Mietstreit

03. Dezember 2018 23:28; Akt: 03.12.2018 23:28 Print

Teilsieg für Manor an der Bahnhofstrasse

Manor erringt im Mietstreit mit der Eigentümerin Swiss Life einen Teilsieg vor dem Zürcher Obergericht. Das Urteil wird erneut weitergezogen.

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Es ist wohl der längste Mietstreit Zürichs. Manor kämpft seit Jahren, um das Warenhaus an der Bahnhofstrasse weiter betreiben zu können. Eigentümerin Swiss Life hatte den Mietvertrag auf Ende Januar 2014 gekündigt. In einem Urteil vom November hält das Zürcher Obergericht nun fest, dass Swiss Life dem Warenhaus eine neue Offerte für die Fortsetzung des Mietverhältnisses unterbreiten muss.

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Damit bestätigte es den Entscheid des Mietgerichts von Dezember 2014. Dieses hatte Swiss Life verpflichtet, eine verbindliche Offerte zu marktüblichen Konditionen zu unterbreiten. Statt 6 Millionen Franken Jahresmiete sollten es dann neu 19 Millionen Franken sein. Manor stellte sich auf den Standpunkt, dass das kein marktübliches Angebot ist.

Manor sucht nach Alternativen

Bei Manor ist man zufrieden mit dem Urteil. «Der Entscheid fällt weitgehend zugunsten von Manor aus», sagt Sprecher Georg Halter. Manor habe immer gefordert, ein marktübliches Mietangebot zu erhalten. Ob Manor Berufung einlegen wird, ist noch offen. «Manor setzt weiterhin alles daran, das Warenhaus an der Bahnhofstrasse zu erhalten.» Man suche nach neuen Standorten in der Stadt.

Für die Eigentümerin Swiss Life hingegen ist klar, dass man das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen wird. «Wir sind der Meinung, dass das Urteil des Obergerichts die Situation nicht klärt», sagt Sprecher Florian Zingg. Man habe Manor damals eine korrekte Offerte unterbreitet. Der Rechtsstreit dürfte also noch einige Zeit dauern, zumal auch noch andere Verfahren hängig sind – und so lange kann Manor im Gebäude bleiben.

Läden und Büros

Der Versicherer Swiss Life will das Gebäude an der Bahnhofstrasse umfassend sanieren. Dafür liegt ein bewilligtes Projekt vor. Vom ersten Unter- bis ins erste Obergeschoss sollen rund zehn Ladeneinheiten entstehen. In den darüber liegenden Geschossen sollen Büros eingerichtet werden. Damit könne die gesamte Liegenschaft auf allen Seiten belebt und der Standort nochmals attraktiver gemacht werden.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • de Andreas am 04.12.2018 00:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    What the heck ...?

    Interessant, wie Swiss Life eine Luxussanierung umschreibt: "Damit könne die gesamte Liegenschaft auf allen Seiten belebt und der Standort nochmals attraktiver gemacht werden." Als ob das mit einem für den Durchschnittsbürger erschwinglichen Warenhaus nicht gegeben wäre! Und um den unliebsamen Mieter loszuwerden, erhöht man die Miete von 6 auf 19 Millionen. Wenn dass kein Missbrauch ist ...

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  • Dumby am 03.12.2018 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld Gier ohne Ende

    Diese unglaubliche Geldgier! Am liebsten die Quadratmeter einzeln vermieten oder was?!

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  • Nadinde am 04.12.2018 04:00 Report Diesen Beitrag melden

    Mhhhhh

    Aber echt?! Was soll das, alle Warenhäuser und Geschäfter wo für den durchschnitts Verdiener zahlbare Angebote führt sollen weg von der Bahnhofsstrasse..... Alle die meinen Luxus Stores oder Büros sollen hin ( so wie jetzt Swiss Life möchte) , machen den Detailhandel kapputt und kommen schon noch auf ihr Aha-erlebniss, den überall stehen leere Büro's rum, und das soll besser sein?! Ich selber finde die Stadt Zürich wird falls der Manor wirklich raus muss nicht mehr Attraktiv resp.die Bahnhofstrasse. Lädeli sterben!!! Gehe lieber in den Qartiere einkaufen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nationless am 04.12.2018 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Rot-grünen träumen von einem Freiraum

    Startup Büros mit Bars, Cafés, Boutiques oder Manor. Den Linksgrünen ist dieses Haus trotzdem zu kapitalistisch und protzig. Stünde dieses Gebäude nicht da, würden es die heutigen Linksgrünen in dieser Form nicht erlauben. Sie würden stattdessen einen vierstöckigen gemeinnützigen Wohnungsbau mit Park und Garten oder ein zusätzlicher Park als Begegnungsplatz fordern. Ich finde es eher schade, dass schon damals Kleingeist herrschte und auch den Globus, Jelmoli, Migros City nicht als Hochhäuser oder einfach höher und pompöser mit einer Lichtkuppel aufpepen konnte.

  • Ein Passant am 04.12.2018 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Aber sicher

    Zitat: "In den darüber liegenden Geschossen sollen Büros eingerichtet werden. Damit könne die gesamte Liegenschaft auf allen Seiten belebt werden". Und wie, tote Hose ab 17 Uhr und an Wochenenden

  • Karl M. am 04.12.2018 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    da gibt es Menschen

    die scheinbar den Rachen nie genug voll kriegen, wie kann man die Miete verdreifachen? irgendwann gibts einen Crash und die gierigen Menschen mit der grossen Nase werden auf leere Immobilien sitzen.

  • deb_ch am 04.12.2018 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Onlinehandel..

    Solche Gier! ,-( Und gleichzeitig versucht man, uns Konsumenten einzureden, wir zerstören den Markt mit unserem Kaufverhalten.. Ich denke, traditionelle Geschäfte und Warenhäuser leiden viel mehr unter den unverschämt hohen Mieten und Instandhaltungskosten für die Infrastruktur.. Und wir sollen im Gegenzug dazu verknurrt werden, überteuerte Boutique Store Artikel zu kaufen. Eine traurige, und vor Allem so gar nicht nachhaltige Entwicklung..

  • Beat Metsalind am 04.12.2018 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldgier ohne Ende!

    Swiss Life macht sich einfach selber sehr unsympathisch! Geldgier ohne Ende! Bahnhofstrasse wird langsam aber sicher verkommen. Was will man mit der Marke Genesis, eine Automobilmarke der koreanischen Hyundai Motor Company, an der Bahnhofstrasse? Früher hatten tausende sich daran erfreut als sie das Gebäude betraten pro Jahr, da schlugen manche Kinderherzen höher!