Leichtsinnige Aktion

03. April 2019 04:54; Akt: 03.04.2019 11:20 Print

Teenager wirft Trottinett auf parkiertes Auto

Ein Junge lässt sich filmen, als er ein Trottinett von einem Parkhaus auf ein Auto wirft. Die Polizei ermittelt.

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Dass bei dieser Aktion niemand verletzt wurde, grenzt fast schon an ein Wunder. Auf einem Video, das 20 Minuten vorliegt, wirft ein Junge in einem schwarzen Kapuzenpulli ein Trottinett von einem Parkhaus. Er hebt es über die Brüstung und schmeisst es nach unten.

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Direkt unterhalb führt eine Strasse durch. Zwei Autos sind seitlich am Strassenrand parkiert. Es landet auf einem weissen Personenwagen. Dann bricht die rund zehn Sekunden lange Aufnahme ab. Diese ist mit einem Kommentar versehen: «So en kranke Siech. Shüsst er eif Trotti uf Auto.»

Auf Snapchat erhalten

Beyza (16) und ihre Kollegin haben das Video am Montagnachmittag auf Snapchat erhalten. Ihre Freundin konnte noch ein Screenrecording machen, bevor es kurz danach gelöscht wurde. Wie Beyza zu 20 Minuten sagte, weiss sie nicht, wer der Junge ist. Das Ganze sei aber in einem Parkhaus beim Glattzentrum in Wallisellen aufgenommen worden.

Die junge Frau aus Schwamendingen ist entsetzt. Sie findet ein solches Verhalten respektlos: «Sie machen fremde Sachen kaputt und sind noch stolz darauf.» Für sie tragen die Eltern eine Mitschuld: «Ich frage mich manchmal, ob diese Kinder überhaupt Eltern haben. Viele Jugendliche dürfen heute machen, was sie wollen. Das ist doch schlimm.»

Leichtsinniges Verhalten

Bei der Kantonspolizei heisst es, dass die Ermittlungen in diesem Fall laufen würden. Laut Sprecher Marc Besson konnte man in der Zwischenzeit den Halter des beschädigten Autos ausfindig machen. Dem Täter drohe zumindest eine Anzeige wegen Sachbeschädigung.

Auch die Oberjugendanwaltschaft Zürich bestätigt: «Bei dem Vorfall handelt es sich klar um eine Straftat, nicht um einen Lausbubenstreich.» Sanktionen können gemäss Jugendstrafrecht etwa ein Verweis oder eine persönliche Leistung, bei über 15-Jährigen auch eine Busse oder Freiheitsentzug sein. Ebenfalls möglich wäre eine Schutzmassnahme.

Hausverbot und Strafverfolgung

Beim Glattzentrum heisst es, dass in Fällen wie diesem nicht nur ein Hausverbot folge, das auch bereits bei kleineren Verstössen verhängt werde, sondern auch eine Strafverfolgung durch die Kantonspolizei. «Wir arbeiten hier eng zusammen.» Ausgebildetes Personal patrouilliere zudem rund um die Uhr und sorge damit für die Sicherheit aller Kunden.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bärgbur am 03.04.2019 05:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehorchen ist ein Fremdwort....

    Die Kinderstube ist heute ausser Rand und Band und die heutigen Eltern haben es nicht mehr im Griff !

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  • Michi am 03.04.2019 05:10 Report Diesen Beitrag melden

    die Härte unserer Gesetze

    Wow, dem Delinquenten droht ein Verweis oder eine persönliche Leistung. Da wird der Kriminelle vor dem Schweizer Richter zittern.

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  • Churer am 03.04.2019 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pappas büssen

    Selber schuld, wenn s eben unklug sei, mal eine Ohrfeige oder einen Klapps auf den Po...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Junkers, 52 am 03.04.2019 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Strafe muss sein

    Handy vernichten, ein paar richtig deftige Ohrfeigen und ein Jahr lang jedes Wochenende in einem orangefarbenen Anzug an öffentlichen Plätzen Müll auflesen und sauber machen. Jeder soll diese Menschen sehen, die sich an fremden Eigentum vergehen. Es muss schon richtig weh tun, sonst gibt es keinen Lerneffekt.

  • MadChengi am 03.04.2019 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Panik

    Wir suchten früher auch den ultimativen Multi-Kick, Dampf ablassen, den Mädels imponieren, den Autoritäten eins auswischen und den niederen Instinkten frönen. Alles wie immer, keine Panik die Jugend schaltet halt jede Generation einen Gang rauf. Beruhigt euch! Für das gibt's Haftpflicht und sonst zahlt Papi.

  • Bea Egger am 03.04.2019 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eltern?

    Ich war da für mein Kind, habe ihm Respekt und Anstand vermittelt, nie geraucht usw. Trotzdem ist mein Sohn mit Rauchen Kiffen, Alkohol usw. in Kontakt gekommen, macht bei vielem Blödsinn mit. Wir diskutieren und streiten daher oft. Ich hoffe immer nur, dass er dennoch gewisse Grenzen respektiert und nie etwas tut, das anderen schadet. Man sollte nicht nur den Eltern die Schuld geben.

  • liatia am 03.04.2019 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Elternbashing unnötig

    Hört doch auf mit den Eltern. Sollen die einem Teenager Fussfesseln anziehen? Teenies hören auf ihre Peers, wenn andere sagen, mach dies und jenes, dann tun sie das, da kann man als Eltern machen, was man will

  • Rumulus am 03.04.2019 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sie werden ihn schnappen

    So oder so wird er geschnappt, kann auch ein Jahr dauern bis sie ihn haben, aber dieser Rotzgof wird sich verantworten...Sie erwischen sie alle...denkt daran!