Oberglatt ZH

01. Februar 2011 23:55; Akt: 01.02.2011 19:22 Print

Therapie statt Knast für Blaufahrer

von Attila Szenogrady - Ein Elektromonteur aus Oberglatt ist immer wieder ohne Führerausweis herumgefahren und hat angetrunken einen Unfall gebaut. Nun erhält der notorische Rückfalltäter eine letzte Chance.

Fehler gesehen?

«Da Sie in geordneten Verhältnissen leben, geben wir Ihnen zähneknirschend eine letzte Chance», erklärte die Gerichtsvorsitzende Claudia Bühler dem heute 38-jährigen Angeklagten zum Abschluss der Verhandlung. Der fleissige Bauleiter aus Oberglatt konnte aufatmen. Er kassierte zwar wegen mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis, Alkohols am Steuer sowie fahrlässiger Verletzung der Verkehrsregeln eine hohe Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Den Strafvollzug schob das Gericht aber zugunsten einer ambulanten Psychotherapie auf. Verbunden mit der Weisung, eine strikte Alkoholabstinenz ärztlich überwachen zu lassen.

Seit Jahren ohne Führerausweis unterwegs

Die Deliktsserie des aus Südamerika stammenden Familienvaters fiel eindrücklich aus. Obwohl ihm bereits im Sommer 2003 der Führerausweis für unbestimmte Zeit entzogen worden war, setzte er sich immer wieder an das Lenkrad eines Fahrzeugs. Sei es an seinem Arbeitsplatz einer Baufirma, aber auch im privaten Bereich.

Betrunken Unfall gebaut

Mehrere Vorstrafen zeigten keinerlei Wirkung. Selbst als der Elektromonteur im September 2009 nach einem Aufrichtefest mit 1,89 Promille Alkohol im Blut am Ende der Sihlhochstrasse in Zürich einen spektakulären Selbstunfall baute, zeigte er sich weiterhin unbelehrbar. Bereits im Januar 2010 fuhr er wieder mit einem Auto herum.

Vor Gericht sprach der geständige Angeklagte von einem dummen Fehler, zeigte sich geläuteret und erklärte, dass er seit einem Jahr nicht mehr herumfahre und nur noch an den letzten Weihnachten ein einziges Cüpli Sekt getrunken habe.

Fahrverbot überflüssig

Der zuständige Staatsanwalt verlangte nicht nur eine unbedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten, sondern auch die Weisung, während der Dauer der ambulanten Psychotherapie kein Fahrzeug mehr zu lenken. Die Verteidigung setzte sich für zwölf Monate ein und wies ein Fahrverbot als überflüssig zurück. Mit Erfolg. So vertrat das Gericht die Auffassung, dass bereits das Damoklesschwert einer unbedingten Strafe ausreiche. Ueber ein allfälliges Fahrverbot habe ohnehin das Strassenverkehrsamt zu entscheiden, befand das Gericht.

In einem Punkt waren sich aber alle Parteien einig: So soll der Rückfalltäter nicht hinter Gitter, sondern eine ambulante Psychotherapie erfolgreich bestehen. Dann könnte er auch den beruflich wichtigen Führerausweis wieder erlangen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Enttäuschter Schweizer am 03.02.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustitz

    Dieser verantwortungslose Verkehrsrowdy hätte für mindestens 2 Jahre ins Zuchthaus gehört. Dazu ein Ausweisentzug von mindestens 8 - 10 Jahren. Nur solche Uerteile haben eine abschrekende Wirkung. Dieser Kerl lacht sich ins Fäustchen über unsere Kuschelrichter. Das ist ein krasses Fehlurteil.

  • Rolrick am 02.02.2011 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrverbot überflüssig

    Also bei aller Freundschaft, das ist doch der falsche Weg. Als dummen Fehler bezeichnet man wohl wenn man 2 verschiedene Socken angezogen hat bei einem Vorstellungsgespräch mit kurzen Hosen. Hier ist eine Haftstrafe mehr als angebracht. Dort kann man sich ja auch nebenbei um den Patienten kümmern ohne das er wieder ohne FS aber dafür mit Alk. fährt. Denn das wird er wieder machen. Muss den erst wieder einer oder eine das Leben verlieren durch solche .....?

  • der hamburger am 03.02.2011 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    Da macht man mal kurz auf reuigen Sünder und die Justiz fällt drauf rein. Der heucht sich doch einen drauf. Und mit der Androhung, aber beim nächsten mal, dann aber bekommst Du's dicke, kann er bistimmt gut leben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • der hamburger am 03.02.2011 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    Da macht man mal kurz auf reuigen Sünder und die Justiz fällt drauf rein. Der heucht sich doch einen drauf. Und mit der Androhung, aber beim nächsten mal, dann aber bekommst Du's dicke, kann er bistimmt gut leben.

  • Enttäuschter Schweizer am 03.02.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustitz

    Dieser verantwortungslose Verkehrsrowdy hätte für mindestens 2 Jahre ins Zuchthaus gehört. Dazu ein Ausweisentzug von mindestens 8 - 10 Jahren. Nur solche Uerteile haben eine abschrekende Wirkung. Dieser Kerl lacht sich ins Fäustchen über unsere Kuschelrichter. Das ist ein krasses Fehlurteil.

  • Rolrick am 02.02.2011 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrverbot überflüssig

    Also bei aller Freundschaft, das ist doch der falsche Weg. Als dummen Fehler bezeichnet man wohl wenn man 2 verschiedene Socken angezogen hat bei einem Vorstellungsgespräch mit kurzen Hosen. Hier ist eine Haftstrafe mehr als angebracht. Dort kann man sich ja auch nebenbei um den Patienten kümmern ohne das er wieder ohne FS aber dafür mit Alk. fährt. Denn das wird er wieder machen. Muss den erst wieder einer oder eine das Leben verlieren durch solche .....?

  • Max Leubli am 02.02.2011 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Pardon für Psychos

    Er sollte einaml 10 Jahre bei Schwestbehinderten arbeiten müssen und die Therapie (welche ja sowieso nichts nützt)müsste er selber bezahlen. Kein Pardon für solche Psychos auf unseren Strassen. So jemand solle nie mehr ein Fahrzeug lenken dürfen.Solche sollten mit Bild an den Pranger gestellt werden.

  • Edith am 02.02.2011 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Grobfahrlässige Richter

    Komisch. Wenn ich beim Parkieren 5 Minuten überziehe, bekomme ich eine unbedingte Busse. Offenbar ist das Fahren mit 1,89 Promille weniger schlimm für die Kuschelrichter, welche x-mal eine bedingte Strafe aussprechen. Ich habe das Vertrauen in unsere Justiz längst verloren.