Mitarbeiterbefragung

24. Januar 2018 05:47; Akt: 24.01.2018 05:47 Print

VBZ-Fahrer können ihre Einsatzzeiten wünschen

Die Führung der VBZ reagiert auf die Mitarbeiterbefragung und führt eine «individuelle Dienstplanung» ein. Die Mitarbeiter können so Beruf und Familie besser koordinieren.

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Mehr als die Hälfte der VBZ-Mitarbeiter ist mit ihrer Work-Life-Balance nicht zufrieden. Rund 40 Prozent fühlen sich psychisch unter Druck. Das geht aus der sporadisch durchgeführten Befragung der städtischen Mitarbeiter hervor, an der 62 Prozent aller VBZ-Angestellten teilgenommen haben. Mit einer «individuellen Dienstplanung» will die VBZ die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter erhöhen.

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Können Sie Ihre Arbeitszeit frei einteilen?

Bisher haben die Bus- und Tramfahrer im Turnus gearbeitet. Die Schichten folgten einem festgelegten Rhythmus, der sich immer wiederholte. «Ein Mitarbeiter wusste bereits heute, ob er zum Beispiel am 23. Juni 2021 arbeiten muss», sagt Jürg Widmer, Leiter Betrieb bei den VBZ. Mit der individuellen Dienstplanung ändert sich das.

Mitarbeiter wählen Freitage und Schichten

Die Einsatzzeiten der Mitarbeiter, die sich für dieses flexible System entscheiden, werden von Monat zu Monat festgelegt. In einem ersten Schritt können die Angestellten drei Monate im Voraus die Tage auswählen, an denen sie frei haben möchten. Jedem Wunsch können sie Prioritätspunkte zuordnen, pro Monat insgesamt zehn Punkte.

Auf die Zuteilung der freien Tage folgt die zweite Runde. Die Mitarbeiter können wiederum mit Prioritäten angeben, welche Schicht sie an den Einsatztagen übernehmen möchten. Das soll die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit verbessern und dem individuellen Rhythmus der Mitarbeiter entgegenkommen: «Wer will, kann sich etwa nur für Spät- oder Frühschichten einteilen lassen, soweit dies das Arbeitszeitgesetz zulässt», so Widmer.

«Die Planung ist aufwändiger geworden»

Nach einer Testphase werde das System nun schrittweise an allen Standorten eingeführt. Bereits jetzt seien 32 Prozent aller Bus- und Tramfahrer umgestiegen. Ebenfalls möglich sei, dass man zwischen den beiden System hin und her wechselt, je nachdem, wie es die aktuelle familiäre Situation verlangt. «Das ist ein Quantensprung in der Mitbestimmung», sagt Widmer.

«Klar ist die Planung mit dem neuen System aufwändiger geworden. Der Zusatzaufwand rechtfertigt sich aber, weil wir uns davon eine höhere Arbeitszufriedenheit versprechen», sagt Widmer. Neben der individuellen Dienstplanung führt die VBZ ein Pilotprojekt mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften durch. Ziel ist, dass die Mitarbeiter den Umgang mit Stress üben und Haltungsproblemen entgegenwirken. Das soll sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

«Wir haben vor rund 20 Jahren das Thema auf die Agenda gesetzt»

Bei der Gewerkschaft für das Personal öffentlicher Dienste (VPOD) kommt die Idee gut an. «Wir haben vor rund 20 Jahren das Thema auf die Agenda gesetzt», sagt Duri Beer, VPOD-Sekretär der Region Zürich. In einzelnen Betrieben sei das System seit über zehn Jahren verankert.

