Drama beim Toys'r'us

21. August 2013 14:34; Akt: 21.08.2013 15:30 Print

Täter durfte sich Ehefrau nicht nähern

Der Mann (28), der am Dienstag in Dietlikon ZH auf seine Ehefrau (24) schoss, sass wegen häuslicher Gewalt in U-Haft. Ein Kontakt- und Rayonverbot hätte danach verhindern sollen, dass er seiner Frau etwas antun würde.

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Der mutmassliche Täter, der am Dienstag in Dietlikon auf seine Frau schoss und sich dann selbst richtete, hätte sich seiner Frau nicht nähern dürfen. Wegen häuslicher Gewalt hatte die Staatsanwaltschaft ein Kontakt- und Rayonverbot gegen ihn verhängt, wie der Zürcher Staatsanwalt Roland Geisseler gegenüber «Radio 24» sagt. Wegen des Falls sei sogar Untersuchungshaft gegen den Mann verhängt worden.

Die Frau ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft unterdessen ausser Lebensgefahr. Ihr Ehemann hatte sie mit Schüssen schwer verletzt. Zeugen fanden die Schweizerin (24) gestern Nachmittag blutend in der Tiefgarage des Toys'r'us im Dietlikon. «Sie war kreidebleich, vor der Rolltreppe war Blut», erzählt ein Mann, der bei Mediamarkt einen Einkauf tätigen wollte.

Nach der Bluttat richtete der Täter die Waffe gegen sich selbst. Eine Augenzeugin sah ihn in einer Blutlache liegen. «Er hat schwer geröchelt. Als ein Polizist kam, rannte ich mit meinem Kind davon», so eine Augenzeugin.

«Neben ihm lag eine Pistole»

Das dreijährige Töchterchen der beiden musste alles mitansehen, blieb aber unverletzt. Eine Augenzeugin berichtet, wie das Mädchen neben einer Verkäuferin in der Nähe des Tatorts gestanden sei. «Du kannst jetzt nicht zu deinem Mami gehen», soll sie dem Kind gesagt haben, wie die Frau berichtet. Mittlerweile konnte das Kind in die Obhut von Verwandten gegeben werden.

Eine weitere Zeugin erzählt ebenfalls von grausigen Szenen in der Tiefgarage: «Ich wollte dem Mann helfen. Da sah ich, dass er eine Schusswunde am Kopf hatte und neben ihm eine Pistole lag. Ich dachte, er sei tot.» Zu diesem Zeitpunkt lebte der 28-Jährige jedoch noch. Er verstarb kurze Zeit später an den schweren Schussverletzungen im Spital, wohin er mit der Rega geflogen worden war.

Mann war der Polizei bekannt

Die genauen Hintergründe zum Tathergang sind derzeit noch unklar. «Der Mann war polizeilich bekannt wegen häuslicher Gewalt», sagt Stefan Oberlin, Sprecher der Zürcher Kantonspolizei, gegenüber 20 Minuten.

Einem Medienbericht zufolge plante die Frau, sich von ihrem Ehemann zu trennen. «Sie wollte die Scheidung. Er ist damit nicht zurechtgekommen», wird der Bruder der 24-Jährigen im «Blick» zitiert. Die Polizei bestätigt die Information noch nicht. Weitere Ermittlungen sind im Gang.

Das Gebäude, in dem sich das Spielwarengeschäft befindet, wurde am Dienstagnachmittag grossräumig abgesperrt. Die Polizei hatte bis zu 20 Einsatzfahrzeuge vor Ort, wie Leser-Reporter berichten.


(Video: Keystone)

(aeg/ann/bee)