Zürich

28. März 2011 23:04; Akt: 28.03.2011 23:34 Print

Sushi-Lokale kämpfen um Kunden

von Deborah Sutter - Nach der Japan-Katastrophe fürchten Sushi-Lokale um ihre Kundschaft. Mehrere Restaurants starten jetzt Aufklärungskampagnen.

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Maya Hayashi von Yooji’s in Zürich zeigt den Info-Flyer, der über die Herkunft der Fische aufklärt. (Foto: Aebi)

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Das Meer vor dem direkt an der Küste gelegenen AKW in Fukushima ist inzwischen stark strahlenverseucht. Dass einem dabei der Appetit auf die japanische Spezialität Sushi vergeht, ist verständlich: «Kurzfristig könnte der Konsum erfahrungsgemäss zurückgehen», sagt Alain Egli, Sprecher des Gottlieb-Duttweiler-Instituts.

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Essen Sie nach der Japan- Katastrophe noch Sushi?
31 %
8 %
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Insgesamt 7568 Teilnehmer

Soweit wollen es die Schweizer Sushi-Ketten gar nicht kommen lassen. Damit ihnen die verängstigten Kunden nicht abspringen, haben sie erste Massnahmen getroffen. «Von Anfang an haben wir in all unseren Restaurants Info-Flyer aufgelegt, mit dem Hinweis, dass unser Fisch nicht aus Japan stammt», so Sarah Strub, Sprecherin des Lokals Yooji’s. Beim Restaurant Picnic an der Zürcher Bahnhofstrasse liegen Informationsblätter auf, in denen mit Hinweis auf die Japan-Katastrophe die Herkunft der Fische deklariert wird. Auch Dino Baccheta, Geschäftsführer der Shinsen AG, setzt auf Transparenz: «Unser Personal in den Geschäften ist gut instruiert und gibt Auskunft über die Herkunft der Fische.»

Gastro-Experte Herbert Huber lobt dieses Verhalten: «Es ist das A und O, die Produkte klar zu deklarieren.» Denn die Konsumenten seien schon deswegen verunsichert, weil Sushi japanisch klinge. Dies obwohl der Fisch hauptsächlich aus den Malediven oder Sri Lanka stamme, so Daniel Christen, CEO von Leefish, einem der grössten Fisch-Importeure Europas.

Ein Ende des Sushi-Trends wäre jedoch nicht für alle Beteiligten von Nachteil: «Das würde gerade bedrohten Fischarten nur guttun», sagt Fairfish-Fachstellenleiter Billo Heinzpeter Studer.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Britta am 29.03.2011 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nori?

    ..dass der Fisch nicht aus Japan kommt ist logisch, aber was die Algen betrifft - wo anders als direkt aus Japan kommen echte Sushi-Nori her?

    einklappen einklappen
  • Hans Meier am 02.05.2011 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    1.5 Meter

    Stellt euch mal einen normal grossen Teller mit Sushi darauf vor. Wie gross müsste der Teller wohl sein damit der ganze Beifang darauf platz hätte?? Antwort: Der Tellerdurchmässer wäre über 1.50 Meter! Bei Sushi fällt im Verhältnis zur Menge am meisten Beifang der ganzen Fischerei an!

  • Pesco am 29.03.2011 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Und in Japan?

    Zynisch, aber sicher wirksam: ich hoffe, dass die Japaner genau soviel Angst vor verseuchtem Fisch haben. Das würde bedeuten, dass einige tausend Wale und andere Arten überleben würden, weil die Nachfrage im eigenen Land sinkt. Dies kann der Natur helfen sich etwas zu regenerieren. Fragt sich nur was die Verseuchung der Gewässer für Einflüsse hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Meier am 02.05.2011 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    1.5 Meter

    Stellt euch mal einen normal grossen Teller mit Sushi darauf vor. Wie gross müsste der Teller wohl sein damit der ganze Beifang darauf platz hätte?? Antwort: Der Tellerdurchmässer wäre über 1.50 Meter! Bei Sushi fällt im Verhältnis zur Menge am meisten Beifang der ganzen Fischerei an!

  • Britta am 29.03.2011 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nori?

    ..dass der Fisch nicht aus Japan kommt ist logisch, aber was die Algen betrifft - wo anders als direkt aus Japan kommen echte Sushi-Nori her?

    • Giorgio Bodoni am 30.03.2011 17:39 Report Diesen Beitrag melden

      Für mich ändert nichts

      Für mich ändert nichts, da ich aus Prinzip Sushi-Bars auch wenn sie andere Sachen wie Thunfisch etc.. anbieten, zur Liebe der Umwelt ablehne.

    • Hunnelor am 05.04.2011 17:58 Report Diesen Beitrag melden

      Nori!

      Sushi-Nori werden normalerweisse getroknet verkauft. Ich bin mir ziemlich sicher das die "Sushi-Restaurant-Zulieferer" noch einiges an Pre-Atomkatastrophen Nori an Lager haben.

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  • Fredu am 29.03.2011 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Informiert euch mal

    Wie lange Radioaktives Material in den Weltmeeren versenkt worden ist :) da hat selbst die schweiz fleisig mit gemacht

    • atömli am 29.03.2011 21:54 Report Diesen Beitrag melden

      auch das ist gefährlich!

      joo, und man weis nicht wieviele menschen dadurch an krebs gestorben sind! auch über- und unterirdische atombombentests haben sicher zu tod durch krebs geführt!

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  • Pesco am 29.03.2011 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Und in Japan?

    Zynisch, aber sicher wirksam: ich hoffe, dass die Japaner genau soviel Angst vor verseuchtem Fisch haben. Das würde bedeuten, dass einige tausend Wale und andere Arten überleben würden, weil die Nachfrage im eigenen Land sinkt. Dies kann der Natur helfen sich etwas zu regenerieren. Fragt sich nur was die Verseuchung der Gewässer für Einflüsse hat.

  • madd am 29.03.2011 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Fisch essen

    Fisch essen ist ökologisch sowieso nicht mehr tragbar, also gar nicht so schlecht wenn die Nachfrage sinkt.