Kollision in Rafz ZH

21. Februar 2015 16:49; Akt: 21.02.2015 21:13 Print

Unglückszug rollt über Schweizer Strassen

Nach der Zugkollision vom Freitagmorgen in Rafz ZH sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Die Zugwaggons werden mit schwerem Gerät abtransportiert.

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Nach dem Zugsunglück in Rafz ZH wird die Lokomotive abtransportiert. Auch die Waggons rollen über die Schweizer Strassen. «Ich kam gerade vom Training, und plötzlich hatte ich die Lok vor mir», sagt eine erstaunte Leser-Reporterin, die den Konvoy bei Eglisau geknipst hat. Der Schwertransport verursachte offenbar Stau. Noch sind die Aufräum- und Instandstellungsarbeiten nicht beendet. Die Aufräumarbeiten dauern länger als zuerst angenommen. Gegen 16.00 Uhr begannen am Freitag die Bergungsarbeiten. Ein Kran versuchte die Wagen aufzurichten. In Rafz ZH sind am Freitagmorgen zwei Züge kollidiert. Gemäss der Kantonspolizei Zürich wurden beim Unglück sechs Personen verletzt, eine davon schwer. Beim Schwerverletzen handelt es sich laut der Kantonspolizei um den Lokführer des Schnellzugs. Er musste von der Feuerwehr aus der Führerkabine geschnitten werden. Die Kollision ereignete sich um 6.45 Uhr im Bahnhof Rafz. Ein Schnellzug rammte die S-Bahn an der Seite. Eine Zugskomposition entgleiste durch den Zusammenstoss. Einer der Züge kam auf einer Brücke zum Stehen. Die Strasse musste zwischenzeitlich grossräumig abgesperrt werden, da der Zug drohte von der Überführung zu kippen. Wie es zum Unglück kam, ist bisher noch unklar. Gemäss der SBB sind auf der viel befahrenen Strecke modernste Signalanlagen installiert. Mehrere Polizei- und Krankenwagen waren im Einsatz. Auch die Feuerwehr war mit einem grossen Aufgebot vor Ort. Ambulanzen aus der ganzen Region wurden aufgeboten. Mehrere Rettungshelikopter waren im Einsatz. Auf der Strecke muss mit Verspätungen, Zugausfällen und Umleitungen gerechnet werden, wie die SBB mitteilt. Die Störung dürfte bis Betriebsschluss anhalten.

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Nach dem Zugunglück in Rafz ZH mit sechs Verletzten werden nun die einzelnen Waggons abtransportiert. Ein nicht alltäglicher Anblick. «Ich kam gerade vom Training, und plötzlich hatte ich die Lok vor mir», sagt ein erstaunter Leser-Reporter, die den Konvoi bei Eglisau geknipst hat, «es war sehr eindrücklich.» Der Schwertransport habe aber auf beiden Strassenseiten Stau verursacht.

Ein Leser-Reporter filmte heute Morgen gegen 10 Uhr, wie die Waggons transportiert wurden:

Noch sind die Aufräum- und Instandstellungsarbeiten nicht beendet. Sie dauern länger als zuerst angenommen. Die Strecke zwischen Rafz und Jestetten SH bleibt bis Betriebsschluss am Samstag für den Bahnverkehr gesperrt.

Die Strecke zwischen Hüntwangen-Wil und Rafz konnte am Samstagmittag wieder in Betrieb genommen werden, wie die SBB mitteilte. Die S-Bahn-Züge können damit wieder von Zürich HB bis Rafz verkehren.

Aufräumarbeiten gestalten sich aufwendig

Die internationalen Züge von Zürich nach Stuttgart werden weiter über Winterthur umgeleitet. Die Interregio-Züge von Zürich nach Schaffhausen fallen aus, die Regioexpress-Züge fallen zwischen Bülach und Schaffhausen aus. Der Güterverkehr wird ausserhalb der Hauptverkehrszeit über Winterthur Andelfingen geleitet.

Die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle gestalteten sich aufwendig, wie SBB-Sprecherin Lea Meyer auf Anfrage sagte. Nach der Bergung der entgleisten Lokomotive und der Bahnwagen mussten rund 60 Meter Fahrbahn erneuert und ein zerstörtes Mastfundament ersetzt werden.

S-Bahn mit Intterregio-Zug seitlich kollidiert

Für die S-Bahn-Züge von Zürich HB bis Rafz gilt am Sonntag bis um 23 Uhr der normale Fahrplan. Anschliessend beginnen in Rafz die Vorbereitungsarbeiten für den Einbau einer neuen Weiche. Die Montage erfolgt in der Nacht auf Dienstag.

Am Freitagmorgen waren beim Bahnhof Rafz eine S-Bahn und ein Interregio-Zug seitlich zusammengestossen. Der Lokomotivführer des Schnellzugs wurde schwer verletzt. Fünf Passagiere kamen mit leichten Verletzungen davon. Über die Höhe des Sachschadens konnte die SBB am Samstag noch keine Angaben machen.

(pat/sda)