Mutter klagt

25. März 2019 04:59; Akt: 25.03.2019 04:59 Print

«Trampilot riet mir, mein Kind zu ohrfeigen»

Weil der Sohn von X. G. im Tram quengelte, riet ihr der Trampilot, dem Kleinkind eins an die Ohren zu geben. Bei den VBZ hat man Kenntnis von dem Vorfall.

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Die 25-jährige Mutter X. G.* war kürzlich mit ihrem quengelnden Sohn (3) im 13er-Tram in Richtung Frankental unterwegs. «Er hat toibelet und wollte damit nicht aufhören – wie es in solchen Fällen so ist», sagt die Zürcherin.

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Plötzlich sei der Trampilot wie eine Furie aus seiner Kabine gekommen, habe seine Tür zugeknallt und sei auf sie zugekommen.

«Das ging zu weit»

Zuerst habe er sie zum Aussteigen aufgefordert. «Dann sagte er, dass ich meinem ‹Saugofen› eins an die Ohren geben soll.» Sie verstehe ja, dass es für den Chauffeur störend sei, wenn ein Kind so laut ist. Dennoch findet sie: «Das ging zu weit.»

Trotz der Aufforderung blieb sie sitzen und stieg erst an der Endhaltestelle Frankental aus und meldete sich umgehend beim Kundendienst. «Dort wurde ich vertröstet. Sie sagten, dass es einer von vielen Fällen sei.» Eine Entschuldigung habe sie auch fast eine Woche später noch nicht erhalten.

VBZ bestätigen den Vorfall

Die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ) bestätigen einen Vorfall mit einer Frau und einem weinenden Kind. Eine entsprechende Meldung der Mutter sei beim Kundendienst eingegangen.

«Der von ihr geschilderte Ablauf widerspricht allerdings dem Sachverhalt, wie er von unserem Fahrdienstmitarbeitenden geschildert wurde», sagt Sprecherin Elina Fleischmann. Aus Persönlichkeitsschutz will die VBZ den Fall nicht öffentlich kommentieren.

Bei Bedarf Gespräch suchen

Laute Auseinandersetzungen im Fahrgastraum seien grundsätzlich unangenehm. «Sie stören unsere Kundinnen und Kunden, können aber auch Beunruhigung beim Fahrpersonal auslösen», so Fleischmann.

Mitarbeiter im Fahrdienst seien in solchen Fällen angehalten, bei Bedarf ein korrektes Gespräch zu suchen oder sich allenfalls bei der Leitstelle zu melden. «Sie werden regelmässig geschult, wie sie sich in schwierigen Situationen zu verhalten haben.»

Schreiende Kinder eher Ausnahme

Bei der Gewerkschaft VPOD Zürich kann man sich nicht vorstellen, dass sich der Vorfall – wie von der Mutter beschrieben – ereignet hat: «Chauffeure und Trampiloten sind Profis. Sie können damit umgehen», sagt Sprecher Duri Beer.

Bei solch schwerwiegenden Vorwürfen müsse man sowieso den Sachverhalt genau klären und die Sicht des Chauffeurs miteinbeziehen: «Immerhin steht sein Ruf auf dem Spiel.»

Zudem seien schreiende Kinder eher die Ausnahme und bisher nicht als problematische Passagiere identifiziert worden. Eine grössere Herausforderung als quengelnde Kinder wäre der dichte Verkehr in der Stadt: «Wegen den vielen Fussgängern, Velos, Autos, Lastwagen und Baustellen lastet vor allem zu Stosszeiten ein grosser Druck auf den Chauffeuren.»

*Name der Redaktion bekannt

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sparfuchs Aargau am 25.03.2019 05:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aussteigen

    Da sich quengelnde Kinder teilweise nicht zur Ruge bringen lassen sind Eltern gut beraten freiwillig das Tram zu verlassen und das nächste zu nehmen wenn das Kind wiedee ruhiger ist. Das wäre gesunder Menschenverstand!

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  • Bölimaa am 25.03.2019 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Uneinsichtige Mütter

    Leider haben viele Mütter das Gefühl, die Welt müsse sich nur um ihre Kinder drehen. Der Chaufeur hatte recht.

  • Beatrice Weilenmann am 25.03.2019 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Arme, arme Kinderlein

    Ja die lieben Kinderlein, die dürfen heute halt wircklich alles, den Chauffeur zur Verzweiflungbringen mit ihrem Geschrei, das Er fast nicht mehr fahren kann. Später dürfen sie dann die Kindergärtnerin anplärren und noch später die Lehrer fertig machen und moppen, wie auch Ihre Kamerädli. Und ihren Abfall überall hinschmeissen. Ja man muss schon viel viel Verständnis für die Armen, armen kleinen haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roli am 25.03.2019 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung

    Ein ca. 3 jähriges Kind im überfüllten Bus, das seine Beine schwingt und mit seinen matschigen Schuhen rundum alle schmutzig macht. Bei Reklamation sagt die Muter, ihr Kind wird antiautoritär erzogen und darf machen was es will. Ein junger Mann steht auf und klebt der Mutter seinen Kaugummi in die Haare mit den Worten, ich wurde auch so erzogen.

  • @Strafgesetzbuch am 25.03.2019 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesverfassung

    Die Bundesverfassung schützt die körperliche Unversehrtheit von Kindern. Ohne Wenn und Aber.

  • Reto am 25.03.2019 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    nicht logisch

    War es laut Mutter wirklich nur ein quengeln, kann ich mir nicht vorstellen das ein Chauffeur dann ausrastet. Die sind anderes gewöhnt, und jeder weiss was die Chauffeure aushalten müssen. Von übergeben bis AA in der Tram. Also vermute ich, war es eher ein ausrastendes Kind was nie gelernt hat, das es auch ein nein gibt.

  • Rasselbande am 25.03.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Bagatelle

    Kinder quengeln nun mal, das war so, ist so und bleibt so! Bleibt der Mutter überlassen, wie sie damit umgeht. Was ich nicht verstehe ist warum man wegen jeder Alltagssituation zu den Medien springen muss und die Schuld bei anderen sucht und nicht bei sich selbst.

  • Catlover am 25.03.2019 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Er hat recht

    Der Chauffeur hätte es vielleicht ein weniger freundlicher sagen können, aber grundsätzlich hat er Recht..! Dieses trotzige gequängele bei Kindern muss unterbunden werden, sonst tanzen sie einem früher oder später auf der Nase herum.