Zürich-Aussersihl

02. Juli 2014 19:05; Akt: 03.07.2014 13:31 Print

Tierhüüsli-Petition an Swiss Life übergeben

Über 1000 Personen haben die Petition zur Rettung von Andys Tierhüüsli in Zürich unterschrieben. Von der Swiss Life war zur Entgegennahme allerdings niemand erschienen.

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Trotz strömendem Regen besammelten sich am Mittwoch rund 40 Personen – zwei davon als Affe beziehungsweise Eisbär verkleidet – mit 15 Hunden vor dem Hauptsitz der Swiss Life in Zürich. Sie übergaben an den Rückversicherer die Petition «Swiss Life, lass den Tieren ihren Napf», die von 1085 Personen unterschrieben worden war. Die Eigentümerin Swiss Life verlangt ab nächstem Jahr für das Ladenlokal, in dem Andys Tierhüüsli am Helvetiaplatz eingemietet ist, einen 42 Prozent höheren Zins. Mit der Petition fordern die Initianten das Unternehmen dazu auf, die Erhöhung rückgängig zu machen.

«Pfui sag ich meinem Hund, wenn er macht, was er nicht soll, zum Beispiel Passanten belästigen», sagte Hannes Lindenmeyer, der die Unterschriftensammlung lanciert hat, bei der Übergabe. «Pfui sagen wir zu einer Firma, die Kleingewerblern den Garaus machen will und das Leben im Quartier und in der Stadt belästigt.»

«Enttäuscht von Swiss Life»

Allerdings war niemand persönlich da, um die Unterschriften in Empfang zu nehmen. «Und das, obwohl wir diverse Stellen bei Swiss Life darüber informiert haben», sagt Tierhüüsli-Inhaber André Dubacher. «Enttäuscht bin ich vor allem darüber, dass man eine Forderung von über 1000 Personen offenbar nicht ernst nimmt.» Schliesslich nahm der Portier die Petition entgegen.

Dubacher – ihm wurde gemäss eigenen Angaben nie die Möglichkeit für ein persönliches Gespräch mit Swiss Life geboten – und die Initianten der Petition sind «irritiert ob dieser grenzenlosen Arroganz». Entsprechend skeptisch ist er, ob die Petition überhaupt wirkt: «Vermutlich ist es aussichtlos», sagt Dubacher. Freuen könne er sich wenigstens über die grosse Unterstützung. «Die Kunden geben mir sogar laufend Tipps, wo ein Ladenlokal leer steht – das ist schön und macht mir Mut.»

«Mieter lehnte neuen Vertrag ab»

Swiss-Life-Sprecher Florian Zingg bestätigt die Abgabe der Petition und sagt zum Fall: «Der Mieter hat gegenüber Livit eine Verhandlung über einen neuen Vertrag abgelehnt, da er keine Veränderung der Mietkonditionen akzeptiere.» Swiss Life sei gegenüber ihren Versicherten verpflichtet, Mietverträge zu marktüblichen Konditionen abzuschliessen. «Damit sichern wir die Vorsorgegelder unserer Versicherten», so Zingg.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tommy S am 02.07.2014 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei sowas!

    «Damit sichern wir die Vorsorgegelder unserer Versicherten», so Zingg. Dass ich nicht lache Her Zingg! Damit sichern Sie wohl die hohen Einkommen der Teppichetage!!!

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  • Daniel Kägi am 02.07.2014 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betrug am Ladenbesitzer

    Das ging mir mit dem Eisenbahn Center an der Marktgasse auch nicht besser. Damals im 2008 war es aber die Credit Suisse die im Zuge der Finanzkrise das Haus in dem der Laden war "leer" verkaufte. Um dem käufer zu ermöglichen für das gleiche Lokal statt 2400 Fr im Monat dann über 8000.- zu verlangen. Die sind einfach nur noch Geldkrank im Hirn. Gibt es dafür einen offiziellen Namen?

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  • Rolf am 02.07.2014 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Den werden wir (KMU) wohl unseren Vertrag der Pensionskasse mit Swiss-Life auch nicht weiterführen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Katherina Meienberger am 03.07.2014 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Immaterielle Werte

    Die SwissLife würde gut daran tun, nicht nur die monetären Werte zu maximieren, sondern auch Ihr Ansehen im Auge zu behalten. Wenn der gute Ruf erst einmal weg ist, weil Geld über Menschlichkeit gestellt wird, ist das ein grosser Schaden. Und schon die Geschichte mit dem Manor an der Bahnhofstrasse ist sehr übel!

  • Mani Müller am 03.07.2014 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Nein sehe ich richtig? Was haben diese Tierhüslis eigentlich das Gefühl? Die haben doch kein Anrecht auf eine Miete unter Marktpreis, auch nicht wenn es tausend Leute sind die das wollen.

    • Marco am 04.07.2014 16:38 Report Diesen Beitrag melden

      wer ist Schuld?

      Wer macht den Marktpreis?? Die " Grossen" die sich hohe Zinsen leisten können!

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  • Elisabeth am 03.07.2014 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rückversicherer Swiss Life?

    Swiss Life ist übrigens ein Erstversicherer und kein typischer Rückversicherer. Swiss Re wäre der Rückversicherer.

  • Peter Hans am 03.07.2014 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    wie wär's mit einkaufen?

    wenn alle 1000 einmal pro monat etwas im tierhüsli kaufen würden, dann könnte er die miete ja auch bezahlen. aber unterschreiben kostet ja nichts.

  • What TheF am 03.07.2014 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsorgegelder?

    ..und was ist mit den Vorsorgebeiträgen, die die Versicherten selbst zahlen? Und was ist mit den Rückversicherern? Wäre ein schönes Polster - aber irgendwie läuft da was falsch mit den Einnahmequellen. Auf Kosten von ehrlichen, treuen Bürgern!