Zürcher Obergericht

16. Februar 2011 11:25; Akt: 16.02.2011 14:30 Print

Urteil gegen Autolenkerin verschärft

von Attila Szenogrady - Eine ungeduldige Automobilistin hat auf der Autobahn bei Unterengstringen einen anderen Verkehrsteilnehmer gleich zwei Mal ausgebremst und zwei Kollisionen verursacht. Nun wurde die Frau dafür verurteilt.

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Kürzlich stand mit der heute 36-jährigen Sachbearbeiterin aus dem Kanton Aargau eine sympathische Person vor dem Zürcher Obergericht. Weniger sympathisch erschien dagegen ihr bedenkliches Verhalten im Strassenverkehr. Sie wurde bereits im Sommer 2007 nach einem groben Verkehrsdelikt zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt. Allerdings zeigte der Strafbefehl keine grosse Wirkung. So leistete sie sich bereits im Januar 2008 den nächsten groben Schnitzer.

Nacheinander zwei Kollisionen provoziert

Es war am späten Nachmittag, als die Beschuldigte ihren Personenwagen über die Autobahn bei Unterengstringen in Richtung Limmattaler Kreuz lenkte. Plötzlich regte sich die ungeduldige Schweizerin über ein vor ihr befindliches Fahrzeug auf. Da dieses ihres Erachtens zu langsam fuhr, überholte sie es von rechts und bremste den überraschten Lenker aus. Dieser konnte nicht mehr rechtzeitig stoppen und krachte in den Wagen der Angeklagten hinein. Doch damit nicht genug. Kaum rollten die beiden Autos weiter, drückte die Autohalterin ein zweites Mal brüsk auf die Bremse. Wonach es erneut zu einer Kollision kam. Kurz darauf traf die Polizei am Tatort ein.

Mildes Urteil in Dietikon

Als sich die Angeklagte im letzten August vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten musste, kam ein weiteres Delikt hinzu. So hatte sie im Sommer 2009 erneut auf der Autobahn in Richtung Limmattaler Kreuz ein anderes Fahrzeug rechts überholt. Die Staatsanwaltschaft verlangte wegen mehrfachen groben Verkehrsdelikten sowie Nötigung eine gerade noch bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 130 Franken sowie eine Busse von 1 500 Franken.

Das Dietiker Gericht kam zu einem verhältnismässig milden Urteil. Es kam sowohl bei der Nötigung als auch bei den Bremsmanövern zu Freisprüchen. Es glaubte damit der Frau, die einen Schikanestopp bestritten hatte. Was hängen blieb, war das Rechtsüberholen sowie eine ungenügende Rücksichtnahme auf nachfolgende Fahrzeuge bei Richtungsänderung. Was noch zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 110 Franken sowie 1000 Franken Busse führte. Zudem wurde die ehemals bedingte Vorstrafe von 30 Tagessätzen widerrufen.

Straferhöhung vor Obergericht

Die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen den Dietiker Entscheid ein und erneuerte kürzlich ihre Anträge vor dem Zürcher Obergericht. Zum Teil mit Erfolg, wie aus dem am Dienstag eröffneten Urteil hervorgeht. Zwar haben auch die Oberrichter eine Nötigung verneint. Hingegen sahen sie die gefährlichen Bremsmanöver als erwiesen an. Dies führte zu einer deutlichen Straferhöhung auf neu 75 Tagessätze zu 80 Franken bedingt. Verbunden mit einer erhöhten Busse von 1200 Franken. Zudem muss die Beschuldigte einen Grossteil der Verfahrenskosten tragen. Vor Obergericht hatte die Angeschuldigte einen guten Eindruck hinterlassen. So erklärte sie, dass sie inzwischen aus freien Stücken ein Lernprogramm absolviert habe.