber. Verzichten will man deswegen auf gewisse Tauchreisen dennoch nicht: «Mit der CO2-Kompensation möchten wir für die Problematik ein Bewusstsein schaffen und einen Beitrag für ein besseres Klima leisten.» Denn das Geld investiere Myclimate in Klimaschutz-Projekte.

Es sei aber jedem selbst überlassen, ob er auf die Tauchreise mitgehe: «Es gibt ja auch noch viele andere Anbieter. Allerdings sind wir vergleichsweise günstig – trotz der CO2-Kompensation.»

*Name bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra am 02.02.2019 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Klima-Erpresser!

    Finde es bemerkenswert, dass mal ein ETH-Doktorant und Physiker sich dagegen wehrt.

  • Mercina am 01.02.2019 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theoretiker vs. Realisten

    Aber wenn Kleider zB. per Flugzeug/Schiff geliefert werden aus Indien, weil man ja in der Schweiz sich vorwiegend nur noch gerne mit der sog. Theorie beschäftigt, dann ist das völlig in Ordnung. Aber wehe der Schweizer steigt in ein Flugzeug ein um Ferien zu machen oder eben eine Tauchreise, dann geht das Gebrüll los wegen dem CO2 Ausstoss! 1 Monat lang einen 100% Import Verbot von Allem was eben Import wird, das würde dem Einten oder Anderen Theoretiker die Augen doch noch öffnen was das wahre Problem ist! Ohne Kakaobohnen kein feiner Schweizer Schoggi zum Beispiel! Und so weiter und sofort!

  • Taucher am 01.02.2019 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Tja...

    Ich war selbst schon in ASVZ-Tauchreisen dabei. Im Vergleich zu in einem Reisebüro organisierten Tauchreisen sind diese meist sehr günstig! Wer sich ob dieser wenigen Franken Kompensationskosten ärgert darf sich seine nächste Tauchreise gerne in einem Reisebüro buchen - und einige hundert Franken fürs gleiche Angebot mehr bezahlen. Es gibt genügend Studenten und Alumnis, die gerne einen Platz auf diesen Reisen hätten!

Die neusten Leser-Kommentare

  • tom am 02.02.2019 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer zahlt

    und wir steuerzahler zahlen wohl den grossen rest dieser reise, oder wer sonst bezahlt die differenz zu den effektiven kosten der studenten und mitarbeiter?

  • Sandra am 02.02.2019 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Klima-Erpresser!

    Finde es bemerkenswert, dass mal ein ETH-Doktorant und Physiker sich dagegen wehrt.

  • Danny am 02.02.2019 03:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geteilter Meinung

    Ich fahre das ganze Jahr über mit dem Fahrrad. Sei es der Weg zur Arbeit, Einkäufe, Fitness oder einfach zum Spass. Wenn ich dann einmal im Jahr in Urlaub fliege, sollte doch ich den Klimabeitrag dafür bekommen und nicht noch einen extra bezahlen.

  • Stufi81 am 01.02.2019 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jammern?

    Eine Woche Urlaub für etwas über 600 Franken und er jammert rum? Schämen reicht da nicht aus!

  • Mercina am 01.02.2019 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theoretiker vs. Realisten

    Aber wenn Kleider zB. per Flugzeug/Schiff geliefert werden aus Indien, weil man ja in der Schweiz sich vorwiegend nur noch gerne mit der sog. Theorie beschäftigt, dann ist das völlig in Ordnung. Aber wehe der Schweizer steigt in ein Flugzeug ein um Ferien zu machen oder eben eine Tauchreise, dann geht das Gebrüll los wegen dem CO2 Ausstoss! 1 Monat lang einen 100% Import Verbot von Allem was eben Import wird, das würde dem Einten oder Anderen Theoretiker die Augen doch noch öffnen was das wahre Problem ist! Ohne Kakaobohnen kein feiner Schweizer Schoggi zum Beispiel! Und so weiter und sofort!