Zu jagdfreudig

22. Mai 2014 09:21; Akt: 22.05.2014 11:54 Print

Tierschutz will nur noch eine Katze pro Haushalt

Weil Katzen bedrohte Kleintiere jagen, will der Zürcher Tierschutz ihren Bestand senken. Er empfiehlt, dass jeder Besitzer nur noch ein Büsi hält.

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Büsis, so anschmiegsam und sanft – doch kaum sind sie aus dem Haus, werden sie zum Schreck für viele bedrohte Kleintiere. In wilden Verfolgungsjagden bringen sie ihre Beute zur Strecke, danach lassen sie die Hälfte ihrer Opfer einfach liegen. Diese Erkenntnis brachten amerikanische Forscher ans Tageslicht, die Hauskatzen mit Überwachungskameras ausstatteten.

Umfrage
Jeder Katzenbesitzer soll nur noch ein Büsi halten: Was halten Sie von dieser Idee?
72 %
26 %
2 %
Insgesamt 13782 Teilnehmer

Grund genug für den Zürcher Tierschutz, sich mit dem aktuellen Forschungsstand auseinanderzusetzen. Er wollte wissen, wie stark die Haustiere den Bestand ihrer Beutetiere bedrohen, wie der «Landbote» schreibt. Das Ergebnis des Berichtes: Die wissenschaftlich erhärteten Fakten sind zwar noch zu lückenhaft, um die Frage abschliessend zu klären. Dennoch sei es ratsam, die Katzenpopulation vorsorglich einzudämmen.

Katzen sind Einzelgänger

Diese liegt heute laut Bevölkerungsumfragen bei landesweit 1,4 Millionen Tieren, wovon fast eine Million regelmässig ins Freie gelangt. Um die Zahl zu senken, sollten Katzenbesitzer nach dem Vorschlag des Tierschutzes statt einer ganzen Katzenbande möglichst nur noch ein einzelnes Tier halten und dieses kastrieren.

Für eine Hauskatze sei es kein Problem, alleine gehalten zu werden, solange sie nach draussen könne und so genug Umweltreize habe, sagt Verhaltensbiologin Claudia Kistler, eine der Autorinnen des Berichts. Katzen seien ursprünglich Einzelgänger.

Katzen verjagen bedrohte Vogelarten aus Städten

Das gilt besonders für urbane Zentren, wo auf engem Raum deutlich mehr Hauskatzen leben als in ländlichen Gegenden. In der Stadt Zürich etwa drängen sich gemäss Hochrechnungen auf jeden Quadratkilometer 430 Katzen.

Laut dem Bericht kann sich dort ein Bestand entwickeln, der «weit über der natürlichen Tragfähigkeit der Umwelt» liegt – auch wenn domestizierte Katzen weniger Beute erjagen als ihre wilden Verwandten und es zudem ausgesprochene Jagdmuffel gibt unter ihnen. In den Städten, wo manche Beutetiere wegen schwindender Lebensräume ohnehin geschwächt sind, könnte ihnen eine solche Übermacht an Fressfeinden den Garaus machen.

Das gilt etwa für seltene Vögel wie den Gartenrotschwanz oder Reptilien wie die Smaragdeidechse. Katzen haben aber auch schon lokalen Spatzen-Vorkommen dezimiert, wie englische Studien belegen, die der Bericht zitiert. Vogelschützer vermuten, dass dies auch in Zürich der Fall ist, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.


(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred Huber am 22.05.2014 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Spezies

    ...es gibt auch eine andere gefährliche Spezies um die man sich auch mal kümmern sollte. Die Dichte im Kanton Zürich zum Beispiel beträgt bereits über 730 pro Km2. Habe gehört, dass sich diese überall und zu jederzeit in alles einmischt und mit ihrer Besserwisserei und Überregulierung unseren Lebensraum enorm bedroht. Es fehlt ihr besonders an dem Gen "GMV" das sich anscheinend über Jahrzehnte zurückgebildet hat.

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  • Hans am 22.05.2014 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Der Weg zur Knechtschaft...

