Unfall bei Wädenswil

03. September 2019 04:43; Akt: 03.09.2019 10:39 Print

Topmanager fährt mit BMW durch Rettungsgasse

Ein Topmanager ist mit seinem Auto mitten durch die Rettungsgasse gefahren. Der Betroffene nennt die Gründe dafür.

Das Video zeigt, wie der Mann in der Rettungsgasse fährt (Video: Leser-Reporter). 20 Minuten zeigt dieses Video, weil der Leser-Reporter filmte, während er im Stau stand und dabei nicht fuhr.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Leser-Reporter F. Z.* geriet kürzlich während des Feierabends auf der A3 von Zürich in Richtung Chur in einen Stau. Grund dafür war ein Auffahrunfall bei Wädenswil, bei dem zwei Personen verletzt worden waren.

Umfrage
Bilden Sie bei Stau immer eine Rettungsgasse?

Wie es sich gehört, bildeten Z. und die anderen Autofahrer eine Rettungsgasse. Ein Notarzt, Polizeiautos und Ambulanzen kamen mit Blaulicht angefahren und erreichten so die Unfallstelle.

«Er missbrauchte die Rettungsgasse»

Doch die Rettungskräfte waren nicht die Einzigen, die zwischen den Autokolonnen in der Mitte durchfuhren. Zu ihnen gesellte sich unerlaubterweise ein Autofahrer mit seinem weissen BMW. «Er missbrauchte die Rettungsgasse dafür, dass er schneller vorwärtskam», sagt Z.

Beim fehlbaren Fahrer handelt es sich um einen Topmanager. «Es verwundert mich wirklich nicht, dass solche Leute sich das Recht nehmen, auf egoistische Weise den Stau durch eine Rettungsgasse zu umgehen», sagt der Leser-Reporter.

«Ich würde nie das Leben anderer Menschen riskieren»

20 Minuten hat den Mann darauf hingewiesen, dass es ein Video seiner Fahrt gibt. Der Topmanager bestreitet, die Rettungsgasse missbraucht zu haben. «Ich war auf dem Weg nach Hause und stand extrem lange im Stau», sagt er. Er sei auf der linken Spur gestanden, als er Rettungskräfte und Polizei habe vorbeifahren sehen. 500 bis 600 Meter vor der Ausfahrt Wädenswil hätten sich die Autos auf dem Pannenstreifen eingereiht, so der Manager. Er habe angenommen, dass all diese Autos abfahren würden. Die rechte Fahrspur sei frei gewesen, die er dann auch genutzt habe.

«Ich habe zu keiner Zeit die Polizei oder Rettungskräfte behindert», sagt der Manager. Es sei nie seine Absicht gewesen, einen persönlichen Vorteil aus der Situation zu ziehen. «Ich würde nie absichtlich das Leben anderer Menschen riskieren.»

«Im Notfall zählt jede Sekunde»

Die Kantonspolizei Zürich hatte bisher keine Kenntnis vom Vorfall und ermittelt dementsprechend zurzeit auch nicht. Ein in der Rettungsgasse fahrender privater Lenker würde sich laut einem Sprecher grundsätzlich des Überholens einer stehenden Kolonne oder des links Vorbeifahrens schuldig machen. Über die Höhe der Strafe entscheidet der zuständige Richter.

Im Moment gibt es noch keine gesetzliche Grundlage für das Bilden einer Rettungsgasse. «Wenn dereinst die Rettungsgasse Pflicht sein wird, werden bei Zuwiderhandlungen auch Sanktionen wie Bussen möglich sein. In welcher Form, steht allerdings noch nicht fest.»

Julia Graf, Sprecherin von Schutz & Rettung Zürich, betont, wie wichtig es sei, dass eine Rettungsgasse gebildet und auch frei gehalten werde. «Es kommt immer wieder vor, dass uns Autofahrer den Weg zum Einsatzort versperren.» Dabei seien Rettungskräfte darauf angewiesen, dass Automobilisten schnell die Rettungsgasse bildeten, sodass die Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr zum Einsatzort gelangen. «Nur so können wir Menschen in Not rasch die nötige Hilfe zukommen lassen.» Offen bleiben müsse die Gasse, damit auch nachalarmierte Einsatzfahrzeuge passieren können.

