Zürich

01. April 2015 06:20; Akt: 01.04.2015 09:21 Print

Uniklinik sucht Kokain-Konsumenten

Kein Aprilscherz: Für eine Studie sucht die Psychiatrische Uniklinik Zürich Kokain-Konsumenten. Gratis-Kokain gibt es jedoch nicht.

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Kokain-Konsumenten können an einer Studie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich teilnehmen, um zu sehen, wie ihr Belohnungssystem reagiert. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Einen Schoggikuchen essen oder nach dem Sport ein Glas Wasser trinken: Das kann bei vielen Menschen Glücksgefühle auslösen. Anders bei Kokain-Konsumenten. Für sie verlieren solche alltäglichen Dinge an Bedeutung, da die Droge viel stärker wirkt als natürliche Reize.

«Unsere Vermutung ist, dass Kokain-Konsumenten diese Belohnungsreaktion im Gehirn schlechter aktivieren können als Personen, die kein Kokain konsumieren», sagt Marcus Herdener, stellvertretender Chefarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Um dies zu überprüfen, führt er eine Pilotstudie durch und sucht 25 Personen, die ausschliesslich Kokain konsumieren und 25 Personen, die gar keine illegalen Drogen nehmen.

Für die Teilnehmer gibt es eine Belohnung

Die Probanden absolvieren dann zwei Mal denselben Test und müssen hierfür jeweils in einen Magnet-Resonanz-Tomographen liegen. Dieser macht eine Aufnahme ihres Gehirns. So kann man sehen, welche Region im Gehirn aktiviert wird. «Beim ersten Test sollen sich die Teilnehmer ein positives Ereignis vorstellen und können dabei relativ frei Themen auswählen», so Herdener. Dabei wird im Gehirn untersucht, ob Belohnungsregionen aktiviert werden oder nicht.

«Bei der zweiten Messung geben wir den Teilnehmern dann, während sie sich positive Dinge vorstellen, eine direkte Rückmeldung zu ihrer Hirnaktivität», sagt Herdener. «Mit diesem sogenannten Neurofeedback wollen wir ihnen helfen, die Aktivität im Belohnungssystem besser regulieren zu können.» Beim zweiten Test sehen die Probanden auf einem Bildschirm, ob ihr Belohungssystem aktiviert wird oder nicht. Wenn es nicht aktiviert wird, müssen sie sich andere Erlebnisse vorstellen und selber ausprobieren, was am besten in ihrem Belohnungssystem funktioniert.

Ziel der Studie ist, dass Kokain-Konsumenten die Belohnungsreaktion im Bezug auf natürliche Reize wieder selbstständig erlernen können. Diese sollen wieder mehr an Bedeutung gewinnen. Die Teilnehmer können sich erst noch ein kleines Taschengeld dazu verdienen: Rund 100 Franken gibt es als Belohnung. Herdener: «Es wird jedoch kein Kokain verteilt.»

Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um einen Aprilscherz. Mehr Infos gibt es unter CoGlu-Studie@bli.uzh.ch

(fro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Gubler am 01.04.2015 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Klar!

    Womit auch geklärt wäre welcher Artikel zum ersten April gehört...

  • Neukki am 01.04.2015 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cola wie Kaffe

    Kommt mal zu mir ins Büro. Da gehört Cola wie der Kaffee zum Arbeitstag

    einklappen einklappen
  • Peter P. am 01.04.2015 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht doch

    mal ins Kaufleuten ;) Da werdet ihr sicher fündig :D

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 02.04.2015 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Garantiert 1. April Scherz!

    Wieso? Weil es heute viel schwieriger ist in Zürich Leute zu finden, die KEIN Kokain konsumieren!

  • Coca am 01.04.2015 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coci

    Ja genau CHF 100.- für ein weiteres Gramm und ein weiteres Line

  • UniStudentin am 01.04.2015 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So unglaubwürdig?

    Es ist kein Aprilscherz. Gibt einige solcher Studien, auch immer wieder in Zürich. Finde es aber spannend zu sehen, dass viele dies unglaubwürdig und somit für einen Aprilscherz halten. Für alle die solche Studien verwerflich finden oder Anstoss daran nehmen, die Erkenntnisse aus solchen Untersuchungen können einen grossen Beitrag zur Weiterentwicklung und Optimierung von Behandlungen bei Kokainsucht leisten. Leider kann man sich die Resultate nicht aussuchen und man findet nicht immer etwas Hilfreiches, aber dafür ganz auf solche Studien zu verzichten fände ich falsch.

  • Ernst Neh am 01.04.2015 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sind Berner auch zugelassen ?

    Meine Ex und Ihre Tochter aus Bern, haben sicher interessen. Werde es Ihnen zukommen lassen :). Sie melden sich bestimmt an, wie auch die Töffli Buben mit der Security Firma von Bern

  • Weisser Riese am 01.04.2015 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Puderzucker

    Ouu ja, es schneit doch keiner fährt Ski ! Auf das Wochenende, lasst es Krachen