Zürich

23. April 2018 11:02; Akt: 23.04.2018 11:02 Print

60 Bibliotheken der Uni sollen verschwinden

Studenten und Professoren sehen die Forschung in Gefahr. Weil die Universität Zürich eine Grossbibliothek plant, sollen viele kleine Bibliotheken verschwinden.

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Die Universität Zürich besitzt 80 kleinere und mittelgrosse Bibliotheken. Sie werden Labore der Geisteswissenschaften genannt. Dort findet man nicht nur hoch spezialisierte Bücher, sondern nutzt sie auch zum akademischen Gedankenaustausch für die Forschung und die Öffentlichkeit.

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Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, soll in den nächsten Jahren ein grosser Teil dieser Bibliotheken verschwinden. Geplant ist, diese in eine grosse zentrale Bibliothek im Univiertel an der Gloriastrasse zu integrieren. Im Geheimen arbeitet eine Projektgruppe schon seit Monaten am Konzept einer «Bibliothek der Zukunft», die neu gebaut werden soll. Laut einem internen Papier sollen bis 2025 in einem ersten Schritt 60 Bibliotheken verschwinden.

«Bücher auf dem Scheiterhaufen»

Diese führen die Fakultäten bisher mehr oder weniger autonom. Wenn jedoch die Universitätsbibliothek Zürich kommt, haben die Fakultäten gemäss Plan nur noch ein Mitspracherecht, wenn es etwa um das Budget oder die Bücherbestellung geht. Die Universität will so das Bibliothekwesen effizienter gestalten, mehr digitalisieren und mehr Arbeitsfläche für die Studenten schaffen. Bücherbestände sollen deutlich reduziert werden, so die Zeitung.

Grundsätzlich stösst die Umwälzung bei den Studenten und Professoren auf Verständnis, die «allmächtige und geheime Vorgehensweise» wird jedoch stark kritisiert. Auch fürchten Angestellte um ihre Jobs und Professoren kleinerer Fakultäten sehen durch die Zentralisierung die Forschung in Gefahr. Michele Loporcaro, ordentlicher Professor vom Romanischen Seminar sagt, dass Bücher auf dem Scheiterhaufen landen würden, die dem Steuerzahler Millionen gekostet hätten. Auch Forschungsgelder in Millionenhöhe stünden auf dem Spiel. Denn die Bibliotheken seien beim Anwerben von Drittmitteln ein wichtiges Argument.

Prorektor Christian Schwarzenegger sagt jedoch laut der Zeitung, dass die Massnahme ein unerlässlicher Schritt in die Zukunft ist. «Wenn wir jetzt nicht reagieren, dann gehören wir in einigen Jahren zu den Verlierern.»

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Captain Hindsight am 23.04.2018 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrjee ...

    ... da veglieren viele Gegmanisten ihren Job. was werddn die bloss später tun? Eine private Bibliothek eröffnen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Captain Hindsight am 23.04.2018 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrjee ...

    ... da veglieren viele Gegmanisten ihren Job. was werddn die bloss später tun? Eine private Bibliothek eröffnen?