Knatsch

18. März 2014 19:48; Akt: 19.03.2014 09:41 Print

Uni Zürich schaltet umstrittenen Pornofilter ab

Der Webfilter für pornografische Inhalte an der Uni Zürich wird vorerst abgeschaltet. Damit kann man in nicht-öffentlichen Räumen auf dem Internet wieder Erotikseiten anschauen.

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Blick auf den Eingang der Universität Zürich. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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An der Universität Zürich ist seit dem 24. Februar 2014 ein Filter in Betrieb, der pornografische Websites sperrt. Am Montag hat IT-Chef Pascal Bachmann im Auftrag der Uni-Prorektorin Andrea Schenker-Wicki ein E-Mail an die EDV-Koordinatoren geschickt und angekündigt, dass der Filter in den Instituten, die nicht öffentlich sind, wieder deaktiviert wird.

Nächste Woche soll entschieden werden, wie es damit weitergeht. Denn am 25. März findet unter der erweiterten Uni-Leitung eine grundsätzliche Diskussion zur Güterabwägung zwischen unbeschränktem Internetzugang und Schutz vor sexueller Belästigung durch öffentlichen Pornografiekonsum am Arbeits- und Studienplatz statt.

Kritiker wollen keine Filter

Der Filter bleibe aber in Bibliotheken und allen öffentlichen Bereichen der Universität vorerst aktiv, wie Sprecher Beat Müller gegenüber der «NZZ» ergänzte. Die Kritik am Webfilter sei, dass die Software auch unbedenkliche Seiten sperre. In einem Test von 500 vermeintlich pornografischen Seiten zeigten nur etwa die Hälfte Erotikinhalte, wie Kritiker Hernani Marques vom Chaos Computer Club (CCC) Zürich bemängelte. Beispielsweise wurde auch die Seite Anspornend.de gesperrt, weil in der URL das Wort Porn vorkommt. Die Kritiker wollen am liebsten gar keine Filter im Einsatz sehen und verweisen auf die «Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace».

(blu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Keller am 18.03.2014 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Zensur ist das Problem!

    Das Problem bei allen diesen Filtern ist die Möglichkeit zur Zensur die eine Stelle im Internet bekommt. Wer einen "Porno"-filter betreibt, kann damit auch andere Inhalte unterdrücken, die ihm nicht passen. Pornographie ist dann nur der Vorwand, um solche Filter etablieren zu können. Hier geht es darum Werte wie Rede- und Meinungsfreiheit zu verteidigen. "Ansporn.de" ist wohl mehr per Zufall blockiert worden. Genauso kann aber politisch nicht genehmer Inhalt blockiert werden. Wollen wir wirklich die Redefreiheit opfern, für Filter die sowieso nicht funktionieren?

    einklappen einklappen
  • Student am 18.03.2014 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Student

    Danke, freue mich. Zum Glück ist es wieder halbwegs ertagbar in der Uni.....

  • Josef am 18.03.2014 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich....

    Die ersten guten Nachrichten seit langem. An Tagen wie diesen, wo man über die russische Invasion lesen muss und mehr als 200 vermisste Menschen finde ich dass es wieder mal Zeit war für gute Nachrichten, und hier sind sie. Lang lebe der Porno.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sophia_H am 20.03.2014 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Studentin

    richtig so! wer dies sehen möchte kann dies auch zuhause . punkt aus.

  • Student am 20.03.2014 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In der Uni?

    Gehen Primarschüler an die Uni? Die Studenten sind glaube ich alt genug, ob selbst zu entscheiden, was sie sich im Internet anschauen dürfen, wollen.

  • Harald Maier am 19.03.2014 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Motivations-Spritze

    Ist das wirklich der richtige Weg nach dem Wegfall von Erasmus die Hochschulstudenten wieder zu motivieren?

  • Vreni Zumsteg am 19.03.2014 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sex über allem

    Ist ja klar, sonst können sie ihr Niveau nicht halten, welches kann sich jeder selbst ausdenken

  • Adi Z. am 19.03.2014 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wer schützt uns...

    ...vor Vorlesungen, die durchaus als Porno durchgehen könnten?