Halbleeres Reservoir in Schlatt ZH

13. November 2015 17:32; Akt: 13.11.2015 17:36 Print

Trinkwasser kommt jetzt mit dem Milch-Tanklaster

Weil der Gemeinde Schlatt ZH wegen der Trockenheit das Wasser ausgeht, musste man am Freitag erstmals 14'000 Liter mit dem Tanklaster ankarren. Es war wohl nicht die letzte Lieferung.

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«Wasser marsch!», hiess es am Freitagnachmittag bei einem Hydranten im Schlatter Ortsteil Waltenstein. Innert weniger Minuten füllte Bauer Karl Müller den Tanklaster mit 14'000 Litern. «Das Fahrzeug habe ich mir ausgeliehen – normalerweise ist hier Milch drin», sagte Müller, der auch Sicherheits- und Landwirtschaftsvorsteher von Schlatt ist.

Danach fuhr er den gefüllten Tanklaster mit dem Traktor von Waltenstein nach Unterschlatt. Dort, neben dem Schwimmbad, befindet sich ein Pumpwerk – hier speiste er die 14'000 Liter Wasser ein. Das ist ungefähr ein Zehntel des täglichen Gesamtwasserverbrauchs von Schlatt und sorgt für Entspannung.

Wasser sparen gilt weiterhin

Denn die aus vier Ortschaften bestehende Gemeinde in der Nähe von Winterthur hat ein Problem: Wegen der anhaltenden Trockenheit geht ihr in grossen Teilen des Dorfes das Trinkwasser aus. Den Notstand hat man bereits ausgerufen und die Bewohner zum Wassersparen aufgerufen. Immerhin: Viele halten sich daran. «Der Wasserverbrauch ist allein in der letzten Woche nochmals um 20 Prozent zurückgegangen», sagte Tiefbauvorsteher Dieter Schellenberg.

Zwar fliesst nach wie vor noch Wasser aus den sieben Quellen in die Reservoirs und damit in das Pumpwerk – doch es wird immer weniger. «Und das bisschen Regen, das die Meteorologen für das kommende Wochenende angekündigt haben, wird den Weg nicht bis in unsere Wasserversorgung finden», sagt Schellenberg.

Provisorische Leitung ab Zell?

Deshalb geht er davon aus, dass man in den nächsten Tagen noch einige Male Wasser in Waltenstein holen muss: «Der Tanklaster bleibt deshalb auch bis auf weiteres bei mir stationiert», sagte Bauer Müller und staunte immer noch: «Ich lebe seit 1956 in Schlatt – doch so knapp wurde es mit dem Wasser noch nie.»

Die Tanklaster-Wasserlieferungen kosten die Gemeinde zwölf Franken pro 1000 Liter. Zum Vergleich: Verbraucher bezahlen für 1000 Liter momentan zwei Franken. «Diesen Betrag müssten wohl wir erhöhen, sollte die Trockenheit noch über Wochen andauern», sagte Schellenberg. Für diesen Fall prüft man zudem überirdische Wasser-Transportleitungen von Zell her. «Die Zusage der Nachbargemeinde hätten wir – allerdings ist es schwierig, genügend Schläuche aufzutreiben.»

(rom/ag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René B. am 13.11.2015 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trinkwasserversorgung

    Das wäre doch eine gute Aufgabe für den Zivilschutz. Schläuche und Pumpen haben die ja genug, klar vielleicht nicht in einer kleinen Gemeinde, aber regional bestimmt.

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  • Marcel P. am 13.11.2015 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thurgau hat auch bald kein Wasser mehr...

    Das ist nichtnur in Schlatt... unsere eigene Quelle ist altuell auch ausgetrocknet und wir müssen auch Wasser ranschaffen... 5000 Liter = Chf 350.--.... das wird teuer wenns nicht hoffentlich bald mal 14 Tage regnet. Ist das erste Mal in meinem Leben wo ich mir Regen wünsche!!! Und ich werd bald 50!!!! Na dann Petrus, leg mal los, Regen Marsch!!!

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  • Bäri am 13.11.2015 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Spahren

    Wasser noch besser fasen,spahrsamer umgehen,und auf Regen hoffen. Und ja Nestle nichts sagen,sonst wirts teuer,siehe Afrika.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 14.11.2015 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skigebiete

    Hauptsache die Skigebiete in der Schweiz können rechtzeitig vor Saisonbeginn mit Schneekanonen "beschneit" werden, egal ob die Unterländer Wasser haben oder nicht!

