Bonstetten ZH

17. Mai 2010 09:22; Akt: 17.05.2010 11:47 Print

Tod von Florian: Gemeinde will nicht zahlen

Das Genugtuungsbegehren der Mutter des vierjährigen Florian, der Ende Februar in Winterthur von seinem Vater getötet worden war, ist von der Gemeinde Bonstetten abgewiesen worden.

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Gustav G. (links) am Dienstag, 24. März 2015, im Zürcher Obergericht. Der Angeklagte versucht in der Berufungsverhandlung eine mildere Strafe zu erreichen. Die Anklage verlangt erneut die Verwahrung. Das Bezirksgericht Winterthur hatten Gustav G. (rechts) am 28. August 2013 wegen Mordes schuldig gesprochen und verhängte eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren. Der damals 60-jährige Vater, Gustav G., hatte seinen Sohn Florian am 26. Februar 2010, in einem Zimmer des Hotels Krone in Winterthur umgebracht. Der Sarg des kleinen Florian am 5. März 2010 bei seiner Beerdigung in Kloten ZH. Eine Nachbarin beschrieb den Vater als ernsthaften Mann mit einem fröhlichen Kind: «Florian war ein sehr fröhliches Kind, er lachte ständig.» Florian war am 27. Februar 2005 in Valencia, Spanien, geboren worden. Später zogen die unverheirateten Eltern nach Bonstetten, wo sie sich Anfang 2008 trennten. Seitdem herrschte Streit um das Sorgerecht des Buben. Gustav G. (nicht im Bild) bekam das alleinige Sorgerecht für sein Kind zugesprochen – das, obwohl die Behörden wussten, dass G. 1990 seinen damals 13-jährigen Sohn Reto zu töten versucht hatte. Hinter der Tat stand die Befürchtung des Vaters, seine Ex-Partnerin könnte den Knaben in ihr Heimat Brasilien entführen. Er sei in Panik gewesen, gab der Schweizer vor Gericht an. Wegen des Falls lief auch ein Strafverfahren gegen die Bonstetter Gemeindebehörde, weil sie Gustav G. die Obhut über Florian zugesprochen hatte. Es wurde jedoch 2014 eingestellt, da die Gefährlichkeit des Vaters selbst für Experten nicht erkennbar gewesen sei. Dieser Entscheid wurde selbst vom Bundesgericht gestützt.

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Nach Ansicht der Mutter ist die Gemeinde am Tötungsdelikt mitschuldig. Sie habe - nach einigem Hin und Her - dem Vater das Sorgerecht für den Buben gegeben, obwohl der Mann in den 1990er-Jahren schon seinen inzwischen erwachsenen ersten Sohn hatte töten wollen.

Der Anwalt der Mutter reichte Anfang April ein Genugtuungsbegehren ein. Die Gemeinde Bonstetten habe dieses nach eingehender Prüfung der Akten- und Rechtslage abgewiesen, schreibt Thomas Poledna, Anwalt der Gemeinde. Im Hinblick auf das laufende Verfahren würden keine weitergehenden Auskünfte erteilt, liess Poledna am Montag verlauten.

Im Auftrag von Justizdirektor Markus Notter ist ein externer Gutachter daran, den Fall genauer zu untersuchen. Am 26. Februar hatte der 60-jährige Vater den vierjährigen Sohn in einem Winterthurer Hotelzimmer getötet. Er gestand das Delikt und gab an, er habe auch sich töten wollen.

(sda)