Spielcasino in Zürich

24. Februar 2011 16:21; Akt: 24.02.2011 16:22 Print

Swiss Casinos setzt auf «Heimatschutz»

Im Poker um die Konzession für das grösste Schweizer Casino in Zürich will die Swiss Casinos Gruppe mit dem Argument «Heimatschutz» trumpfen.

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So soll das neue Casino in Zürich aussehen. (Quelle: Swiss Casinos Gruppe) (Bild: Keystone)

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«Die Konzession für Zürich sollte an einen Zürcher Betreiber gehen», sagte Erwin Cresta, Projektleiter Swiss Casinos Zürich, am Donnerstag vor den Medien in Zürich. Das Unternehmen ist einer Holding, der Swiss Casinos AG, angegliedert.

Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident der Gruppe ist der am Zürichsee aufgewachsene Hans-Ueli Rihs, der mit seinem Bruder Andy eine Aktienmehrheit am Hörgerätehersteller Sonova (Phonak) hält.

285 neue Arbeitsplätze

Mit Swiss Casinos Zürich wollen die Investoren im Geschäftshaus «Ober» in der Innenstadt auf 4000 Quadratmetern Spielfläche gegen 400 Maschinen und 26 Tische aufstellen. Bis in vier Jahren investieren die Betreiber 80 Millionen Franken und schaffen 285 Arbeitsplätze. Die Spielbank soll 140 Millionen Umsatz erwirtschaften, 124 davon an Bruttospielertrag.

Das Zürcher Casino wird damit das grösste der Schweiz. Die bisherige Nummer eins Baden wird deutlich überflügelt. Sie hat im letzten Jahr einen Bruttospielertrag von 105 Millionen Franken erzielt.

Rücktritt vom Vertrag möglich

In Zürich sollen täglich etwa 1650 Personen ihr Glück versuchen, aber nicht nur spielen. «Das allein bringt langfristig keinen Erfolg. Es muss auch Unterhaltung geben», sagte Projektleiter Erwin Cresta. Deshalb sollen auf zusätzlichen 6500 Quadratmetern Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten entstehen. Platz findet im Gebäude auch eine Bühne, auf der Veranstaltungen stattfinden.

Erhielte Swiss Casinos Zürich den Zuschlag für das Projekt, würden die Bauarbeiten im Herbst 2011 beginnen. Die Eröffnung wäre für Oktober 2012 vorgesehen. «Wir sind in der Poleposition. Die Champagnerkorken knallen aber erst, wenn wir die Ziellinie überschritten haben», sagte Geldgeber Hans-Ueli Rihs.

Baden leidet am stärksten

Das neue Casino in Zürich wirkt sich stark auf die Spielbanken in der Region aus. In Baden müsste das Grandcasino beim Bruttospielertrag eine Einbusse von bis zu vierzig Prozent hinnehmen, schätze Erwin Cresta. In Pfäffikon SZ, wo auch Swiss Casinos beteiligt ist, könnte das Minus zwanzig Prozent betragen.

Insgesamt sind bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission fünf Bewerbungen für die Zürcher Grand-Casino-Konzession eingegangen. Der Bundesrat sollte noch vor den Sommerferien entscheiden, wer den Zuschlag und damit eine bis 2023 laufende Konzession erhält. Eine Rekursmöglichkeit besteht nicht.

(sda)