Ebenfalls sei es gut, dass die Mitarbeiter selber entscheiden können, ob sie im neuen System arbeiten wollen. «Es gibt Mitarbeitende, welche den individuellen Dienstplan schätzen, andere arbeiten lieber im Turnus», so Beer. Wenn mit der Neuerung die Ersatzdienste und die langen Pausen zwischen zwei Dienstteilen reduziert werden könnten, sei das eine gute Sache.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frank N. Stein am 24.01.2018 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hm

    Kenne selbst jemanden der bei der VBZ Trampilot ist. Der VBZ fehlen über 30 Leute welche die anderen kompensieren müssen, und es kündigen mehr als dazu kommen. Ich denke das ist nur Schönfärberei seitens der Geschäftsleitung. Von Wunschdiensten etc sind sie noch Meilen weit entfernt. Die Leute sind gestresst und überarbeitet, kein Wunder passieren in letzter Zeit zu viele Unfälle.

  • Max Weil am 24.01.2018 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei des Betriebs

    Die freie Arbeitszeitwahl mag sich ja toll anhören. Dass die VBZ- Fahrer jetzt die Arbeitsplanug auch selber in ihrer Freizeit zu erledigen haben. Zweimal monatlich gibt man da zuerst den Dienstplan und später die Ruhetag ein. Das Ganze selbstverständlich wie immer ohne Gewähr. Die Zufriedenheit mit dem neuen System ist dann auch durchzogen. Solange die Dienstpläne noch Arbeit von über 5 Stunden Fahrzeit am Stück zulassen, wird sich die Misere noch lange so bleiben. WC Besuche und sonstige Bedürfnisse haben da weiterhin keinen Platz. Der Fahrplan wird auch immer knapper.

  • busdriver am 24.01.2018 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    IDP allein hilft nicht

    und was nutzt ein IDP solange es IMMER NOCH Dienste mit bis zu 6-stündigen Pausen zwischen dem ersten und zweiten Schichtteil gibt die ca 14 Std Präsenz zur Folge haben? Und Dienste mit Nachtruhe von nur 9 Std? Wo soll sich hier ein Körper erholen, regenerieren und anschliessend wieder aufmerksam und sicher Fahrgäste durch das "Labyrinth" des Zürcher Stadtverkehrs befördern? - auf Dauer schlicht unmöglich und auch gefährlich

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Fischer am 24.01.2018 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Engpässe

    Mal was neues, kann aber auch Engpässe geben. Was wenn z.B. an Ostern, Weihnachten, Silvester viele frei eingeben - dann können diese Dienste nicht abgedeckt werden weil es zu wenig Personal hat?!

  • busdriver am 24.01.2018 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    IDP allein hilft nicht

    und was nutzt ein IDP solange es IMMER NOCH Dienste mit bis zu 6-stündigen Pausen zwischen dem ersten und zweiten Schichtteil gibt die ca 14 Std Präsenz zur Folge haben? Und Dienste mit Nachtruhe von nur 9 Std? Wo soll sich hier ein Körper erholen, regenerieren und anschliessend wieder aufmerksam und sicher Fahrgäste durch das "Labyrinth" des Zürcher Stadtverkehrs befördern? - auf Dauer schlicht unmöglich und auch gefährlich

  • StefanWillibald am 24.01.2018 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man muss Fortschritt loben

    Nicht immer nur wettern. Bravo zu diesem Schritt. Scheint im 2018 zwar längst hinfällig, und eben drum lobenswert!

  • Paede2010 am 24.01.2018 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird auch Zeit !!!

    Für mich als ehemaliger VBZ Trampilot etwas zu spät... das einzig richtige... wird auch langsam Zeit das sie auf die Mitarbeiter hören

  • Max Weil am 24.01.2018 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei des Betriebs

    Die freie Arbeitszeitwahl mag sich ja toll anhören. Dass die VBZ- Fahrer jetzt die Arbeitsplanug auch selber in ihrer Freizeit zu erledigen haben. Zweimal monatlich gibt man da zuerst den Dienstplan und später die Ruhetag ein. Das Ganze selbstverständlich wie immer ohne Gewähr. Die Zufriedenheit mit dem neuen System ist dann auch durchzogen. Solange die Dienstpläne noch Arbeit von über 5 Stunden Fahrzeit am Stück zulassen, wird sich die Misere noch lange so bleiben. WC Besuche und sonstige Bedürfnisse haben da weiterhin keinen Platz. Der Fahrplan wird auch immer knapper.