Unzufriedenes Fahrpersonal

20. Mai 2011 09:05; Akt: 20.05.2011 12:23 Print

Tram-Streik in Zürich ist vorerst zu Ende

Um 4.30 Uhr wurden beim VBZ-Depot Irchel die Tramlinien 5,6,7 und 9 an der Ausfahrt gehindert. Kurz nach 9 Uhr wurde der Streik abgebrochen.

storybild

Blockade im Tramdepot Irchel: Betroffen von den Streikmassnahmen sind die Linien 5, 6, 7 und 9. Auf diesen Strecken ist mit Ausfällen und Verzögerungen zu rechnen. (Bild: 20 Minuten/jam)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Gewerkschaft vpod machte ihre Streik-Drohung wahr. Blockiert wurde das Tramdepot Irchel in Zürich. Ein Autokonvoi und eine Plastikkette blockieren seit 4.30 Uhr das VBZ-Depot. Die Stimmung sei friedlich, es habe keine Zwischenfälle gegeben, sagte vpod-Generalsekretär Stefan Giger auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

An der Streikaktion beteiligen sich laut Giger rund 50 Personen. Es handle sich lediglich um einen punktuellen Streik. In allen andern Depots werde normal gearbeitet. Um 9 Uhr soll die Aktion beim Depot Irchel abgebrochen werden.

Nach Angaben der VBZ waren Fahrgäste der Strecken Kirche Fluntern - Bahnhof Enge (Linie 5), Zoo - Gessnerallee (6), Wollishofen - Milchbuck (7) und Wiedikon - Milchbuck (9) von den Ausfällen betroffen. Wie der vpod schreibt, wurden diese auch von anderen Depots aus bedient, so dass eine Grundversorgung der betroffenen Linien bestehen blieb.

Busse im Einsatz

Die VBZ reagierten umgehend und setzten zwischen Bahnhof Stettbach und Milchbuck Autobusse ein, wie Mediensprecher Andreas Uhl auf Anfrage sagte. Es gebe darum keine Kursausfälle, betonte VBZ-Mediensprecherin Daniela Tobler gegenüber 20 Minuten Online. Der Betrieb laufe unter den erschwerten Bedingungen gut. Zudem seien laut Tobler alle VBZ-Mitarbeiter zur Arbeit erschienen. Dem widerspricht Regionalsekretär des vpod, Duri Beer: «Wir können beweisen, dass es anders war».

Gestern hatten Vertreter der Gewerkschaft vpod einzelne Störaktionen in Aussicht gestellt.

Der vpod habe sich für das Depot Irchel entschieden, weil die Auswirkungen auf den Tramverkehr minimal seien, sagte Beer auf Anfrage. Einerseits handle es sich um ein kleines Depot, anderseits könnten die Linien auch von anderen Depots her auf die Strecke geschickt werden.

Weitere Streiks drohen

vpod-Regionalsekretär Duri Beer erklärte auf Anfrage, die Gewerkschaft hoffe, dass durch diese eng begrenzte Aktion Bewegung in die Verhandlungen mit den VBZ und dem Stadtrat komme. Bis Freitagmittag allerdings sei von dieser Seite noch nichts zu hören gewesen.

Sollte das so bleiben, werde der vpod weitere Aktionen planen. Diese würden aber vorher angekündigt und dann auch grossflächiger ausfallen als die erste vom Freitag. Übers Wochenende allerdings werde nichts passieren und «95-prozentig auch nicht am Montag und Dienstag».

Verhandlungen gescheitert

Grund der Streikaktion ist ein Konflikt um die Arbeitsbedingungen der Zürcher Tram- und Buschauffeure. Seit Juni 2010 befinden sich deshalb die VBZ und die Arbeitnehmervertretungen vpod, transfair und Syna in einem Mediationsverfahren.

Aus diesem ist der vpod vor elf Tagen ausgestiegen. Nachdem der Stadtrat und die VBZ keine schriftlichen Zusagen für einen Gesamtarbeitsvertrag und Pausenregelungen gaben, setzte der vpod seine Streikdrohung in die Tat um.

(jam/kub/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René Niederer am 20.05.2011 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Veraltetes Verkehrsmittel abschaffen

    Hoffentlich packt nun eine private Institution die Gelegenheit und lanciert ein Zürich-taugliches Massenverkehrsmittel. Das Tram in Zürich ist längst ein veraltetes Verkehrsmittel, das verkehrsbehindernd, laut quietschend und viel zu langsam ist. Für's Rösslitram war das noch OK. Überdies hinaus haben die VBZ den Anschluss an moderne Massen-Verkehrsmittel längst verpasst und sind darüberhinaus Grössenwahnsinnig geworden. Mit ihren immer länger werdenden Zugskompositionen wird der strassenfinanzierende Verkehr absurd extrem stark behindert, was zu den täglichen Verkehrskollapsen führt.

    einklappen einklappen
  • Mr. Dross am 20.05.2011 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Streik

    Was war eigentlich mit dem Bussenstreik der Polizei? Der war vorbei, bevor er angefangen hat. Die schweizer Behörden geben wohl jedem finanziellen Druck nach, nur um ein Chaos zu verhindern. Das Geld wird aus dem Fenster geworfen zu Zeiten, wo man sparen sollte.

