Sonnenschein

07. Februar 2011 23:09; Akt: 08.02.2011 08:32 Print

Traumwetter hält noch an

von Zora Schaad - Warm, trocken und keine Wolke in Sicht. Die Temperaturen liegen klar über dem Durchschnitt – eine Seltenheit ist die Februar-Wärme aber nicht.

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Temperaturen um 10 Grad locken zu einem Spaziergang – wie hier am Hafen von Morges. (Foto: Keystone)

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Überall blühen die Schneeglöckchen und bereits wird da und dort der Grill angeworfen: «Die Temperaturen liegen rund 5 Grad über dem Durchschnitt und es ist sehr trocken», sagt Peter Wick von MeteoNews. «Seit Anfang Jahr verzeichnen wir kaum Niederschläge und im Tessin besteht Waldbrandgefahr.» Doch Tiere und Pflanzen sind auf Kurs, dies be­stätigen sowohl Matthias Kestenholz von der Vogelwarte Sempach wie auch Ueli He­nauer, Obstbauberater am BBZ Arenenberg. «Wenn die Temperaturen aber noch eine Woche hoch bleiben, kommen die Aprikosen in den Saft. Dann besteht die Gefahr, dass sie zu früh blühen und bei Frost wieder erfrieren.»

Vorfrühling in der Schweiz, Unwetter in Australien, Schneestürme in Amerika – doch das Gefühl, das Wetter sei weltweit aus den Fugen ­geraten, täuscht, so Wick. «Es gibt kaum einen Zusammenhang und derartige Phasen gab es immer wieder.»

Warum wir trotzdem immer wieder überrascht sind, erklärt Klaus Oberauer, Psychologieprofessor in Zürich, mit der ökonomischen Arbeitsweise unseres Gehirns: «Unser Konzept von Winter beruht auf Durchschnittstagen mit Durchschnittswetter, die die Erinnerung an einzelne Er­eignisse überlagern.» Dieser Klischee-Winter kommt bald zurück: «Ab Mitte Februar deuten sich Temperaturen um den Gefrierpunkt an – viel Schnee ist aber nicht in Sicht», so Wick.