    ...führt über die Demokratie. Bei jeder Abstimmung verbietet man irgendeiner Minderheit irgend etwas. Nach 10 Jahren haben wir einen Kommandostaat wie die UdSSR es war. Er mischt sich in jedes kleinste, private Lebensdetail ein. Aber er wurde demokratisch herbeigeführt. Stoppen wir diesen Unsinn solange wir noch können! Widerstehen wir endlich der Versuchung, jede Tätigkeit verbieten zu wollen, die uns nicht passt, oder deren Ausführende wir nicht mögen! Schmeissen wir die Alles-Regulierer aus der Politik!

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  • Ein Lichtstrahl am 22.05.2014 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    und schon wieder ein "Verbot"

    ich will auf jeden fall selbst bestimmen, wie viele Haustiere ich mir anschaffen will. Wo leben wir denn? Wir haben einfach zu viele Einwohner, das generierte zu viele Haustiere, überfüllte Züge, teure Prämien und tausend Verbote und Bestimmungen. Die Schweiz ist echt nicht mehr, was sie mal war.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tierfreund am 23.05.2014 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Halsband mit Glöckchen

    Liebe Katzenhalter... seit doch so gut, und zieht euren Büsis momentan zumindest ein Halsband mit Glöckchen an wenn ihr sie raus lässt... alle Tiere in der Natur haben momentan Nachwuchs und eure Katzen töten alles was sich bewegt, sobald sie alleine draußen unterwegs sind. Die Wildtiere wie Vögel, Nagetiere, Reptilien, Amphibien, Insekten etc. haben keine Chance wenn eure Stubentiger nachts aktiv sind. Nur Hyänen und Hauskatzen töten aus Spaß und Langeweile, weshalb man die Tiere in der Natur vor den viel zu vielen Katzen schützen muss. Mit einem Glöckchen am Hals, haben sie wenigstens eine kleine Chance... und den Katzen schadet dies in keiner Weise! Es gibt eine Studie in den USA die besagt, dass Hauskatzen schon über 50 Tierarten ausgerottet haben, dass dort mehrere Milliarden von Kleintieren jedes Jahr von Katzen getötet werden, und das kann es ja wirklich nicht sein. In Australien und jetzt auch in den USA werden eingeschleppte Tierarten welche zur Plage werden - dazu gehören auch Hauskatzen - gnadenlos abgeschossen, und dies will in Europa wohl niemand! Bitte denkt an alle anderen Tiere in der Natur, welche ein Recht auf Überleben haben... Katzen die draußen sind, sollten ausnahmslos kastriert sein, und die Idee betr. 1 Katze pro Haushalt finde ich eine vernünftige Idee (Ausnahme wenn die Katzen nur in der Wohnung leben), denn irgendwo muss man ja anfangen die Überpopulation in den Griff zu bekommen.... Vielen Dank!

  • Cédric Günther am 23.05.2014 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    *fauch*

    Nie und nimmer lasse ich mir vorschreiben wieviele Büsis ich halten darf, das ist doch völliger Schwachsinn. Und wie sollte das aufgehn bei einer Hauskatze die nicht raus kann? Denn meine wäre glaub ich traurig ohne ihr Gspänli... Und dazu kommt noch, dass es in der Natur der Katzen liegt zu jagen!

  • Elodie am 23.05.2014 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll denn DAS schon wieder

    Langsam fang ich an zu zweifeln. Ich werde meine jährlichen Spenden sofort anderen Tierschutzorganisationen überweisen und aus diesem 'Chüngeliverein' austreten. Hätten die nicht wichtigere Aufgaben? Ich bin entsetzt!

  • Max und Moritz am 23.05.2014 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer schützt vor den Katzen?

    wer keine Katze hat, aber dauernd deren Kot, Markierungsflecken, tote Vögel, Eidechsen, Blindschleien etc. wegräumen muss, der ist sicher für Einschränkungen. Nur das wollen die Katzenliebhaber nicht wahrhaben.

  • wolfgang am 23.05.2014 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    peino

    jährlich werden mehr pestizide und gifte ausgebracht, damit scheint dieser "naturverbundene" verein kein problem zu haben - mit katzen aber schon. dabei ist sonnenklar, wer die probleme verursacht. nur haben katzen keine lobby und keinen dicken geldbeutel für "spenden".