  • Ruedi Recht am 20.05.2011 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Manipulierte Meinungen

    Viele VBZ Chauffeure verdienen nicht so viel wie auf Tele Züri berichtet wurde. Solange die Medien unkontrolliert berichten können um den Zuschaueranteil zu erhöhen, wird die Befölkerung auch manipulierte Meinungen äussern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stimme der Gerechtigkeit am 23.05.2011 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Mir ist es Recht...

    Es ist an der Zeit, das Nägel mit Köpfen gemacht werden. Auch die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst haben ein Anrecht auf faire Behandlung. Wie ich hier deutlich aus verschiedenen Kommentaren reauslesen kann, werden die Bediensteten nicht als Menschen sondern nur als "Tram" und "Bus" gesehen. Dies finde ich deprimierend... Genauso solche Aussagen von wegen: "Die haben ja ein 1.Klasse GA". Haben Mitarbeiter bei Coop und Migros nicht auch Vergünstigungen auf ihre Einkäufe? Haben die Angestellten am Flughafen nicht auch Flugvergünstigungen?? Leute... Macht mal die Augen auf!!!

    • Verkäuferin am 25.05.2011 08:03 Report Diesen Beitrag melden

      Andere könnten auch

      Das kann sein.... ist sogar ganz sicher so. Aber die streiken nicht obwohl gerade das Verkaufspersonal allen Grund dazu hätte. Denk mal an die mind. 4 Sonntagsverkäufe und Arbeiten am Stephanstag oder Berchtoldstag...

    einklappen einklappen
  • Fritz Müller am 23.05.2011 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsachen Teil2

    2.Denn diese beiden Gewerkschaften wissen genau das der Vpod die Wahrheit sagt. Auch Aussagen vom Direktor der VBZ das seit er bei der VBZ sei noch nie über einen GAV geredet worden glaube ich ihm, den erstens ist er auch nur ca. ein Jahr bei der VBZ und zweite sind die Verhandlungen schon bei anderen Geschäften gescheitert. Es ist immer toll wen bei Verhandlungen Stillschweigen vereinbart wir dann kann hinterher jeder behaupten was er will, sogar es habe erfolge gegeben während den Verhandlungen wie die jetzt Transfair und Sina tun! Nun wer glaubt Vpod Streike aus Vergnügen der ist Krank

    • Stimme der Gerechtigkeit am 23.05.2011 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      Danke Hr. Müller

      (Zit. Fritz Müller): Nun wer glaubt Vpod Streike aus Vergnügen der ist Krank (/Zit.) Dem kann ich nur beipflichten... Ich kann dem VPOD nur Beifall klatschen, das wenigstens ein Verband den Mumm hat, der Stadt und den "Grossen" der VBZ die Zähne zu zeigen.

    • C. Steinger am 23.05.2011 22:34 Report Diesen Beitrag melden

      Danke

      Danke, mal jemand, der es auf den Punkt bringt und die Wahrheit schreibt.

    einklappen einklappen
  • Fritz Müller am 23.05.2011 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsachen

    1.Tatsache ist das weit über ein Jahr zwischen Gewerkschaften und VBZ u. Stadtrat verhandelt wurde und keine aber auch gar keine Kompromisse eingegangen wurden! Als der Vpod mit Personal von der ganzen VBZ Kampfmassnahme beschlossen hat hat die VBZ in fast allen Punkten Angebote signalisiert die vorher nie gemacht wurden. Diese möchten wir nun Schriftlich und Unterschrieben in der Hand haben und nicht nur als Mitteilung die dann wieder unter den Tisch gewischt wird. Und genau dies verweigert nun die Geschäftsleitung wieder hartnäckig! Die grossen Heuchler und Verräter sind Transfair und Sina!

  • Peter Baumann am 22.05.2011 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Darum geht's

    Es geht hier um das Recht. Im Städtischen Personalrecht ist für alle eine bezahlte 30 Minuten-Pause vorgeschrieben. Im AZG (Bundesrecht) sind die Wegzeiten als bezahlte Arbeitszeit vorgeschrieben. Unter anderm werden diese beiden Gesetztes-Punkte durch die VBZ / Stadt nicht eingehalten. Darum die Unruhe. Es geht nicht um den Lohn, sondern die Einhaltung von Gesetzten.Ein GAV wäre zum dem nötig um Lohndummping vorzubeugen.

  • Der Steuerzahler am 20.05.2011 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Staastangestellte

    Streiken verantwortungslos, Drahtzieher entlassen.

    • Andreas Heer am 21.05.2011 09:22 Report Diesen Beitrag melden

      Alle Entlassen!

      Ich würde alle entlassen. Wer mit dem Lohn doch auskommt, der darf sich dann gerne wieder bewerben. Das ist jammern auf höchstem Niveau. So ein bisschen 'de Hans im Schnäggeloch..'.

    • Insider am 21.05.2011 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      chauffeur gesuch

      Bitte bei VBZ bewerben! chauffeur gesucht!

    • Ebel am 21.05.2011 21:33 Report Diesen Beitrag melden

      Fahrgäste entlassen?

      Es sind die Fahrgäste, die immer auf höchstem Niveau jammern. Und um den Lohn geht es bei der jetzigen Situation gar nicht.

    einklappen einklappen