Toni-Areal, Zürich

28. Oktober 2014 06:03; Akt: 28.10.2014 06:03 Print

Studierende bei Schulfest in Handschellen gelegt

Das Eröffnungsfest der Zürcher Hochschule der Künste endete mit einem Polizeieinsatz – mehrere Studierende kassieren Anzeigen. Sie kritisieren vor allem das Vorgehen der Schule.

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An der Zürcher Hochschule der Künste feierten am Wochenende Tausende die Eröffnung. Einige wollten aber länger tanzen und bekamen es deswegen mit der Polizei zu tun. (Bild: Johannes Dietschi / ZHdK)

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Über 10'000 Besucherinnen und Besucher feierten am Wochenende an der Creative City auf dem Toni-Areal in Zürich ein rauschendes Fest. Doch für einige endete die Eröffnung des neuen Standorts der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) unschön: Als die Party in der Nacht auf Sonntag um zwei Uhr zu Ende war, forderte die Security die Leute umgehend auf, das Gebäude zu verlassen. «Weil wir normal rund um die Uhr Zutritt haben und zudem noch nicht genug hatten, veranstalteten wir mit rund 20 Leuten vor dem Eingang ein spontanes Konzert mit Handorgel und Gitarre», sagt ein ZHdK-Student.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis die Stadtpolizei Zürich auf dem Toni-Areal aufkreuzte. «Sie haben einen der Tanzenden zur Rede gestellt», sagt der Student. Doch damit nicht genug: «Wer sich bei den Polizisten erkundigen wollte, was das Ganze soll, wurde prompt in Handschellen gelegt.» Ferner sei eine Person von der Polizei hart angegangen worden. «Wir haben sie zur Kontrolle ins Spital gebracht», sagt der Student.

Mehrere Lärmklagen von Nachbarn

«Der Skandal ist für mich weniger der Polizeieinsatz als vielmehr das Vorgehen der ZHdK», sagt der Student weiter. Diese habe von den Studierenden seit Wochen verlangt, ein kreatives Fest auszurichten. «Aber wenn dann nicht alle Leute die Party quasi per Knopfdruck beenden, ruft man gleich die Polizei.» Sie hätten keine Verstärker benutzt und seien nicht übermässig laut gewesen. «Eine Hochschule der Künste, die auf diese Weise gegen Kunst vorgeht, das ist nur noch absurd.»

Gemäss Stapo-Medienchef Marco Cortesi war die Polizei von der ZHdK und von Anwohnern gegen drei Uhr wegen Lärmklagen gerufen worden. Zudem hatte der Sicherheitsdienst der ZHdK Probleme, weil einige Festbesucher das Gebäude nicht verlassen wollten. Entsprechend sei die Polizei mit mehreren Patrouillen ausgerückt. «Handschellen waren bei einigen Leuten notwendig, weil sie sich den Anweisungen, die Party auf dem Areal zu beenden, widersetzt haben», sagt Cortesi. 5 bis 10 Personen kassieren nun Anzeigen wegen Nichtbefolgens einer polizeilichen Anordnung und Hinderung einer Amtshandlung.

«Sonst keine Zwischenfälle»

Die ZHdK bedauert laut Sprecherin Heike Pohl, dass es zu diesem Zwischenfall gekommen ist: «Es ist uns ein Anliegen zu betonen, dass das zehn Stunden dauernde Fest ansonsten ohne Probleme verlief.» Studierende und Mitarbeitende seien im Vorfeld über die aussergewöhnliche Schliessung des Areals nach Festende für Reinigungsarbeiten informiert worden – normalerweise ist der Campus während 24 Stunden zugänglich. Pohl: «Zudem stellt sich die ZHdK auf den Standpunkt, dass für Vorgänge, die sich ausserhalb des Toni-Areals im öffentlichen Raum abspielen, für alle Leute die gleichen Regeln gelten – also dass man beispielsweise die Nachtruhe respektiert.»

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • studi am 28.10.2014 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was ist Kunst

    Der Einsatz der Polizei war eine spontane Kunstdarbietung um nicht ordnungswillige zum denken anzuregen.

    einklappen einklappen
  • Meckerer am 28.10.2014 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu laut gewesen?

    Die Studenten geben an, nicht zu laut gewesen zu sein. Aber wenn ich ein Anwohner wäre und um 2 oder 3 Uhr morgens Leute mit Handorgel und Gitarre draussen musizieren, sähe ich das wohl auch anders.

    einklappen einklappen
  • Frank Herberg am 28.10.2014 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das Kunst oder kann das weg?

    Die Sonder-Feierer hätten sich ja auch einfach an den Reinigungsarbeiten beteiligen können, wenn sie noch nicht müde waren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • allan am 28.10.2014 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    hä...?

    kann mir jemand sagen, wo es beim toni areal wohnsiedlungen in der nähe vom neuen hochschul gebäude gibt? ich war zweimal dort und hab ausser industrie, einer breiten strasse und der tramlinie nichts gesehen.

  • Partypapst am 28.10.2014 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Augenmass

    Solch ein Fest um diese Zeit zu beenden war ein voraussehbarer Fehler. Zudem fehlt es unserer StaPo seit der Antilärm Kampagne von Leupi an Augenmass. Solch ein kleines Vergehen mit diesem Aufwand zu verfolgen wird sich an Anderer Stelle rächen. Wer im Zentrum wohnt muss mit gelegentlichen Störungen leben.

  • Hans Luegisland am 28.10.2014 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kranke Gesellscht

    Ich wohne auf dem Land... Neuzuzüger aus der Stadt in rauen mengen... An sich nichts dagegen nur ja kein Autolärm, keine Kirchenglocken kein Fluglärm Landwirtschaftslärm etc. etc.

  • Jammer am 28.10.2014 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    war ja ein Notfall

    ja ja, da sind Sie wieder mal super schnell unsere Polizei. gleich vor ort.

  • wildprovider am 28.10.2014 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    wohnen

    Gibt es in Züri West auch Wohnungen?