    • Urs.li am 14.11.2015 19:10 Report Diesen Beitrag melden

      Zum Glück

      hatt das eine nix mit dem anderen zu tun. Glauben Sie im ernst, dass wenn zum Beispiel in St. Moriz nicht beschneit wird in Schlatt ZH 1ml mehr Wasser aus der Quelle läuft? Zudem fliesst spätestens im Frühjahr das Schmelzwasser wieder in Richtung Unterland. Oder geht es Ihnen um Solidarität? Sollen die einen nich können was die andern nicht mehr dürfen? Das einzige was Angezweifelt werden darf ist die Energie die zur Beschneiung notwendig ist.

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  • Lanwirtus subentionitus am 14.11.2015 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    gibt es dafür Subventionen oder Direktzahlungen?

    • S. Hediger am 14.11.2015 23:59 Report Diesen Beitrag melden

      Langweilig

      Gewisse unzufriedene Menschlein haben es offensichtlich richtig nötig, bei JEDER Gelegenheit über die Bauern bzw. Subventionen zu wettern! Völlig daneben...

    • Nichtbauer am 15.11.2015 09:07 Report Diesen Beitrag melden

      Grösse gesucht

      @Lanwirtus s. Es gehört zum Anstand, dass man statt zu hetzen auch mal danke sagen kann - aber das setzt eine gewisse Grösse voraus.

    • Ursula Lüthi am 15.11.2015 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S. Hediger, richtige Worte

      ..... gewisse Menschlein haben auch allen Grund dazu!!!Für die Landwirtschaft wird alles getan während das kleine Menschlein auf die Strasse gestellt wird....!!

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  • eN_Pilz am 14.11.2015 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr überlegen...

    Regenwasser Fässer im Garten wo das Regenwasser vom Dach des Hauses gesammelt wird sind meiner Meinung nach eine gute Option Wasser zu sparen und die Kanalisation bzw. Aufbereitung zu entlasten. Ich meine damit nicht die die im Boden versenkt sind.. sondern die die einfach mur hingestellt werden. Die Pflanzen werden es lieben!

    • Karl am 15.11.2015 04:30 Report Diesen Beitrag melden

      @eN_Pilz

      Ihre Idee mit den Fässern ist super, aber wenns wochenlang nie regnet, werden auch diese mal leer.

    • Paul Sedleger am 15.11.2015 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Karl

      Spare in der Zeit.... Selbst der Wüstenstaat Israel hat genügend Wasser. Ist eine Organisationssache!

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  • Shimu Trachsel am 14.11.2015 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Seit 100Jahren verpasst

    Wir leisten uns nach wie vor den Luxus, mit TRINKwasser Autos zu waschen, Toiletten zu spülen, Brände zu löschen etc.

    • Flo23 am 14.11.2015 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      Ungenutztes Wasser wo?

      Naja, haben sie schon Recht. Regenwasser sammeln wäre noch eine Idee, oder das Abwasser recyceln. Ersteres läuft aber auch ins Grundwasser welches sie als Trinkwasser bezeichnen.. dann gäbe es noch die Flüsse und Seen welche wir auch praktisch alle anzapfen. Sehe also nicht wo sie noch anderes Wasser vermuten! Besser damit umgehen geht aber immer und es wäre tatsächlich an der Zeit.

    • beni am 16.11.2015 12:00 Report Diesen Beitrag melden

      egal wie du das wasser sammelst...

      ... du musst dafür immer auch abwassergebühren der gemeinde zahlen. da hilft dir keiner zu sparen. sparen heisst also auch zusätzlich trotzdem zahlen. sowas nennt sich dann schweizer solidarität.

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  • Markus am 14.11.2015 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Unterhalt?

    Unsere Graffen in den Gemeinden Bewilligen mehr und mehr Neubauten. Fast jede Gemeinde Wächst in ungesundem Masse. Dabei wird der Unterhalt, die Nachhaltigkeit und die grund Versorgung Vergessen. Wo wurden neue Wasser Quellen und Resevoire erstellt? Wasserleitungen die seit 100 Jahren nicht Erneuert wurden und in einem Strengen winter Bersten. Im Steuern Einnehmen sind die Spitze, Leitungen? Interessieren mich nich, da bin ich nicht mehr im Amt? Kosten viel, so würde jeder der daran geht Finanziell nicht so gute Jahres Zahlen schreiben. Wenn es ausgeht ist es teuer wie Gold!ist das der grund?