Auch Guido Bielmann, Sprecher beim Astra, sagt: «Im Notfall zählt jede Sekunde.» Zudem sei es so, dass je schneller ein Unfallort bereinigt werden könne, desto schneller werde die Strasse wieder frei.


Sehen Sie, wie auf der Autobahn eine Rettungsgasse gebildet wird. (Video: Maiori Films)

*Name der Redaktion bekannt.

(jen)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eidgenosse69 am 03.09.2019 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit Check

    Na ich hoffe doch, das diese Person bald Fussgänger sein wird. Es ist richtig das gesetzlich die Gasse nicht geregelt ist, doch ist der Mann als 3. Spur, in mitten aller durch gefahren. Gesetzlichvklar ein Vergehen und kann geandet werden.

    einklappen einklappen
  • Stiebere am 03.09.2019 05:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrzeug wegnehmen und 1 Jahr Führerschein weg

    So einem Autolenker sollte das Fahrzeug weggenommen und verschrottet werden und zusätzlich ein halbes Jahresgehalt als Busse einbezogen werden, so wie ein Jahr Führerschein weg! Überhaupt wären die Bussen in der Schweiz besser wenn Sie dem Lohn angepasst wären wie in Skandinavien. So würde zum Beispiel ein Rotlichtsünder mit einem Jahresgehalt von 60000 fr. 250.- zahlen und einer mit 120000 fr. 500.-

    einklappen einklappen
  • Müüüsli am 03.09.2019 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiten

    Fahrausweis Entzug oder Bußgeld nützt da nichts. Einen Monat Sozialdienst in einem Altersheim oder Spital würde sicher Wirkung zeigen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Schlatter am 03.09.2019 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Arme

    Der Arme, da war er vermutlich der einzige, der lange im Stau gestanden ist. Die Ausrede aber war gut. Ein durchschnittlich intelligenter Mensch, sollte wissen, was eine Rettungsgasse ist, andernfalls gehört er nicht auf die Strassr

  • 101st am 03.09.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Böser Manager

    Sehe täglich solche Id..ten die rechts auf die Einfahrspur wechseln um dann rechts zu überholen und dann vorne wieder reindrücken, z. B. Vor dem Gubrist Fahrtrichtungen St.Gallen, und Nein, das sind keine Manager.

  • Dreiradtrampler am 03.09.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    ok, der Topmanager

    wird nun polizeilich belangt weil eine Anzeige eingegangen ist. Aber bekommt der Filmer nun auch eine Strafe? Im Video ist genau zu sehen, das der Fahrer selbst gefilmt hat. Im Fahrer - Seitenspiegel kann man auch gut das Unterarmtatoo sehen. Im Stau stehend mit laufendem Motor aus dem Fahrerfenster filmen? Statt sich auf den Stau zu konzentrieren - Tatbestand Handy am Steuer. Wenn der Eine belangt wird, darf der Andere nicht ohne davonkommen. Schliesslich verstossen beide gegen das Gesetz

  • Emanuel Bigler am 03.09.2019 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rücksichtslose Autofahrer

    Auch ein Topmanager muss sich an die Regeln halten und so fahren wie jeder andere PW LKW und CAR Fahrer. Solchen Personen sollte man Führerschein einzigen und eine hohe Busse geben.

  • Glitzerpuups am 03.09.2019 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moment

    Ich stehe selber häufig im Stau und ärgere mich auch extrem über Lenker, die unfähig sind eine Rettungsgasse zu bilden oder diese missbrauchen. Hier allerdings halte ich die Aussage des Fahrers für durchaus plausibel. Es wirkt eher so, als wäre extra so gefilmt worden, damit man nicht sieht dass die rechte Spur frei ist und sich die Autos, die er links überholt, zum Verlassen der Autobahn eingereiht haben. Dass alle links stehen müssen obwohl rechts frei wäre, ist auch völlig normal auf Schweizer Autobahnen.