Zürich

03. Februar 2011 15:30; Akt: 03.02.2011 17:41 Print

Untersuchung gegen Uni und Uni-Spital

Der Zürcher Kantonsrat hat eine Untersuchung gegen die Universität und das Uni-Spital Zürich eingeleitet. Deren Leitungen sollen einen Forscher bei seiner Arbeit behindert und seine Persönlichkeits- und Urheberrechte verletzt haben.

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Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) erhob bereits Ende letzten Jahres schwere Vorwürfe gegen Uni und Uni-Spital und warf deren Leitungen «wissenschaftliches Fehlverhalten» vor.

Johannes Zollinger (EVP, Wädenswil) bestätigte einen entsprechenden Artikel des «Tages-Anzeigers» vom Donnerstag, gemäss dem die kantonsrätliche Aufsichtskommission für Bildung und Gesundheit (ABG) die Vorwürfe nun untersuchen will.

Auslöser ist eine Beschwerde, die beim Kantonsrat eingereicht wurde. Von wem die Beschwerde kommt, macht die ABG nicht publik. Wann der Bericht vorliegt, steht noch nicht fest.

SNF: Gelder nicht regelkonform verwendet

Gemäss den Vorwürfen des SNF soll ein Empfänger von Forschungsgeldern seit bald zwei Jahren von den Forschungsräumen im Uni-Spital ferngehalten werden. Forschungen am Uni-Spital werden zwar im Auftrag der Universität, aber in den Räumen des Spitals durchgeführt.

Der Betroffene müsse nun zusehen, wie Dritte seine Forschungsarbeit weiterführen. Eine Veröffentlichung würde zudem die Urheberrechte des Betroffenen an seiner Forschung verletzen.

Der SNF, der jedes Jahr 700 Millionen Franken in Forschungsprojekte investiert, sieht ausserdem seine Gelder nicht regelkonform verwendet, weil Forschungsgelder an die Person und nicht an das Projekt gebunden sind.

Auch Zürcher Kantonsräte wurden bereits aktiv: Grüne Kantonsräte haben im Dezember 2010 eine Anfrage eingereicht, die vom Regierungsrat verlangt, diese angeblichen Missstände zu untersuchen.

(sda)